Freunde des Museums für
Kunst und Kulturgeschichte
Marburg e. V.
(Bis April 2010 lautete der Name unseres Vereins "Freunde des Marburger Universitätsmuseums e.V.")
Willkommen bei begeisterten Kunstinteressierten und Freunden der Stadt Marburg! Gemeinsam engagieren wir uns für die Weiterentwicklung des Museums für Kunst und Kulturgeschichte der Philipps-Universität Marburg. Als Förderverein können wir seit 1988 besonders wirksame Unterstützung leisten. Dazu haben sich uns bereits über 150 Mitglieder angeschlossen. Wir freuen uns über jeden neuen Freund, dessen Interesse oder Unterstützung wir für diese schöne Marburger Einrichtung gewinnen können.
Wir fördern die Kunst und Kulturgeschichte in Marburg
Unsere Förderleistungen umfassen viele Bereiche:
- Ankauf neuer Kunstwerke,
- Unterstützung der wissenschaftlichen Bearbeitung der Sammlungen,
- Finanzierung von Publikationen, Unterstützung der Präsentation von Sonderausstellungen,
- Kunst-Events (Nacht der Kunst, thematische Matineen),
- Präsentationen besonderer Werke,
- Verbesserung der Museumsausstattung.
Neue Sitzbänke für das Museum im Ernst-von-Hülsen-Haus wurden 2009 durch die „Freunde des Marburger Universitätsmuseums“ gestiftet. Sie laden ein zum Verweilen vor ausgewählten Kunstwerken. Im Übrigen können Sie sich Ihren persönlichen Hocker anfertigen lassen: Das Messingschild nennt Ihren Namen, wenn Sie die Produktionskosten von 350 Euro für einen Hocker übernehmen - und hier sehen Sie auch unsere Bänke und Hocker.
Museum für Kunst und Kulturgeschichte im Ernst-von-Hülsen-Haus
1926/27 errichtete man zur 400-Jahr-Feier der Philipps-Universität Marburg einen „Jubiläumsbau“ mit Museum und Gemäldegalerie. Das architektonische Kleinod mitten im Herzen Marburgs vereint Stilelemente des Neoklassizismus und Art Déco und wurde später nach dem damaligen Universitätskurator Ernst von Hülsen (1875–1950) benannt. Zahlreiche Porträts Marburger Professoren dokumentieren seit dem 17. Jahrhundert die enge Verbindung zwischen Museum und Universität.
Als Mitbegründer des Museums war Kunstgeschichtsprofessor Richard Hamann (1879–1961) maßgeblich an der Idee beteiligt, ein neuartiges, gemeinsames Institut für alle Kunstwissenschaften und verwandten Disziplinen zu bauen. So entstand ein Kulturzentrum für die gesamte Bevölkerung. Kunstschätze, die in unserer Region unvergleichlich sind, laden zum ausgedehnten Rundgang ein – in unmittelbarer Nähe zum Universitätsbetrieb. Das Haus bietet mit einer umfangreichen Sammlung von Gemälden, Papierarbeiten und Skulpturen einen Überblick von 1500 bis zur Gegenwart.
Höhepunkte der Sammlung
Das Gemälde „Adam und Eva“ des flämischen Malers Louis Finson gehört seit 1978 zu den bemerkenswertesten Schätzen. Bei restauratorischen Maßnahmen im Museum kam eine Signatur hervor, die belegt, dass Finson diese großformatige Szene 1610 in Neapel schuf. Nur wenige Museen in Deutschland verwahren Werke dieses Künstlers – einer der ersten nicht italienischen Maler, die von Caravaggio geprägt wurden. Erst der richtige Rahmen vollendet das Werk: Die „Freunde des Marburger Universitätsmuseums“ stifteten 2008 eine Sonderanfertigung nach historischen Vorlagen. Der neue Rahmen lässt das Bild deutlicher hervortreten und unterstreicht zudem seine kunsthistorische Bedeutung.
Das „Abendmahl in einer hessischen Dorfkirche“ (1891/92) von Carl Bantzer befindet sich seit 1934 als Dauerleihgabe aus der Berliner Nationalgalerie im Marburger Museum und konnte 1968 erworben werden. Bantzer gehört wie auch Otto Ubbelohde zum Kreis der Willingshäuser Malerkolonie, deren Kunst in Marburg als besonderer Sammelschwerpunkt gepflegt wird.
Die Kunst nach 1945 ist mit vielen repräsentativen Werken vertreten. Mit „Der Rosenhügel Bitternis“ von Bernard Schultze finden Sie einen herausragenden Vertreter des Informel. Er gehört zu den Gründern der Künstlervereinigung Quadriga, der Kerngruppe der deutschen abstrakten Malerei. Seine ausgeprägt farblichen Werke inspirieren und verleiten zu immer neuen Assoziationen. Er war dreimal auf der documenta vertreten.
Dieter Krieg gehört zu den stärksten, zugleich eigenwilligsten Malern seiner Generation. Er erregte durch den radikalen Malstil Aufsehen. So gehört das Bild „ohne Titel (Holland)“ auch im Marburger Museum zu den Werken mit großer Publikumsresonanz. Dieter Krieg repräsentiert in besonderer Weise Künstlergruppen der Gegenwartskunst mit eigenständigen, individuellen Profilen. Zahlreiche wertvolle Auszeichnungen begleiten seine Entwicklung. Krieg zählt zu den wichtigen Malern der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts.
Museum für Kunst und Kulturgeschichte im Landgrafenschloss
Im Wilhelmsbau des Landgrafenschlosses – der ersten Residenz der hessischen Landgrafen – werden auf fünf Stockwerken Bestände des Universitätsmuseums aus folgenden Themenbereichen präsentiert: Vor- und Frühgeschichte, Kirchliche Kunst, Landesherrschaft, Bürgerliches Wohnen, Ländliche Kultur. Zu den Höhepunkten der Sammlung gehören Grabfunde von Amöneburg, Exponate aus der Marburger Elisabethkirche wie Lettner-Figuren, Glasfenster und die Schutzhülle des Elisabethschreins. Von einzigartiger Bedeutung ragt ferner die Sammlung heraldischer Wappenschilde aus dem 13. bis 15. Jahrhundert hervor, die den größten erhaltenen Bestand an frühen Originalschilden in Europa darstellt.

