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Durch die rosarote Brille gesehen: Die neuronale Verarbeitung sprachlicher Ausdrücke für innerpsychische Zustände mit figurativen und nicht-figurativen Mittelnrosarote Brille

 

Christina Kauschke, Marburg und Arne Nagels, Mainz

 

Die Verbalisierung von Emotionen und anderen inneren Zuständen verläuft häufig über figurative sprachliche Mittel, z.B. über Metaphern wie „durch eine rosarote Brille sehen“. Das figurative Element führt dabei durch die Anbindung an eine sinnliche Erfahrung zu einer Konkretisierung und Intensivierung des abstrakten Inhalts. Die zentrale Frage des geplanten Projekts ist, wie Menschen figurative Mittel zur Versprachlichung von inneren Zuständen verarbeiten, welche neuronalen Prozesse dabei involviert sind und inwieweit Störungen des affektiven oder des sprachlichen Verhaltens und Erlebens die Verarbeitung beeinflussen. Dabei sind klinische Gruppen besonders interessant, bei denen aufgrund von Besonderheiten ihrer Emotions- und/oder Sprachverarbeitung Unterschiede zu gesunden Proband/innen zu erwarten sind. In dem geplanten Projekt sollen daher zunächst Patient/innen mit einer klinischen Depression untersucht werden. Dafür sind zwei experimentelle Aufgaben vorgesehen (Satzvervollständigung und Bewertung des figurativen Gehalts einer Äußerung), deren Bearbeitung in vivo mittels funktioneller Magnetresonanztomografie (fMRT) erfasst wird. Damit soll Einsicht in die neuronalen Korrelate während der Sprachverarbeitung gewonnen werden, wobei von besonderem Interesse ist, ob sich bei Vorliegen einer Depression veränderte Verarbeitungsmuster zeigen. Die zu erwartenden Erträge des Projekts liegen in einem Zugewinn an Informationen über die Repräsentation figurativer Sprache im Gehirn und an Informationen über die neurobiologischen Grundlagen der veränderten Emotions- und Sprachverarbeitung bei den jeweiligen Untersuchungsgruppen. Perspektivisch können die Ergebnisse auch klinisch nutzbar gemacht werden, z.B. durch den gezielten Einsatz von metaphorischen Elementen in der Therapie oder für eine zielgruppengerechte Aufklärungsarbeit.

Dieses DFG-geförderte Projekt startet im Herbst 2017.

Achtung: Derzeit ist eine Stelle als wissenschaftliche/r Mitarbeiter/in in diesem Projekt ausgeschrieben: Stellenausschreibung
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Zuletzt aktualisiert: 16.09.2017 · Frank Domahs

 
 
 
Fb. 09 - Germanistik und Kunstwissenschaften

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Tel. +49 6421/28-24692, Fax +49 6421/28-24558, E-Mail: german@staff.uni-marburg.de

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