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Früherkennung

Kinder mit autistischen Störungen fallen meist vor allem wegen ihrer gestörten Kommunikation auf: Manche Kinder sprechen nicht und versuchen auch nicht, sich non-verbal durch Mimik und Gestik zu verständigen. Häufig bestehen auch weitere, jedoch sehr unspezifische Probleme, wie beispielsweise häufiges Weinen („Schreibaby“), Schlafstörungen, Unruhe, Störungen der Nahrungsaufnahme usw.  Eine sichere Diagnose ist  bei Störungen des autistischen Spektrums nicht vor dem 2.  Lebensjahr möglich.  So zeigte sich, dass mit einem Screening-Verfahren (Checklist for Autism in Toddlers, CHAT) für den Altersbereich zwischen 18 Monaten und 3 Jahren zwar eine hohe Spezifität (98%) erreicht wurde, die Sensitivität hingegen sehr gering ausfiel (<40%) (Baird et al., 2000). Anhand einer differenzierten klinischen Diagnostik lässt sich jedoch eine gute Stabilität für die Diagnose des frühkindlichen Autismus konstatieren.

Einige Studien zeigen, dass von Eltern von Kindern mit   Asperger-Syndrom erste Symptome im Alter von 3 Jahren beobachtet wurden, die Diagnose aber erst im Alter von 11 Jahren gestellt wird.  Viele Kinder mit Asperger-Syndrom erhalten zunächst andere Diagnosen, wie z.B. die einer Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung (ADHS). 

Woran erkennt man nun erste Symptome eines Asperger-Syndroms? Bei welchen Auffälligkeiten ist eine weiter differenzierte Diagnostik notwendig?
Die Symptomatik autistischer Störungen variiert erheblich und hängt vom Entwicklungsstand des Kindes ab.   Auffälliges, abnormes Verhalten sowie die Abwesenheit von einigen normalen Verhaltensweisen sind notwendig für die Diagnosestellung. Es gibt jedoch nicht „ein einziges“ spezifisches Symptom, sondern die Diagnose setzt sich aus einer Kombination bestimmter Verhaltensaspekte zusammen, deren spezifisches Kriterium ist, dass diese Symptomatik ein grundlegendes Merkmal dieses Kindes seit frühester Kindheit und in allen Situationen ist.  In der Tabelle 1 werden die Symptome aufgelistet, die eine weitere Diagnostik – am besten durch eine spezialisierte Einrichtung - erforderlich machen. Neben den Frühsymptomen für den frühkindlichen Autismus werden die ersten Auffälligkeiten des Asperger-Syndroms genannt.

Tab. 1 - Frühsymptome

Warum sollte die Diagnose möglichst früh gestellt werden und ab welchem Alter ist dies möglich?
Durch spezialisierte Einrichtungen ist eine sichere Diagnose autistischer Störungen ab dem Alter von 2 Jahren möglich. Insbesondere bei milderen Formen – wie beispielsweise dem Asperger-Syndrom – kommt es bei nicht ausreichender klinischer Erfahrung zu Fehldiagnosen.  Es ist unstrittig, dass ein frühes Erkennen und demzufolge frühe Behandlung bei allen autistischen Störungen für die Prognose bestimmend ist, sowohl in Bezug auf Sprachvermögen wie auch auf Beziehungsfähigkeit und Selbständigkeit im Alltag.  Daher ist die Früherkennung von autistischen Störungen ein besonderes Anliegen  unserer Spezialambulanz.



Zuletzt aktualisiert: 17.02.2009 · Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie

 
 
 
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