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  • Foto: Lena Schick

Arbeitsgruppe Halbmayer

Konfliktanthropologie ist ein sich in den 1980er Jahren konstituierender Arbeitsbereich der Sozial- und Kulturanthropologie mit spezifischen Vorläufern in der Politischen Anthropologie, der Rechtsanthropologie und anthropologischen Kriegs- und Gewalt-Forschung.

Konfliktanthropologie betrachtet Konflikte und Gewalt als Teil gesellschaftlicher Prozesse, die in sozio-kulturelle Dynamiken eingebettet sind. Sie untersucht kulturelle Kodierungen, soziale Bedeutungen und gesellschaftliche Transformations-Potentiale von Konflikten und Gewaltformen. Mit ihrer charakteristischen Perspektive auf die Mikroebene, in deren Zentrum Menschen als konkrete Akteure, sowie ihre Vorstellungen und Praktiken stehen, macht Konfliktanthropologie soziale Phänomene sichtbar, die aus einer rein ethischen Makro-Perspektive nicht in den Blick kommen.

So thematisieren Forschungen am Fachgebiet Sozial und Kulturanthropologie u.a. Strategien und Praktiken der Konfliktvermeidung, -austragung und -beilegung; die Handlungsmöglichkeiten vermeintlich machtloser Gruppen und Zivilist*innen in Gewaltsituationen, die Form sozialer Proteste und von Widerstand; Friktionen, die aus translokalen Prozessen zwischen globalen und nationalen Normen und lokalen Praktiken und ihren sozio-kulturellen Ausdrucksformen resultieren, aber auch die Transformation von Sicherheitskonzeptionen und -praktiken nicht-staatlicher Akteure.