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Kontaktdaten und Personal
Kontaktdaten des Rudolf-Bultmann-Instituts
Rudolf-Bultmann-Institut für Hermeneutik
Lahntor 3
D-35032 Marburg
Tel.: 06421/2824288
rbi@uni-marburg.de
Personal des Rudolf-Bultmann-Instituts
Geschäftsführender Direktor
Prof. Dr. Malte Dominik Krüger
Tel.: 06421/2824289
kruegerx@staff.uni-marburg.de
Malte Dominik Krüger arbeitet an einer Theologie, die beim Bild ansetzt – genauer: beim menschlichen Bildvermögen. Bevor wir sprechen und schließen, nehmen wir wahr; und in diesem Wahrnehmen ist immer schon mehr enthalten, als sich in Sätze fassen lässt. Von hier aus liest Krüger den christlichen Glauben neu, nicht gegen das Wort, aber unter Vorbehalt seiner Vorherrschaft. Der Protestantismus erscheint so nicht als bloße Wortreligion, sondern als kritische, kreative Bildreligion.
Der Bildbegriff ist dabei kein schmaler. Krüger fasst das Bild auf mehreren, aufeinander aufbauenden Ebenen: als Zeichen, als verkörperte Wahrnehmung, als Leistung der Imagination und schließlich als Gestalt, die ihren Gehalt zugleich zeigt und entzieht. Sprache und Vernunft sind davon nicht abgekoppelt – sie übertreffen das Bildvermögen an Diskursivität und Reflexivität, bleiben ihm aber unaufhebbar verflochten: in der Metaphorik der Sprache wie in der Anschaulichkeit der Vernunft. Diese „bildhermeneutische Theologie“ verbindet drei Linien, die sonst selten zusammenkommen: die Marburger Hermeneutik in der Tradition Bultmanns und Jüngels, den Platonismus und den Deutschen Idealismus – vor allem Schelling – und die Bildwissenschaft des Iconic Turn. Daraus erwächst eine Theologie der Formkraft und eine Ontologie des Vollzugs: ein hermeneutischer Realismus, der Wirklichkeit nicht als geistige Konstruktion, sondern als Sich-Zeigen versteht.
Im Kern steht eine Einsicht mit weiten Folgen: Ein Bild ist nie das, was es zeigt, und lässt es gerade darin erscheinen. Was hier für Bilder gilt, gilt für jede Wirklichkeitserfahrung und damit auch für die Rede von Gott. Der alte Verdacht, Gott sei bloß Projektion, läuft auf dieser Grundlage leer; das Gottesbild ist eine berechtigte Einbildung, deren Wahrheit sich erst im Vollzug erschließt.
Krüger führt das an konkreten Gegenständen durch: am Tod und seinen Bildern, am Antisemitismus als bildlich-medialem Phänomen, an der Schönheit, die nicht im Makellosen liegt, sondern im Riss – Gott scheint durch Risse leichter als durch Wände. Als Direktor des Rudolf-Bultmann-Instituts für Hermeneutik hält er die Marburger hermeneutische Tradition in Bewegung – im Gespräch mit Philosophie, Bildwissenschaft und den anderen Konfessionen, und in der Überzeugung, dass die Gegenwart theologisch interessanter ist, als sie sich gibt.
stellvertretende Direktorin
Prof. Dr. Angela Standhartinger
Tel.: 06421/2824275
standhartinger@uni-marburg.de
Mitarbeiter
Dr. Daniel Rossa
Tel.: 06421/2822437
rossa@staff.uni-marburg.de
Dr. des. Daniel Rossa ist wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Professur für Systematische Theologie und am Rudolf-Bultmann-Institut für Hermeneutik. In seiner Arbeit verbindet er systematisch-theologische und ästhetische Fragestellungen mit besonderem Interesse an der Tradition der Negativen Theologie: an der Frage, wie sich von Gott reden lässt, wo das Bild ebenso zeigt wie entzieht und die Sprache an ihre Grenze kommt. Sein Schwerpunkt liegt damit an der Schnittstelle von apophatischem Denken und einer Ästhetik des Erscheinens, die das bildhermeneutische Profil des Instituts teilt.