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  • Foto: Melanie Hikade

Rudolf-Bultmann-Institut für Hermeneutik

Die Philipps-Universität Marburg hat eine lange und große hermeneutische Tradition in den Geisteswissenschaften. In diesem Umfeld entwickelte Rudolf Bultmann eines der anspruchsvollsten Programme einer theologischen Hermeneutik. Es basiert auf dem Grundgedanken der existentialen Interpretation. Die Bedeutung der biblischen Texte erschließt sich nicht in erster Linie über die darin berichteten Tatsachen und Lehren. Vielmehr sind die Texte der Ausdruck eines religiösen Selbstverständnisses, das nach einer sach- und zeitgemäßen Auslegung verlangt. In spezifischer Weiterführung betonte der Bultmann-Schüler Ernst Fuchs, der das Institut für Hermeneutik in Marburg begründete, die wirklichkeitserschließende und gleichnishafte Eigenart der (biblischen) Sprache. In der Gegenwart kann dies zur Aufnahme von metaphern-, bild- und symboltheoretischen Einsichten führen, wie sie auch kulturwissenschaftlich und -anthropologisch diskutiert werden.   

Ein Schwerpunkt des Instituts besteht entsprechend der Verpflichtung gegenüber der Marburger Tradition in der Erforschung der biblischen Hermeneutik und ihrer metaphern-, bild- und symboltheoretischen Dimensionen. Ein anderer Schwerpunkt des Instituts liegt auf der Erforschung der Geschichte der Hermeneutischen Theologie, wie sie nicht nur in Marburg betrieben wurde und wird.

Damit bietet das Institut ein Forum für die am Fachbereich Lehrenden und Studierenden, gemeinsam über die Tragweite der je einzelnen Fachinteressen für das Ganze der Theologie zu diskutieren. Dies geschieht in gemeinsamen Studientagen, Lehrveranstaltungen und Tagungen. 


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