Forschungsschwerpunkte
Französische und iberoromanische Literatur der frühen Neuzeit
Frühneuzeitliche ‘Literatur’ konstituiert sich an
der Schnittstelle von gesellschaftlicher Erfahrung und Imaginärem. Sie
artikuliert und reflektiert Krisen- und Umbruchsphänomene des 15.-17.
Jahrhunderts wie die Säkularisierung, die beginnende funktionale
Differenzierung und Subjektivitätsansprüche des Individuums zunehmend
nach ihren eigenen Formen, Medien und Kommunikationssituationen, die
wiederum durch einen gesellschaftlichen Bedarf nach entpragmatisierter
Reflexion hervorgebracht werden. Der Forschungsschwerpunkt liegt auf
der Verhandlung von Subjektivität (z.B. Moralistik, Mystik, rhetorische
Anthropologie, Bildlichkeit) und alternativen Ethiken bzw.
Anthropologien (soziale Interaktion, Freundschaft, selbstreferentielle
vs. dialogische Ethik) in literarischen Kommunikationssituationen.
Diese Themen werden im Fadenkreuz diskursgeschichtlicher und
medienanthropologischer Koordinaten aufgegriffen. Leitend ist die Frage
nach gemeinsamen oder eben unterschiedlichen Wegen der spanischen /
iberoromanischen und der französischen Literatur in die Neuzeit.
Spanische Kultur seit 1975
Den Mittelpunkt des Interesses bildet die spanische Gegenwartskultur (Literatur, Film, Medien, Intellektuelle, Politik) im Spannungsfeld von nachfrankistischer Modernisierung und postmoderner Gesellschaft, von demokratischer Selbstfindung und Globalisierung. Im Zentrum steht einerseits die Spezifizität der kulturellen, intellektuellen und politischen Diskurse und Habitus der vergangenen 30 Jahre in Spanien und andererseits ihr Symptomwert für die postmodernen Gesellschaften im zusammenwachsenden Europa.

