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Forschungsprojekte

Symbiotische Kollektive

Die VolkswagenStiftung hat am 15. Mai 2018 den Antrag für das Projekt "Symbiotische Kollektive - Die Kultivierung mikrobieller Lebenswelten als Gesatltung bio-sozialer Beziehungen" bewilligt, den Prof. Dr. Opitz gemeinsam mit Dr. Andreas Folkers in der Förderinitiative Originalitätsverdacht gestellt hat. Die Laufzeit ist vom 1. Oktober 2018 bis zum 30. September 2020.

Das Projekt untersucht die aktuelle Konjunktur des Symbiosebegriffs in den Lebenswissenschaften, die sich infolge der Erforschung des Mikrobioms eingestellt hat. Gefragt wird, wie die Erkenntnis und Manipulation von Symbiosen zur Entstehung neuer bio-sozialer Beziehungen führt. Im Fokus der Untersuchung stehen Fälle, in denen die biotechnologische Bearbeitung symbiotischer Beziehungen zwischen Wirtstieren und Mikroben auf die Lösung globaler Probleme abzielt: So soll die Modifikation der Mikrobenkulturen im Pansen von Kühen die Methanproduktion weltweiter Rinderpopulationen reduzieren; und die Erzeugung einer Symbiose zwischen der Bakterienart Woolbachia und der Mückenart Aedes aegypti soll dazu führen, dass die Mücke nicht länger als Überträger („Vektor“) von ansteckenden Krankheiten wie dem Dengue Fiber fungiert. Die Fallanalyse erlaubt es, den Aufstieg eines neuen biopolitischen Interventionsmodus – das symbiotische Engineering – und das Entstehen neuer Relationen zwischen Lebendigem und Gesellschaftlichem aufzuzeigen. Ausgehend von der exemplarischen Kartierung dieser symbiotischen Kollektive soll die in den Sozial- und Geisteswissenschaften vorherrschende Konzeption von Sozialität aktualisiert werden. Dafür wird Symbiose als operativer Begriff mobilisiert, um die in ihrer Allgemeinheit inzwischen zur Phrase gewordene Behauptung einer Hybridisierung von Natur und Kultur zu präzisieren. Das Projekt verklammert somit ein fallbezogen-analytisches Vorgehen mit einem grundlagentheoretischen Anliegen: die Analyse symbiotischen Engineerings mit einer Theorie symbiotischer Kollektive.

Weitere Informationen finden Sie auf der Website.

Dynamiken der Sicherheit - Die Verwaltung transnationaler Gesundheitskrisen

Prof. Dr. Opitz ist Mitglied des SFB/TRR 138 Dynamics of Security und Leiter des Teilprojekts "Die Verwaltung transnationaler Gesundheitskrisen: Routinen der Sicherheit in der Regierung von Ansteckungsdynamiken", die Laufzeit ist von 2018 bis 2021, Projektmitarbeiterin ist Carolin Mezes.

Das Teilprojekt untersucht das Wechselspiel zwischen der Wahrnehmung transnationaler Gesundheitskrisen und der Herausbildung von rechtlich-administrativen Bearbeitungsprozessen. Es fragt zum einen danach, wie die transnationale Dimension der Gesundheitskrise in sicherheitsrelevanter Weise problematisiert wird – etwa als mangelhafte Kontrolle von Grenzen, Fehlen von medizinischer Versorgung oder als Bedrohung für den Welthandel (Krisenheuristik). Von Interesse sind die Beobachtungsinstanzen, welche die Krisensituation rahmen und anhand entsprechender Formen der Datengenerierung lesbar machen. Zum anderen wird gefragt, welche administrativen Regularien und Techniken zur Bewältigung der Gesundheitskrise eingesetzt werden (Krisenrepertoire).

Weitere Informationen zum Projekt erhalten Sie auf den Seiten der Homepage des Sonderforschungsbereichs / Transregio 138