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Exekutive Funktionen

Dieser Begriff umfasst äußerst verschiedenartige und ungemein komplexe kognitive Prozesse. Exekutive Funktionen kommen immer dann ins Spiel, wenn wir Handlungen planen oder Absichten/Ziele über mehrere Schritte (und Hindernisse) hinweg verfolgen. Gemeint sind mentale Prozesse höherer Ordnung, denen in der Literatur Begriffe wie Antizipation, Planung, Handlungsorientiertheit, kognitive Flexibilität/Umstellungsfähigkeit, Koordinierung von Informationen/Prozessen, Sequenzierung und Zielüberwachung zugeordnet werden.

Bei Grundschulkindern wird das Zoo-Spiel verwendet, um die Planungsfähigkeit zu überprüfen.

Bei älteren Kindern und Jugendlichen kommt hierfür der Turm von Hanoi/London zum Einsatz. Dies ist ein neuropsychologischer Test zur Erfassung von Planungs- und Problemlösefähigkeiten, mit dem zeitlich-sequenziell abhängige Verhaltensweisen untersucht werden können. Um das Ziel zu erreichen, muss eine Anzahl unterschiedlich großer Scheiben von einem Anfangsstab auf einen von zwei möglichen Zielstäben gesetzt werden, wobei in einem Zug nur jeweils eine Scheibe bewegt und nie eine größere auf eine kleinere gesetzt werden darf. Der Proband muss dabei in der Lage sein, verschiedene Zwischenschritte einzuplanen.

Um die kognitive Flexibilität, einen anderen Teilaspekt der Exekutiven Funktionen, zu erfassen, wird entweder das Kartensortierverfahren (für Erwachsene) oder der Kognitive Flexibilitäts-Test (für Kinder und Jugendliche) verwendet. Beide sind deutsche, modifizierte Versionen des Wisconsin-Kartensortiertests und werden am Computer bearbeitet. Dazu sind drei einfache Spielregeln flexibel anzuwenden (Kann der Proband eine nicht mehr gültige Regel verwerfen und unverzüglich die aktuell gültige Regel erkennen und anwenden?).

Die Testbatterie Behavioral Assessment of the Dysexecutive Syndrome for Children (BADS-C) soll eine verhaltensorientierte Erfassung des "Dysexekutiven Syndroms" (DES) ermöglichen. Zielsetzung ist im Besonderen die Vorhersage von Alltagsschwierigkeiten, die sich aus dem DES ergeben können. Mit 5 Subtests und einem Fragebogen mit 20 Items (Fremdeinschätzung) werden Planungs- und Handlungseigenschaften realitätsnah erfasst. Erfasst werden folgende Aspekte: Flexibilität und Perseverationen, Problemlösefähigkeiten, Sequenzierung (Zergliederung von Aufgaben), Nutzung von Feedback, Handlungsplanung, Impulsivität und Instruktionsbefolgung.

 

Zuletzt aktualisiert: 18.02.2009 · goye

 
 
 
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