Prof. Dr. Wolf-Friedrich Schäufele

Wolf-Friedrich Schäufele

Universitätsprofessor

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35032 Marburg
U|01 Alte Universität (Raum: 01001a bzw. +1001a)
https://www.uni-marburg.de/fb05/fachgebiete/kirchengeschichte/personal/Schaeufele/index_html

Organisationseinheit

Philipps-Universität Marburg Evangelische Theologie Kirchengeschichte

Sprechstunde im Sommersemester 2018:
Mittwochs 11:00 - 12:00 Uhr (ohne Voranmeldung)

Sprechstunde in den Semesterferien:
Termine nach Vereinbarung

  • Inhalt ausklappen Inhalt einklappen Curriculum VitaeCurriculum Vitae

    geboren 1967 in Karlsruhe

    1986
    Abitur in Hamm/Westfalen

    1986/87
    Wehrdienst

    1987-1993
    Studium der Evangelischen Theologie, der lateinischen Philologie und der Biochemie in Tübingen, Heidelberg und Mainz

    1994-1998
    Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Seminar für Kirchengeschichte und Territorialkirchengeschichte des Fachbereichs Evangelische Theologie der Universität Mainz

    1997
    Promotion zum Dr. theol.

    1998-2001
    Wissenschaftlicher Assistent am Lehrstuhl für Historische Theologie des Seminars für Theologie und ihre Didaktik der Universität Köln

    2001-2007
    Wissenschaftlicher Mitarbeiter am (Leibniz-)Institut für Europäische Geschichte, Abteilung Abendländische Religionsgeschichte, in Mainz

    2005
    Habilitation im Fach Kirchen- und Dogmengeschichte an der Evangelisch-Theologischen Fakultät der Universität Mainz

    seit WS 2007/08
    Professor (W3) für Kirchengeschichte an der Philipps-Universität Marburg

    von 2010-2012
    Dekan, von 2012-2014 und im WS 2015/16 Prodekan des Fachbereichs Evangelische Theologie der Universität Marburg

    2011 Ablehnung eines Rufs auf den Lehrstuhl für Kirchengeschichte der Neuzeit an der Universität Erlangen (Nachfolge Berndt Hamm)


    Auszeichnungen:

    1998 Johannes-Brenz-Preis des Vereins für württembergische Kirchengeschichte

    2006 Preisträger der Colloquia Academica der Akademie der Wissenschaften und der Literatur Mainz


    Mitgliedschaften:

    Luther-Gesellschaft (seit 2018 Vorstandsmitglied)

    Verein für Reformationsgeschichte (2011 - 2018 Vorstandsmitglied und Schatzmeister)

    Theologischer Ausschuss der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche in Deutschland (VELKD)

    Hochschulrat der Theologischen Hochschule Ewersbach

    Historische Kommission für Hessen

    Hessische Kirchengeschichtliche Vereinigung (Wissenschaftlicher Beirat, Mithg. der "Quellen und Studien zur Hessischen Kirchengeschichte") 

    Wissenschaftliche Gesellschaft für Theologie

    Internationale Gesellschaft für Theologische Mediaevistik

    Verein für württembergische Kirchengeschichte

    Evangelischer Johanniter-Orden
  • Inhalt ausklappen Inhalt einklappen Arbeits- und ForschungsschwerpunkteArbeits- und Forschungsschwerpunkte

    Forschungsschwerpunkte
    Kirchen- und Theologiegeschichte des Mittelalters und der Frühen Neuzeit unter besonderer Berücksichtigung der Reformation; insbesondere:

    1) Geschichte des christlichen Geschichtsverständnisses (Zeit- und Geschichtsbewusstsein, Konzeptionen der Universal- und der Kirchengeschichte, Verfalls- und Fortschrittsideen, Identitätskonstruktion über „master narratives“, Protologie, Eschatologie und Jenseitserwartungen)

    2) Das Verhältnis der christlichen Konfessionen in der Frühen Neuzeit (Idee und Praxis der religiösen Toleranz, konfessionell-kirchliche Einheitsbestrebungen)

    3) Drittmittelfinanziertes Forschungsprojekt: Monumenta testium veritatis; Laufzeit: 01.01.2017-31.12.2019
    (gefördert von der Deutschen Forschungsgemeinschaft)

  • Inhalt ausklappen Inhalt einklappen PublikationenPublikationen

    Eine Liste der Publikationen von Prof. Dr. W.-F. Schäufele finden Sie in dieser PDF-Datei.

  • Inhalt ausklappen Inhalt einklappen LehrveranstaltungenLehrveranstaltungen

    Informationen zu den Lehrveranstaltungen von Prof. Dr. W.-F. Schäufele finden Sie im Vorlesungsverzeichnis.

  • Inhalt ausklappen Inhalt einklappen Luthers lateinische BibelLuthers lateinische Bibel

    Forschungsprojekt: Martin Luthers lateinische Bibel

    gefördert von der Deutschen Forschungsgemeinschaft

    Laufzeit: 01.10.2009-30.09.2012

    Eine der größten Leistungen Luthers war die Übersetzung der Bibel der Deutsche. Für den akademischen (und anfangs auch den liturgischen) Gebrauch hielt Luther jedoch an der lateinischen Bibel fest. Dabei wollte er einerseits den Vulgata-Text des auch von ihm hoch geschätzten Hieronymus bewahren, andererseits empfand er die Nötigung, die im Zuge der Überlieferungsgeschichte verderbte, teilweise aber auch ursprünglich fehlerhafte Vorlage auf Grund seiner philologischen wie theologischen Einsichten zu korrigieren. Luthers lebenslanges Bemühen um die Berichtigung der lateinischen Bibel setzte mit seinen ersten Wittenberger Vorlesungen ein und erreichte seinen Höhepunkt in den 1520er Jahren mit der systematischen Revision der Vulgata, die er in enger Zusammenarbeit mit Melanchthon unternahm. 1529 erschienen als Frucht sechsjähriger Arbeit eine Gesamtausgabe des Neuen Testaments und der Geschichtsbücher des Alten Testaments sowie eine Separatausgabe des Psalters. Das Projekt soll die bislang nicht näher untersuchte Lebensarbeit Luthers an der lateinischen Bibel rekonstruieren. Dabei wird einerseits das Verhältnis zu den vorreformatorischen und reformatorischen lateinischen Neuübersetzungen und Vulgata-Revisionen und andererseits das Verhältnis zu Luthers deutscher Bibelübersetzung zu bestimmen sein. Die genaue philologisch-theologische Analyse von Luthers lateinischem Bibeltext soll eine vertiefte Einsicht in die Problematik von Luthers Umgang mit der kirchlichen Tradition und in seine – hier wieder anders als im Falle der deutschen Bibel gearteten – Grundsätze im Umgang mit der Heiligen Schrift eröffnen. Anhand der Druckgeschichte und rezeptionsgeschichtlicher Stichproben soll schließlich die Wirkung von Luthers lateinischer Bibel im Protestantismus ermittelt werden.

    Projektleiter:  Prof. Dr. Wolf-Friedrich Schäufele

    Wissenschaftlicher Mitarbeiter:  Christoph Galle

    Studentische Hilfskräfte:  Anne Hammerschmidt, Jan Weifenbach

  • Inhalt ausklappen Inhalt einklappen Monumenta Testium Veritatis / Opus arduum valdeMonumenta Testium Veritatis / Opus arduum valde

     Repertorium der Drucke evangelischer „Wahrheitszeugen“ im 16. und 17. Jahrhundert und kritische Edition des „Opus arduum valde“

    (English version: see below)

    Drittmittelprojekt, gefördert von der Deutschen Forschungsgemeinschaft

    Laufzeit: 1.1.2017 – 31.12.2019

    Projektleiter:  Prof. Dr. Wolf-Friedrich Schäufele, Dr. Christoph Galle

    Projektmitarbeiter:  Stefan Michels

    Die Kirchen der Reformation haben ihre eigene Identität als Verkörperung der wahren Kirche Christi nicht nur dogmatisch oder ethisch, sondern auch historisch begründet. Während die Papstkirche im Lauf der Geschichte von ihrer göttlichen Bestimmung abgefallen sei, sah man sich selbst in der Nachfolge von historischen Vorgängergestalten aus dem Mittelalter, die Gott auch in der Zeit des Verfalls als "Zeugen der Wahrheit" erweckt hatte. Am Beginn stand die bereits 1519 formulierte These von Jan Hus als Vorläufer Luthers, aus der Luther, Melanchthon und ihre Schüler nach und nach eine spezifisch reformatorisch-protestantische Auffassung der Kirchengeschichte entwickelten, in der die Reformation als Ziel- und Endpunkt einer Abfolge evangelischer "Wahrheitszeugen" erschien. Noch über die Vormoderne hinaus hat diese Idee auf die Geschichtsauffassung und Identitätsdiskurse des Protestantismus eingewirkt. Die klassische historiographische Entfaltung fand die Theorie der Wahrheitszeugen in dem "Catalogus testium veritatis" (1556/1562) des Matthias Flacius Illyricus. In abgewandelter Gestalt lag sie auch den protestantischen Märtyrerbüchern von Ludwig Rabus, Jean Crespin und John Foxe zugrunde.

    Im Unterschied zu diesen Werken ist ein weiteres bedeutendes Medium zur Etablierung des historischen Identitätsnarrativs des Protestantismus bislang nicht systematisch erforscht worden: die von Reformatoren oder reformatorisch gesinnten Druckern veranstalteten Druckausgaben solcher mittelalterlicher Schriften, die selbst oder deren Autoren als "Wahrheitszeugen" in Anspruch genommen wurden. Eine Reihe solcher Drucke hat Luther, vor allem in den Jahren 1522-1528, selbst veranstaltet und mit eigenen Vorreden versehen. Doch auch sonst hat es im 16. und 17. Jahrhundert in verschiedenen europäischen Ländern eine ganze Reihe derartiger Drucke gegeben.

    Das Projekt verfolgt das Ziel, ein vollständiges Repertorium der Drucke evangelischer "Wahrheitszeugen" in allen Ländern Europas bis zu dem in der neueren Forschung postulierten Bedeutungsverlust des Zeugendiskurses im 17. Jahrhundert zu erstellen. Damit soll ein Instrument zur Rekonstruktion der personellen, örtlichen und zeitlichen Dynamiken in der Produktion dieser besonderen Gattung protestantischer Literatur und ihrer Bedeutung für die konfessionellen Auseinandersetzungen ihrer Zeit geschaffen werden. Eine erste Auswertung der Daten soll auf einer Expertentagung vorgenommen und dokumentiert werden. Ergänzt werden soll die Repertorisierung durch die wissenschaftliche Edition eines bedeutenden Beispiels eines solchen "Wahrheitszeugen"-Drucks. Hierfür wurde  der im England des ausgehenden 14. Jahrhunderts entstandene Apokalypse-Kommentar "Opus arduum valde" ausgewählt, der im 15. Jahrhundert im radikalen Flügel des böhmischen Hussitismus rezipiert worden und schließlich über das Baltikum in die Hand Luthers gelangt war, der ihn 1528 in Wittenberg mit einer eigenen Vorrede drucken ließ. Die kritische Edition wird im Druck und in einer Online-Lesefassung erscheinen. Die Textkonstitution wurde von Prof. Dr. Romolo Cegna (gest. 2017) in Monza/Italien besorgt.

    English Version

    Monumenta Testium Veritatis

    Monumenta testium veritatis. Catalog of the Printings of Protestant "Witnesses of the Truth" in the 16th and 17th Centuries and Critical Edition of the „Opus Arduum Valde“

    Third-party funded project, financed by the German Research Foundation (Deutsche Forschungsgemeinschaft)

    Duration: 1.1.2017 – 31.12.2019

    Project Directors:  Prof. Dr. Wolf-Friedrich Schäufele, Dr. Christoph Galle

    Researcher:  Stefan Michels

    The Churches of the Reformation founded their alleged identity of being the true church of Christ not only in a dogmatical or ethical way but even in a historical one. While the papal church throughout history had apostatized from its divine calling, the reformers saw themselves in succession of medieval predecessors, who were lined up by God as witnesses of the truth even in times of decline. At the beginning was the thesis - formulated already in 1519 - of Jan Hus being Luther's precursor; Luther, Melanchthon and their followers gradually developed an explicitly reformatory and protestant view of ecclesiastical history and the reformation was presented as goal and end of a series of evangelical witnesses of the truth. This concept had impact on both the concept of history and the discourse on protestant identity even beyond premodern times. In its classical shape, the paradigm of witnesses of the truth was represented by the "Catalogus testium veritatis" published by Matthias Flacius Illyricus in 1556 and again in 1562. In a modified way it even can be found in the Protestant martyrologies written by Ludwig Rabus, Jean Crespin and John Foxe. In contrast to these works another important medium that helped establishing the narrative of the historical identity of Protestantism, has not yet been explored systematically: the printings of medieval texts that were procured by reformers or reformatory minded printers for claiming these or their authors as witnesses of the truth. Luther himself arranged a number of such printings and added his own prefaces, especially during the years 1522-1528. Furthermore there have been several similar printings in the 16th and 17th centuries in different European countries. This project aims to create a complete repertory of printings that were used as evangelical witnesses of the truth all over Europe until this discourse lost its significance, which is being dated to the 17th century by recent research. Thus we shall create an instrument for reconstructing the personal, local and temporal dynamics of the production of this special kind of protestant literature as well as measuring its importance for the confessional conflicts of their time. A first evaluation of the data shall take place at a conference of experts. The repertory will be supplemented by a critical edition of an important example of a printed "witness of the truth". For this purpose, the "Opus arduum valde" has been selected, a commentary of the Book of Revelation, that has its origins in 14th century England, was adopted by radical exponents of the 15th century Bohemian Hussites, passed to the Baltic states and reached Luther, who prepared a printout with his own preface, that was published in Wittenberg in 1528. The critical edition will be published in print, a reading version of the text will be available online. The text was established by Prof Dr Romolo Cegna (d. 2018) in Monza/Italy.

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