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DFG-Forschungsprojekt "Mittelalterliche Retabel in Hessen"

Tafelmalerei mit Maria und Engel in der Verkündigung.
Bildarchiv Foto Marburg / Thomas Scheidt
Mariae Verkündigung, Wildunger Altar

Am Kunstgeschichtlichen Institut wurde von 2011 bis 2017 das Forschungsprojekt "Mittelalterliche Retabel in Hessen" von der Deutschen Forschungsgemeinschaft gefördert. Ziel des Vorhabens war eine grundlegende Erfassung sämtlicher mittelalterlicher Retabel im heutigen Bundesland Hessen sowie deren Auswertung auf dem Stand der aktuellen kunstgeschichtlichen Diskussion.

Das Projekt konnte am Ende seiner Förderzeit Ergebnisse zu 262 Werken vorlegen, die monographisch bearbeitet worden sind (Erfassung des Forschungsstandes, Zustandsbeschreibung nach Expedition und Erfassung vor Ort, Auswertung von Restaurierungsberichten, gemäldetechnologischer Untersuchung, fotografische Dokumentation).

Veröffentlicht sind die Ergebnisse unserer Forschung

auf der Publikationsplattform Kunst- und Bildwissenschaften „ART-Dok“ der Virtuellen Fachbibliothek Kunst.arthistoricum.net, betrieben von der UB Heidelberg.
Hier befinden sich die Beschreibungen der einzelnen Werke.

im Bildindex des Deutsches Dokumentationszentrum für Kunstwissenschaft – Bildarchiv Foto Marburg.
Hier sind neue und alte Fotos zu den einzelnen Retabeln und ihrem räumlichen Kontext greifbar.

in der Buchpublikation „Mittelalterliche Retabel in Hessen“. Hrsg. Ulrich Schütte, Hubert Locher, Klaus Niehr, Jochen Sander und Xenia Stolzenburg. 2. Bde. Petersberg 2019.

Der Druck der Buchpublikation wurde in großzügiger Weise finanziell gefördert durch die Ernst von Siemens Kunststiftung, die Hessische Kulturstiftung und das Deutsche  Dokumentationszentrum für Kunstgeschichte - Bildarchiv Foto Marburg.
Das Buch erschien in Kooperation mit dem Deutsche Verein für Kunstwissenschaft e.V., der es in seine Reihe „Denkmäler deutscher Kunst“ aufgenommen hat.

Holzsichtiges Triptychon mit Heiligendarstellungen.
Bildarchiv Foto Marburg / Thomas Scheidt

Alle Objekte wurden kritisch überprüft. Zu vielen Retabeln konnten neue Erkenntnisse gewonnen werden, die sich in unser Bild von den Gestaltungskonventionen mittelalterlicher Retabel einfügen. Vielfach sind nun Zusammenhänge zwischen den Werken und ihren Auftraggebern genauer bestimmbar. Allerdings bleibt festzuhalten, dass oftmals fehlende Nachweise hinsichtlich der ursprünglichen liturgischen Zusammenhänge oder der Aufstellungsorte dazu führen, dass Fragen nach der Einordnung der Retabel in ihren Sakralraum und in größere historische Räume nicht oder nur mit großen Vorbehalten zu beantworten sind. Gegenwärtig können wir allenfalls in Einzelfällen Beziehungen zwischen Räumen, Werken, Künstlern und Stiftern benennen. Diese Relationen lassen jedoch keine ‚Kunstlandschaften‘ erkennen. Auch hat das Projekt keine Hinweise dafür gefunden, dass sich für das Untersuchungsgebiet kunstgeographisch kleinere Einheiten bestimmen lassen, die jenseits eines Bezugsrahmens zu definieren wäre, der durch ein Zentrum (Frankfurt a. M. im Spätmittelalter) und seine Ausstrahlung in seine nähere Umgebung markiert wurde.

An dem Projekt beteiligt waren das Kunstgeschichtliche Institut in Frankfurt (Prof. Dr. Jochen Sander, Städel-Professur), das Kunstgeschichtliche Institut in Marburg (Prof. Dr. Ulrich Schütte), das Kunstgeschichtliche Institut in Osnabrück (Prof. Dr. Klaus Niehr) sowie das Deutsche Dokumentationszentrum für Kunstgeschichte - Bildarchiv Foto Marburg (Prof. Dr. Hubert Locher, Dr. Christian Bracht, Dr. des. Xenia Stolzenburg). Sprecher des Projektes war Prof. Dr. Ulrich Schütte.

Projektleitung und Kontakt

Prof. Dr. Ulrich Schütte

Kunstgeschichtliches Institut der
Philipps-Universität Marburg
Tel. 0049 (0)6421-2823888 / 2824322 (Sekretariat)

Wissenschaftliche Mitarbeiterin

Angela Kappeler-Meyer M.A.
Tel. 0049 (0)6421-2824824
kappelea@staff.uni-marburg.de