28.09.2017 Workshop "Fan und Fragment" der AG Partizipations- und Fanforschung

Am 25.09.2017 findet am Institut der zweite Workshop der AG Partizipations- und Fanforschung der Gesellschaft für Medienwissenschaft statt.

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Am 25.09.2017 findet am Institut der zweite Workshop der AG Partizipations- und Fanforschung der Gesellschaft für Medienwissenschaft statt. Weitere Informationen zum Programm finden sich hier und alle Interessierten sind herzlich willkommen!

Zeit: 25.09.2017, 11:00 - 16:00 Uhr

Ort: Philipps-Universität Marburg, Wilhelm-Röpke-Str. 6 A, Raum 08A07

Organisation: Dr. Vera Cuntz-Leng, Dr. Sophie G. Einwächter & Dr. Vincent Fröhlich

Fragmente verweisen immer auf ein Ganzes: „Das Fragment, ob es sich von der Totalität abstößt oder auf sie integrativ bezieht, ist von ihr unabhängig nicht zu denken“ (Dällenbach/Hart Nibbrig). Fans wiederum verweisen oft darauf, dass sie Teil eines größeren Zusammenhangs sind, einer Gemeinschaft, die sich um den Text oder das Fanobjekt herum formiert hat, aber keineswegs als homogen zu verstehen ist: Soziale Dynamiken und Hierarchien tragen zur Diversifizierung, zuweilen auch Zersplitterung von Fangemeinschaften bei. Fans schätzen ein Werk, kennen es bis ins Detail, spielen in ihren Beiträgen mit dessen Bestandteilen und Charakteristiken sowie den Lücken, die das jeweilige Narrativ gelassen hat. Hierbei erschaffen sie einen „Meta-Text“ (Jenkins), der die Grenzen des Originals überschreitet und zu erweitern vermag. Das Unvollständige ist hierbei Chance und Bedrohung zugleich: So problematisch eine eingestellte Serie etwa für den Fortbestand einer Fangemeinschaft sein mag, so einladend mögen vernachlässigte Handlungsstränge auf Fanfictionschreibende wirken. Der Workshop lädt dazu ein, die Begriffe ‚Fan‘ und ‚Fragment‘ produktiv zusammenzudenken und zu operationalisieren: Welchen Status nehmen Fanbeiträge ein, wenn sie im Kontext eines gedachten Ganzen gesehen werden? Ist gar der Fragmentcharakter ontologischer Bestandteil des Bezugsbegriffs ‚Fan‘? Welche Erkenntnisse ergeben sich, wenn Fanbeiträge als ein ‚Auffüllen oder Ausfüllen‘ und damit als dezidiert fragmentarisch betrachtet werden?