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Menseria 

Abbildung: HEIDE Architekten
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Die Universität Marburg baut auf dem Campus Lahnberge zum 500-jährigen Jubiläum eine neue Menseria.

Die Philipps-Universität Marburg baut im Zuge des Jubiläumsjahres eine Menseria im südlichen Bereich des Campus Lahnberge. Damit soll die Infrastruktur des Standorts nachhaltig zum 500-jährigen Bestehen der Universität gestärkt werden.

Die Menseria ersetzt „Mo`s Diner“ im Mehrzweckgebäude. Sie soll die gastronomische Versorgung auf dem Campus insgesamt verbessern und die große Distanz zwischen der Mensa im nördlichen Teil und den Instituten im Süden überbrücken. Mit dem Neubau der Menseria sowie der später folgenden Neugestaltung des Außenbereichs soll ein lebendiger Ort entstehen, der über das reine Essensangebot hinaus zum Verweilen, Lernen und Erholen einlädt. Damit geht die Menseria weit über die bisherige Funktion der Cafeteria „Mo’s Diner“ hinaus. 

Für den Neubau der Menseria ist eine Nachhaltigkeitsbewertung auf Basis des Bewertungssystem Nachhaltiges Bauen „BNB“ erfolgt. In Anlehnung dieses System ist die Auszeichungsstufe „Silber“ geplant.

Standort

Der Standort liegt zentral auf dem Campus Lahnberge - zwischen dem Altbau Biologie und dem Neubau Chemie. Diese Lage fördert die Interaktion zwischen verschiedenen Fachbereichen und schafft einen lebendigen Treffpunkt auf dem Campus. Der Standort wurde in einem Workshop und in Abstimmungen aller Beteiligten – der Stadt, der Universität, den Nutzer*innen - festgelegt. Im Zuge der aktuellen Fortführung des Masterplans Campus Lahnberge wird die Freianlage in unmittelbarer Nähe zum Neubau ebenfalls beplant und attraktiv ausgestaltet.

Architektur und Design

Der Neubau wird zweigeschossig mit Erdgeschoss und Untergeschoss realisiert. Das Erdgeschoss erhält eine umlaufende Holz-Glasfassade mit feststehenden, raumhohen Fassadenelementen unter einem weit überstehenden Dach. Großformatige Fensterflächen bilden eine in weiten Teilen verglaste Fassade, die punktuell durch geschlossene Paneele ergänzt wird. Der Fassade vorgesetzt ist ein umlaufender, überdachter Balkon, eine Terrasse, die zum Grünraum von einem Geländer und einen semitransparenten umlaufenden Holzlamellen-Sonnenschutz räumlich umschlossen wird. Im Untergeschoss ist das Gebäude wegen der Hanglage dreiseitig in das Gelände eingebunden. Die offen liegenden Bereiche tragen eine Vorsatzschale aus Stahlbeton. Der südliche untere Eingangsbereich hat großzügige Öffnungen mit Blickbezügen in das untere Foyer und auf die Freitreppe in den Gastraum. 

Im Erdgeschoss sind von innen nach außen drei Bereiche untergebracht: ein zentraler Küchen- und Ausgabeblock, ein um diesen Block umlaufender Gastraum von ca. 250 m² für rund 160 Plätze, sowie ein an den Gastraum anschließender, umlaufender, teilweise frei auskragender Balkon/ Umgang mit ca. 230 m² und einer Freifläche nach Norden.

Im Untergeschoss sind die Anlieferung, Lagerflächen (Trockenlager, Kühl- und Tiefkühlräume), Küchenbereiche, Technikflächen sowie Personalräume und Sanitärbereiche untergebracht.

Konstruktion 

Die tragende Konstruktion des EG besteht aus Holzstützen mit einer aufgelagerten Holz-Flach-decke. Der Küchenkern, der der inneren Lastabtragung des Daches dient, ist aus Stahlbeton. Alle Außenwände des UG werden als Stahlbetonwände mit Wärmedämmung ausgeführt, außerhalb der Geländeeinbindung mit vorgesetzter Betonvorsatzschale. Im Inneren des UG werden tragende und nichttragende Wände aus Kalksandstein, Stahlbeton sowie teilweise in Trockenbauweise (Gipskarton) ausgeführt. Fensterkonstruktionen bestehen aus Holzrahmen mit Dreifachverglasung. Das Flachdach wird mit Gefälledämmung und Bitumenabdichtung hergestellt, es erhält eine extensive Begrünung sowie durchgängig eine Photovoltaikanlage. Die Dachentwässerung erfolgt über umlaufende Kastenrinnen und angeschlossene Fallrohre. 

Technische Gebäudeausrüstung 

Die Beheizung erfolgt über eine aktivierte Stahlbetondecke (Betonkernaktivierung). Für die Lüftung werden zentrale Lüftungsgeräte mit Wärmerückgewinnung eingesetzt, die insbesondere Küche und Gastraum versorgen. Wärmepumpe, Rückkühler und Kälteerzeugung werden westlich neben dem Gebäude in einer Geländenische versteckt außerhalb des Gebäudes aufgestellt Die regenerative Energieversorgung wird durch eine Photovoltaikanlage mit ca. 240 m² Modulfläche ergänzt. Das Gebäude ist mit einem Aufzug ausgestattet, der Personen- und Warenverkehr ermöglicht und die barrierefreie Erschließung sicherstellt. 

Speisen-Angebot

Frühstück: Es wird ein vollwertiges Frühstücksangebot mit frischen Brötchen, Aufschnitt, Käse, Joghurt, Obst und verschiedenen Getränken (Kaffee, Tee, Säfte) bereitgestellt. Besondere Berücksichtigung finden auch vegetarische und vegane Optionen.

Snacks: Ein reichhaltiges, gesundes Snackmenü, das saisonale und regionale Produkte berücksichtigt. Dazu zählen Salate, Wraps, Smoothies und kleine warme Gerichte, die in der Menseria-eigenen Küche zubereitet werden.

Kaffee, Kuchen und Gebäck: Kaffeespezialitäten, frisch gebackene Kuchen und Gebäck, die täglich wechseln, um Abwechslung zu bieten und lokale Bäckereien zu unterstützen.

Die Menseria in Zahlen: 

  • Baubeginn: September 2026
  • Geplante Fertigstellung: 2027
  • Geplante Kosten: 6,8 Millionen Euro
  • Nutzfläche: Gastraum ca. 250 m², umlaufender, teilweise überdachter Balkon ca. 230 m²
  • Bauherr: Land Hessen vertreten durch die Philipps-Universität Marburg
  • Projektleitung: Philipps-Universität Marburg, Dezernat IV
  • Entwurf und Planung: Ferdinand Heide Architekten Planungsgesellschaft mbH