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Die lokale Verankerung globaler Institutionen. Eine vergleichende Untersuchung von Gesundheitsprogrammen zu HIV/Aids und reproduktiver Gesundheit


Health Centre in Cambodia

Lokale Lebenswelten werden in zunehmendem Maße von globalen Institutionen durchdrungen und dadurch ihrer kulturellen Selbstverständlichkeit beraubt. Dies gilt vor allem auch für solche Gesellschaften, die in kultureller Hinsicht lange Zeit nicht von der westlichen Moderne geprägt waren. Was passiert nun, wenn im Rahmen der Entwicklungszusammenarbeit globale Institutionen des Gesundheitssektors auf solche lokalen Kontexte treffen? Dieser Frage widmet sich das Forschungsprojekt, das dabei insbesondere Aushandlungsprozesse und Konflikte zwischen den verschiedenen Akteuren in den Mittelpunkt rückt, die an der Lokalisierung globaler Institutionen beteiligt sind. Beispiele für solche Akteure sind internationale Organisationen, Nichtregierungsorganisationen, Regierungen und staatliche Einrichtungen, aber auch Interessenverbände und lokale Bürgerinitiativen bis hin zu Entwicklungsexpertinnen und -experten, Berufsgruppen und Patientinnen und Patienten.

 

Zu den globalen Institutionen, die in dem Projekt im Fokus stehen, gehören zum einen Menschenrechts- und Gendernormen und zum anderen biomedizinisches Wissen zu HIV/Aids und reproduktiver Gesundheit. Unter Institutionen verstehen wir dabei kulturelle Regeln, die bestimmten Einheiten und Handlungen kollektiven Sinn und Wert verleihen und dadurch dauerhafte, unhinterfragt geltende und deshalb erwartbare Muster sozialen Handelns hervorbringen. Während normative Institutionen Werte und Glaubenssysteme verankern, stellen kognitive Institutionen ein selbstverständlich geltendes Wissen bereit, das sich in Skripten und kollektiv geteilten Deutungsmustern manifestiert. 

Neben den Prozessen der Lokalisierung soll auch untersucht werden, inwiefern sich durch die - vermutlich gesellschaftlich umstrittene - Implementierung globaler Normen und Wissensstandards die tatsächliche institutionelle und individuelle Praxis (bspw. neue gesetzliche Regelungen bei der Patientenversorgung, Normwandel in Bezug auf Sexualerziehung oder die Einführung medizinischer Diagnoseverfahren) verändert.

 

Die empirische Forschung wird in drei Ländern durchgeführt: Kambodscha, Kirgisistan und der Ukraine. So soll die Wirkkraft von Institutionen bzw. die Aushandlungsprozesse von Normakteuren in drei möglichst diversen - lokalen - gesellschaftlichen Kontexten untersucht werden.

 

Fritz Thyssen Logo

 

 

Das Projekt ist von der  Thyssen-Stiftung finanziert und läuft zunächst von 2013-2016.

 

 

Zuletzt aktualisiert: 03.02.2016 · Poenisch

 
 
 
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