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Lecture series History of Science Colloquium
We cordially invite you again to our "History of Science Colloquium". The events always take place on Wednesdays at 18:15 and can be followed on site in the lecture hall of the Institute of the History of Pharmacy and Medicine (Roter Graben 10, 35037 Marburg) and online via BigBlueButton. If you are interested in participating online, please contact our secretariat.
29. April 2026
Temitope Christopher Fagunwa, PhD
Residual Histories and the Medieval Formation of Black Representation in European Pharmacy
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This lecture examines the emergence and diffusion of “Moor-head” imagery in European apothecary culture, arguing that its consolidation must be understood through three intertwined developments; the medieval Mediterranean spice trade, the circulation of pharmaceutical knowledge, and the representational culture of the Hohenstaufen court of Frederick II in Sicily. First, it traces Mediterranean and Indian Ocean trade networks, through which pepper, cinnamon, cloves, saffron, myrrh, and other medicinal substances circulated, forming the material basis of medieval European pharmacy. Second, it explores translation movements and scholarly exchanges that connected Greek, Latin, and Islamic intellectual traditions, enabling the transmission of pharmacological knowledge. Third, it situates Frederick II’s court as a cosmopolitan imperial centre where visual and heraldic representations of Black figures gained prominence within a Mediterranean political imagination. While prior scholarship has focused on early modern guild traditions, heraldic usage, or later racial interpretations, no sustained study has linked Black imagery in pharmacy to Frederick II’s courtly culture or Sicilian spice commerce. By cross-referencing relevant pharmacological manuscripts, medieval trade records, and visual sources, this lecture reconstructs the material flows and symbolic practices that shaped the medieval formation of Black representation in European pharmacy. In doing so, it addresses a historiographical lacuna and contributes to broader discussions in the history of science, material culture, and the formation of European commercial traditions.
06. May 2026
Dr. Maximilian Buschmann
Die Erfindung des Hungerstreiks. Eine transnationale Geschichte, 1880-1950
27. May 2026
Prof. Dr. Michael Hölscher
„Und die Blätter des Baumes dienen zur Heilung der Völker“ (Offb 22,2). Medizin und Macht in der Johannesoffenbarung
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Von „apokalyptischen Szenen“ oder „apokalyptischen Ausmaßen“ ist heute sehr schnell die Rede, wenn es darum geht, die verheerenden Ausmaße von Großschadensereignissen oder Naturkatastrophen zu beschreiben. Obwohl die Bezüge zur apokalyptischen Literatur nicht von der Hand zu weisen sind, gerät bei diesen Vergleichen doch die positive, ja verheißungsvolle Seite der apokalyptischen Texte leicht in Vergessenheit. Der Vortrag untersucht die Metaphorik von Heil und Heilung in der Apokalypse des Johannes. Das Bildfeld wird dort als positives Gegenkonzept für zahlreiche Krankheiten und Katastrophen etabliert und ist eng mit dem Machtdiskurs verbunden, der in diesem letzten Buch des neutestamentlichen Kanons verhandelt wird.
17. June 2026
Dr. Janina Wellmann
-tba-
24. June 2026
Prof. Dr. Peter Imming
Pharmazeutisch unterwegs in Äthiopien, Botsuana und Tansania – Menschen, Pflanzen, Tiere, Heiler, Laboratorien
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Das mehrjährige BMBF- und DAAD-geförderte Projekt Tri-Sustain (https://trisustain.uni-halle.de/) verfolgte das Ziel, nachhaltige Lösungen für bioökonomische, ökologische und therapeutische Herausforderungen in Subsahara-Afrika (SSA) zu entwickeln. Die traditionelle Medizin besitzt in SSA eine hohe gesellschaftliche Bedeutung. Der Vortrag wird die vielfältigen und interessanten Erlebnisse und Ergebnisse vorstellen sowie Folgeprojekte. Interdisziplinarität, Interkulturalität und Diversität waren essentiell und erweiterten den pharmazeutischen Horizont nicht nur geographisch. Bilder und Videoclips werden der Veranschaulichung dienen.
01. July 2026
Dr. Loïc Lutz
-tba-
15. July 2026
Claudia Weiß, M.A.
Alchemie und Pietismus. Alchemische Praxis am Halleschen Waisenhaus im 18. Jahrhundert
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Der Vortrag stellt das derzeit an den Franckeschen Stiftungen zu Halle laufende, von der DFG geförderte Forschungsprojekt zu den alchemischen Praktiken der großangelegten Medikamentenherstellung am Halleschen Waisenhaus im 18. Jahrhundert vor. Die von August Hermann Francke Ende des 17. Jahrhunderts gegründete Institution mit Schulen und Versorgungseinrichtungen für Kinder aller Stände entwickelte sich zu einem Zentrum des Pietismus mit internationaler Vernetzung und globalem Aktionsradius. Im Projektfokus stehen die hierzu gehörigen pharmazeutischen Einrichtungen: die Waisenhaus-Apotheke und die Medikamenten-Expedition mit ihren Laboratorien zur Arzneimittelentwicklung sowie -produktion und dem damit verbundenen weltweiten Versandhandel. Basierend auf neuen methodischen Ansätzen der Wissensgeschichte wird nach dem wechselseitigen Verhältnis von Alchemie und Pietismus gefragt. Zudem wird mit dem Halleschen Waisenhaus ein für die Alchemiegeschichtsforschung neuer Ort alchemischer Praxis (neben der beispielsweise besser erforschten Alchemie an Höfen) untersucht, was neue Perspektiven auf das Thema ermöglicht.
Status of information: March 2026