Hauptinhalt

SFB-Forschungsprojekt "Architektonisch und bildmedial verfasste Sicherheitskonzeptionen in der Frühen Neuzeit"

Belagerungsplan der Stadt und Festung Mannheim, schwarzweiß.
Aigentliche vnd Perspectivische Contrafattur der ... Statt vnd Vhestung Mannheimb ... An: 1622 belagert vnd den 4. Novembr: hernacher erobert worden, Bamberg 1623.

Teilprojekt B02 im SFB/TRR 138: Dynamiken der Sicherheit. Formen der Versicherheitlichung in historischer Perspektive

Beteiligte Einrichtungen: Philipps-Universität Marburg, Justus-Liebig-Universität Gießen und Herder-Institut für historische Ostmitteleuropaforschung
Laufzeit: 2014-2017

Der Sonderforschungsbereich will untersuchen, wie sich in der Geschichte Vorstellungen von Sicherheit entwickelten und Teil politischer Prozesse wurden. Es geht um die Darstellung und die Herstellung von Sicherheit, um Vorgänge, die einander bedingen und deren Verhältnis in historisch unterschiedlichen Dynamiken und Prozessstrukturen erforscht werden soll.

Mannheim mit der Zitadelle Friedrichsburg als Stadtplan von Matthäus Merian, schwarzweiß.
Matthäus Merian, Topographia Palatinatus Rheni, 2

Das Teilprojekt wendet sich Vorstellungen und Wahrnehmungen von Sicherheit zu, die in der Frühen Neuzeit in besonderer Weise durch Architektur und Bildmedien konstituiert und repräsentiert wurden. Für die Planung und Erstellung äußerer und innerer Sicherheit kam der Architektur im Alten Reich eine erhebliche Bedeutung zur Abwehr kriegerischer Bedrohungen und zur Sicherung von öffentlichen Räumen (Stadt und Land) wie von privaten Lebensbereichen zu. Die Rationalität neuer Fortifikationsformen, des geometrisch definierten Bastionärsystems, bestimmte dabei nicht allein das Fachwissen der Architekten und Ingenieure, es prägte auch das Bild des Fürsten als kundigem Kriegsherrn. Im Teilprojekt sollen neben den jeweils spezifischen Architekturen auch die Bildmedien, ihr zeichenhafter Gebrauch im Kontext politisch-sozialer Kommunikation und die sie begleitenden Sicherheitsdiskurse bis gegen Ende des 18. Jahrhunderts untersucht werden. Dabei ist die Annahme grundlegend, dass Sicherheit einen wichtigen Platz im Rahmen der symbolischen Kommunikation besetzte und dass die Visualisierung von Sicherheit sich architektonischer Zeichen und unterschiedlicher Bildmedien bediente. Unter methodischen Gesichtspunkten ist dabei entscheidend, dass Gestaltung, Wahrnehmung und Nutzung von Architekturen, Räumen und Bildmedien nicht allein zweckhafte Handlungen ermöglichten, sondern zugleich semiotische Qualitäten besaßen, die einen kommunikativen Kontext voraussetzten. Die Errichtung von Bauwerken und der sie begleitende Einsatz unterschiedlicher Bildmedien blieben immer eingebunden in Konfliktpotentiale und Entscheidungsprozesse, in denen sich die Sicherheitsinteressen einzelner sozialer Gruppen und politischer Institutionen artikulierten.

Projektleitung

Prof. Dr. Ulrich Schütte
Kunstgeschichtliches Institut der
Philipps-Universität Marburg
Biegenstr. 11, D-35037 Marburg
Tel. +49 6421/28-23888 | 28-24322 (Sekretariat)
ulrich.schuette@uni-marburg.de

Wissenschaftliche Mitarbeiterin

Jessica Lingert M.A.
Kunstgeschichtliches Institut der
Philipps-Universität Marburg
Biegenstr. 11, D-35037 Marburg
Tel. +49 6421/28-23767
jessica.lingert@uni-marburg.de