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Die besondere Archivalie

1517 erteilter Wappenbrief Kaiser Maximilian I. für Kanzler Johann Feige.
Foto: Barbara Krippner
1517 erteilter Wappenbrief Kaiser Maximilian I. für Kanzler Johann Feige. UniA Marburg Best. Urkunden 91 Nr. 284, 1517 Dezember 29. Abbildung aus dem Band: Katharina Schaal, Steffen Arndt (Hgg.), Kostbarkeiten aus der Geschichte der Philipps-Universität Marburg, Marburg 2009.

Johann Feige (geboren 1482 in Hessisch-Lichtenau, gestorben 1543 in Kassel) war nach einem zweijährigen Studium in Erfurt 1504 in hessische Dienste getreten. 1514 wurde er Kanzler der Landgräfin Anna. Als deren Sohn, Landgraf Philipp, 1518 für mündig erklärt wurde, bestätigte er Feige in seinem Amt, das dieser bis Ende 1542 versah. Feige nahm, wie auch schon unter Philipps Mutter, eine Stellung ein, die über den Geschäftsbereich der Kanzlei weit hinaus ging, und muss als politischer Berater und Vertreter bei wichtigen Missionen angesprochen werden. Er war wohl an Philipps Hinwendung zur Reformation nicht unbeteiligt und gilt auch als erster Kanzler der 1527 gegründeten Universität; eine offizielle Ernennung ist allerdings nicht bekannt. Er eröffnete sowohl die Universität als auch das Marburger Religionsgespräch zwei Jahre später. Die Erlangung des Privilegs Kaiser Karls V. für die Universität wird ihm ebenfalls zugeschrieben. 1517 erteilte Kaiser Maximlian I. Johann Feige den abgebildeten Wappenbrief, der vermutlich nicht auf dessen Antrag zurückging, sondern einen aus eigenem Antrieb erfogten Gnadenerweis darstellte.

Katharina Schaal

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