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Genderbeziehungen im begrenzten Raum. Bedingungen, Ausmaß und Formen von sexueller  Gewalt an Frauen in kriegsbedingten Flüchtlingslagern

(DSF 2013-2016)

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Gender Foto 1Für viele Frauen bedeutet das Ende von kriegerischer Gewalt nicht auch das Ende von kriegsbedingter, sexueller Gewalt. Aktuelle Studien argumentieren, dass die Flucht vor Krieg und Repression in Flüchtlings- oder Binnenvertriebenenlager nur bedingt zum Schutz vor gewaltsamen Übergriffen führt, da sie dort nicht sicher vor (sexuellem) Missbrauch sind. Viele Flüchtlings- und Hilfsorganisationen erkennen die Vulnerabilität von Frauen und Mädchen als Zielscheibe von sexueller Gewalt und ergreifen Gegenmaßnahmen zum Schutz und zur Förderung der Frauen. Nichtsdestotrotz werden Übergriffe vermehrt verzeichnet, weswegen die sexuelle und genderbasierte Gewalt eine besondere Herausforderung darstellt. Vor diesem Hintergrund untersucht das Forschungsprojekt Bedingungen, Formen und Ausmaß von sexueller Gewalt an Frauen im Kontext von kriegsbedingten Flüchtlingslagern. Wie wirkt sich der begrenzte soziale Raum der Flüchtlingslager auf die Geschlechterbeziehungen zwischen den Flüchtlingen aus? Welche Auswirkungen haben die Erfahrungen von Kriegsgewalt auf die Handlungen? Führt die Begrenztheit des Raums zu einem Anstieg der sexualisierten Gewalt an Frauen und wenn ja, wie? Diese Fragen stehen im Mittelpunkt der Forschung und werden anhand einer Fallstudie in Uganda eruiert.

Das Forschungsprojekt betritt territoriales Neuland: kriegsbedingte Flüchtlingslager. Es fokussiert auf den Nexus zwischen Dislokation, Genderbeziehungen und sexualisierter Gewalt, um das Gewaltkontinuum in Postkonfliktkontexten oder am Rande von Kriegsschauplätzen zu analysieren. Dies beruht auf dem in der Wissenschaft vermehrt hervorgehobenen Argument, dass viele Frauen Gewalt im Kontext von gewaltsamen Konflikten anders erfahren, da diese häufig sowohl zeitlich als auch räumlich außerhalb von Kriegsschauplätzen stattfindet. Dichotomien wie vor vs. nach dem Waffenstillstand, öffentlicher Kriegsschauplatz vs. das eigene, private Zuhause, sowie  feindliche Kombattanten vs. vertrauenswürdige Familienmitglieder lassen sich nur schwer aufrecht erhalten. Ob und wie sich Gender Foto 2dies im kriegsbedingten Flüchtlingslager manifestiert, ist daher ein bedeutender Beitrag zur Ausdifferenzierung von Geschlechterperspektiven in der Friedens- und Konfliktforschung.

Unser Ausgangspunkt ist die Annahme, dass Flüchtlingslager begrenzte Räume sind, in denen Geschlechterbeziehungen neu verhandelt und definiert werden. Dies geschieht sowohl homosozial innerhalb der Kategorien Männer bzw. Frauen, als auch heterosozial zwischen den Kategorien Männern und Frauen. Basierend auf dem Ansatz der hegemonialen Männlichkeit von Raewyn Connell vermuten wir, dass das Leben in Flüchtlingslagern mit einer subjektiv empfundenen Abwertung von Maskulinität einhergeht und diese durch das Ausüben von Gewalt an Frauen im häuslichen, privaten Raum kompensiert wird. Ob dies der Fall ist, soll durch das Forschungsprojekt empirisch überprüft werden. Zur breiten Erfassung von Daten verwendet das Projekt einen Methodenmix aus verschiedenen sozialwissenschaftlichen Ansätzen, der den besten Einblick in Mikro- und Mesoebenen verspricht. Die Feldforschung basiert daher auf einer Komposition aus Literaturanalyse, teilnehmender Beobachtung, problemorientierten und ethnographischen Interviews, ero-epischen Dialogen sowie Gruppendiskussionen. Die Triangulation verschiedener Methoden dient neben der Validierung der Ergebnisse auch dem Erhalten zusätzlicher Erkenntnisse.

 

 

Overview of Research Literature and Reports about Violence against and amongst Refugees with a Focus on Sexual and Gender-based Violence

 

Further information is available here.

 

 

Call for Papers "Conditions, Scope and Forms of Violence Amongst Conflict-Related Refugee Communities"


The objective of our volume is to explore conditions, scope and forms of violence against and amongst refugees and IDPs in countries of the global south with a focus on (but no strict limitation to) sexual and gender-based violence. By bringing together researchers and policymakers from diverse disciplinary backgrounds, the volume aims to include theoretical approaches, regional case studies and policy analyses.

We welcome proposals dealing with the following broad themes, inter alia:

  1. Victims, perpetrators and gender relations in the refugee and IDP contexts
  2. Violence and specific instruments of refugee and IDP protection and assistance
  3. Violence in refugee camps, urban settings and self-settled communities

Further information is available here.

(Submission of abstracts: Please send your abstract of 500 words to Ulrike Krause (ulrike.krause@staff.uni-marburg.de). Deadline: 31/11/2013)

 

 

Team

bild2016

Prof. Dr. Susanne Buckley-Zistel

Telefon: +49 64 21 / 28 24 507

E-Mail: s.buckley-zistel@staff.uni-marburg.de

 

 

 

Foto Ulrike Krause Dr. Ulrike Krause

Telefon: +49 64 21 / 28 24 411

E-Mail: ulrike.krause@staff.uni-marburg.de

 






Studentische Hilfskraft


Dorothee Fees

Telefon: +49 64 21 / 28 24 411

E-Mail: feesd@students.uni-marburg.de

 

Zuletzt aktualisiert: 29.11.2016 · Schiftne

 
 
 
Zentrum für Konfliktforschung

Zentrum für Konfliktforschung, Ketzerbach 11, D-35032 Marburg
Tel. +49 6421/28-24444, Fax +49 6421/28-24528, E-Mail: konflikt@staff.uni-marburg.de

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