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Autismusspezifische Diagnostik

Screening-Verfahren

Verschiedene Screening Verfahren dienen zu einer ersten Abklärung:

  • Checklist for Autism in Toddlers (CHAT) (Baron-Cohen et al., 1992)
  • Fragebogen über Verhalten und soziale Kommunikation (FSK) (Bölte et al., 2000)
  • Marburger Beurteilungsskala zum Asperger-Syndrom (Remschmidt & Kamp-Becker, 2006)
  • Skala zur Erfassung von Autismusspektrumstörungen bei Minderbegabten (Kraijer & Melchers, 2003)
  • Autism Spectrum Disorder in Adults Screening Questionnaire" (ASDASQ) (Nylander & Gillberg, 2001)

Anamnestisches Interview für autistische Störungen

Mit den wesentlichen Bezugspersonen (in der Regel die Eltern oder den Bezugspersonen, die mit dem Kind/Jugendlichen in der frühkindlichen Entwicklung überwiegend Kontakt hatten) wird ein anamnestisches Interview durchgeführt, welches zu detaillierten Beschreibungen des Verhaltens und Erlebens des betroffenen Kindes/Jugendlichen führen soll, sowohl in Bezug auf die ersten Lebensjahre, als auch in Bezug auf die aktuelle Entwicklung. Hierzu ist es hilfreich, wenn die Auskunftspersonen sich vor der Vorstellung in der Klinik noch einmal sehr umfassend an die ersten Lebensjahre des betroffenen Kindes/Jugendlichen erinnern, z.B. indem sie sich alte Fotos, Videofilme oder andere Erinnerungshilfen anschauen.
Folgende Bereiche werden abgefragt:

  • Schwangerschaft, Geburtsverlauf
  • Frühkindliche und aktuelle Entwicklung bezüglich
    • Spracherwerb, Sprachverständnis
    • Sprachauffälligkeiten
    • Nonverbale Kommunikation
    • Kommunikatives Verhalten
    • Soziale Interaktion, Kontaktverhalten
    • Spielverhalten und Interessen
    • Weitere Auffälligkeiten
    • Entwicklungsverlauf usw.
  • Familienanamnese

Gegebenenfalls wird auch ein standardisiertes Interview eingesetzt (Autism Diagnostic Interview-R, Lord et al., 1994; Rühl et al., 1995).

Autism Diagnostic Observation Schedule - Generic (ADOS-G)

adosbildUnbedingt notwendig für eine autismusspezifische Diagnostik ist eine genaue Verhaltensbeobachtung des betroffenen Patienten. Das ADOS ist ein halbstrukturiertes Beobachtungsinstrument zur Erfassung der Kommunikation, der sozialen Interaktion und des Spielverhaltens oder Phantasiespiels mit Gegenständen bei Kindern/ Jugendlichen, bei denen eine autistische Störung vermutet wird (Lord et al., 2000; Rühl et al., 2004). Es zielt darauf ab, die sozialen, sprachlichen und kommunikativen Verhaltensweisen zu erfassen, die für die Diagnose einer tiefgreifenden Entwicklungsstörung relevant sind.

Es werden gezielt soziale Situationen erzeugt, in denen ein bestimmtes Verhalten mit großer Wahrscheinlichkeit auftritt. Durch die Kombination von strukturierten Aktivitäten (z.B. mit Materialien) mit weniger strukturierten Interaktionen kann ein standardisierter Untersuchungsrahmen für die Beobachtung der sozialen, kommunikativen und sonstigen Verhaltensweisen vorgegeben werden.

Das Beobachtungsinventar besteht aus vier Modulen, jedes geeignet für Kinder, Jugendliche und Erwachsene unterschiedlichen Entwicklungsniveaus und unterschiedlicher sprachlicher Entwicklungsstufen.

  • Modul 1: für vorsprachliche oder nur einzelne Worte sprechende Kinder
  • Modul 2: für Kinder, die über eine gewisse flexible Sprache in Sätzen verfügen
  • Modul 3: für (ältere) Kinder, die fließend sprechen und noch Interesse an Spielsachen zeigen
  • Modul 4: Jugendliche und Erwachsene.

 

 

Zuletzt aktualisiert: 17.02.2009 · goye

 
 
 
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