23.10.2017 Filmreihe "Inszenierung von Recht im Film"

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Begleitend zur gleichnamigen Veranstaltung am Institut für Medienwissenschaft zeigen die Oberstadtkinos am Steinweg eine Reihe zur 'Inszenierung von Recht im Film‘. Dabei geht es in erster Linie um die Verbindung von politischer- und Rechtskultur wie auch deren Inszenierungen und Visualisierungen im Film.

Die Reihe beginnt mit Billy Wilders Film ZEUGING DER ANKLAGE, der wohl als der bekannteste Gerichtsfilm gilt. Einen Schwerpunkt legt die Reihe auf die Inszenierung deutscher Gerichtsfilme,  an denen die jeweiligen historischen Rechtsstandards abzulesen sind. Das gilt vor allem für den Film ICH KLAGE AN (1941), der im Sinne der Nazipropaganda die Euthanasie zu legalisieren suchte. Die Auseinandersetzung mit dem deutschen Faschismus findet sich ebenfalls in einigen Filmen aus den 1950er Jahren, in denen sich ost- und westdeutsche Geschichtsbilder gegenüberstehen und in denen die Kontinuität des Faschismus in Westdeutschland beklagt wird. Diese wird ebenfalls anhand der Biographie von Fritz Bauer nochmals verdeutlicht, der sich mit der Durchführung der Auschwitz Prozesse in den 1960er Jahren gegen den erheblichen Widerstand seiner Kollegen durchsetzen musste. In diesem Kontext zeigt die Reihe auch einige Filme, die sich mit den Nürnberger Prozessen und dem Prozeß gegen Adolf Eichmann auseinandersetzen.
Neben der Thematisierung des Faschismus und dessen rechtlicher Aufarbeitung  diskutiert die Reihe mit Stanley Kubricks CLOCKWORK ORANGE das Verhältnis von staatlicher und individueller Gewalt. Die Reihe endet mit Kathryn Bigelows ZERO DARK THIRTY, der von der Jagd auf Bin Laden berichtet. Erfreulicherweise haben sich Marburger Kollegen und Kolleginnen aus Rechts-, Geschichts- und Medienwisssenschaft bereit erklärt, jeden Film aus einer aktuellen Forscherperspektive einzuleiten. Damit bietet sich die Gelegenheit, sehr selten oder niemals aufgeführte Filme mit kompetenter Begleitung zu sehen.

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