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Neue ideengeschichtliche Politikforschung - NiP

Eulen mit Blick auf Betrachter / schwarz-weiß Fotografie mit orangem Unterstrich
Foto: Christian Stein.

Die Reihe versammelt vorrangig Studien, deren Fragestellung und Gegenstand das fächerübergreifende integrative Potential ideengeschichtlicher Forschung verdeutlichen. Politische Themen finden besondere Berücksichtigung. Essays dieses Formats können von Wissenschaftlern aller Fachbereiche bei NiP veröffentlicht werden.

oranger Schriftstreifen mit Eulen-Motiv nach Francisco de Goya, Der Schlaf der Vernunft gebiert Ungeheuer (1797)

Kai Schubert
Die Politik sozialistischer Staaten gegenüber Judentum, Holocaust und Israel. Ein Vergleich der Föderativen Volksrepublik Jugoslawien mit der SBZ/DDR.
"Die politische Führung Jugoslawiens hatte nicht im gleichen Maße wie die DDR das Problem, dass sie für ihre 'eigentlichen' sozialistischen und antifaschistischen politischen Positionen wenig bis keinen Rückhalt in der Bevölkerung hatte und deshalb die Erinnerungskultur auf Verdrängung und Nichtthematisierung der Shoa basieren musste. Hinzu kamen unbewusst tradierte, zum Teil subtile antisemitische Stereotype, welche in der kommunistischen Bewegung Deutschlands offenbar historisch stärker als in derjenigen Jugoslawiens verankert waren."
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    eule quadrat cut 9
    Foto: Christian Stein

    Band 1
    Stefan Lindecke
    Leibfotograf. Pete Souza, Barack Obama und die Geschichte des "White House Photographer"
    Die Studie untersucht die Strategien visueller Kommunikation im Präsidentschaftswahlkampf von Barack Obama und nimmt diese Fallstudien zum Anlass, um Aussagen über die politikwissenschaftliche Bildforschung im Allgemeinen zu gewinnen. Als Recherche zur Geschichte des so genannten „White House Photographer“ schließen die Ergebnisse von Stefan Lindecke insbesondere im deutschen Sprachraum eine Forschungslücke.
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    Band 2
    Julia Brandes (Hg.)
    Die Macht der Architektur. Der Kunsthistoriker Heinrich Klotz (1935-1999) als Fotograf und seine Diathek
    Wenig bekannt ist, dass der einflussreiche Kunst- und Architekturhistoriker Heinrich Klotz (1935-1999) ein eigenwilliger und sehr produktiver Fotograf gewesen ist. Für seine Publikationen, Forschungen und Lehrveranstaltungen hat Klotz auf Exkursionen und in persönlichen Gesprächen mit Architekten und Künstlern auf der ganzen Welt seit den 1960er Jahren eine äußerst umfangreiche Dia-Sammlung geschaffen. - Mit Beiträgen von Julia Brandes, Jörg Probst und einer Bildstrecke zu "Marina City" (Architekt: Bertrand Goldberg, Chicago, 1964) aus dem fotografischen Nachlass von Heinrich Klotz an der HfG Karlsruhe.
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    Band 3
    Jörg Probst
    Sehen und siegen. Die Bildgeschichte der Geopolitik und die Zukunft der "Marburger Schule".
    Horst Bredekamp zum 65. Geburtstag gewidmet.
    Der Essay verfolgt in Fallstudien zur Bildpraxis von Adolf Grabowsky, Carl Schmitt und Rüdiger Altmann eine bisher übersehene enge Verbindung von Bildgeschichte und politischer Theorie. Die Beispiele vertiefen für das Terrain der Politikwissenschaft wissenschaftsgeschichtlich längst etablierte Einsichten der Ikonologie. Weil Bilder Wissen nicht nur dokumentieren, sondern dessen Entstehung und Etablierung auch lenken, haben sie einen genuinen Anteil an der Produktion und Reproduktion von Ideen. Dieser Bildforschung, so die These des Bandes, müssten neben den kunst- und wissenschaftsgeschichtlichen Lehr- und Forschungseinrichtungen auch in den zahlreichen Lehrstühlen für politische Theorie und Ideengeschichte in Deutschland viele weitere helfende Hände erwachsen.
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    Band 4
    Thomas Noetzel
    Politische Ideengeschichte als Evolutionstheorie
    Mit einem Anhang: Portal Ideengeschichte - Funktionen und Perspektiven
    Ideen, als spezifische Formen von Kommunikation, sind nicht auf Texte beschränkt. Objekte aller Art, Bilder, Töne und Handlungen können als Ideen wirken und öffnen sich einer interdisziplinär, polyperspektivisch und medienübergreifend zu betreibenden ideengeschichtlichen Analyse.
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    Band 5
    Uta Elisabeth Köhler
    Hegel und die Verrücktheit. Grundlegung einer Theorie der versehrten Anerkennung
    Aufgabe einer normativen Theorie der Verrücktheit in politikwissenschaftlicher Absicht ist es, durch die Herausarbeitung einer notwendigen, subjektinternen Versehrung (Rest der Verrücktheit) die Grundlage für eine Anerkennungstheorie zu schaffen, die eine explizite Absage an alle Versöhnungsansätze darstellt, indem sie eben jenem unversöhnbaren Rest auf subjektiver wie auf intersubjektiver Ebene Rechnung trägt und letztlich die Frage aufwirft, wie eine solch versehrte Anerkennung in Form sozialer Institutionen lebbar gemacht werden kann.
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    Band 6
    Jörg Probst, Steffen Henne (Hg.)
    Die 1990er Jahre als Beginn. Bilder und Ideen einer Umbruchszeit
    Die Entgrenzungen, die nach dem Fall der Berliner Mauer mit der ökonomischen Globalisierung und der ersten Etappe des Internet als einem neuen Massenmedium Politik und Kultur prägen, machen die 1990er Jahre für eine Ideengeschichte des historischen Umbruchs zu einem hervorhebenswerten Gegenstand. Der von Jörg Probst und Steffen Henne herausgegebene Band in der Reihe "NiP - Neue ideengeschichtliche Politikforschung" möchte zu einer weiteren Vernetzung der Forschung über die Jahre zwischen 1989 und 2001 anregen. - Mit Beiträgen von Jürgen Danyel, Steffen Henne, Tjorven Merle Maack, Martin G. Maier, Petra Mayrhofer, Philipp Palzer, Jörg Probst und Ronny Trobisch.
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    Band 8
    Eike Hennig
    Schuld und Schuldlosigkeit. Nationalsozialismus studieren an der Universität Frankfurt a.M. oder Vergangenheitsvergegenwärtigung um 1968
    "Erfahrungsbezug dieser Überlegungen sind im Rahmen des sich etablierenden Fachs der Wissenschaft von der Politik meine Frankfurter Studienzeit von 1963 bis 1971 und, mit Marburger Examina, die Berufsfindung in Frankfurt bis 1975 zur Ernennung als Professor (für Massenkommunikation). Berichtet wird zwar „mit heißem Bemühn“ um Objektivität und Fakten, aber weil alles diachron betrachtet werden muss und sich zugleich auf das Gewordene, das Heutige bezieht, schwingt in der Konstruktion notwendigerweise ein subjektiver Ton mit. Implizit wird eine Bildungsgeschichte aus der 68er-Generation vorgestellt, aktiv wie passiv wesentlich bestimmt über Nationalsozialismus und die Universität."
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    Band 9
    Thomas Noetzel / Jörg Probst (Hg.)
    Biographie und Politologie. Lebensdarstellungen als Wissenschaftsgeschichte politischer Ideen
    Kein anderes Genre der Wissenschaftsgeschichte lässt die politische Bedeutung der Historisierung von Wissen prägnanter hervortreten als die Biographie. - Mit Beiträgen von Günther C. Behrmann, Eckhard Jesse, Sebastian Liebold, Thomas Noetzel, Jörg Probst und Lars Tschirschwitz.
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    Band 10

    Felix Litschauer
    Archäologie der Willkommenskultur. Zum Wandel eines politischen Konzepts
    "Heute steht Willkommenskultur für die zahlreichen zivilgesellschaftlichen Initiativen, die sich mit verschiedenen Mitteln für eine Inklusion geflüchteter Menschen einsetzen. Letztendlich hat die 'Refugees-Welcome'-Bewegung, die sich schon seit Jahrzehnten mit Geflüchteten solidarisiert, den Begriff Willkommenskultur wieder zurückerobert." Mit einer ausführlichen Bibliographie zum Thema Willkommenskultur."
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    Band 11
    Jörg Probst
    "original instinct". Populismus in der Bild- und Ideengeschichte der ästhetischen Politik
    "In der Wellness-Branche seit langem geläufige Kernsätze wie 'Bleiben Sie sich treu!', 'Glauben Sie an sich selbst!' oder 'Ich bin ich!' könnten auch Twitter-Sprüche von Donald Trump sein."
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    Band 12
    Nick Nestler
    Memetische Bilderkämpfe. Rechtsextreme Memes - eine politische Ikonographie
    "Bei der zielgerichteten Suche nach Memes innerhalb rechter Netzwerke auf Social-Media-Plattformen fallen zwei Aspekte besonders auf: 1. das allgemein hohe Maß an pathetischer Bildlichkeit und 2. eine immense Menge an Visualisierungen mit historischen Bezügen."
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    extra 1

    Jörg Probst
    Ein Moment der Ruhe. Selfies von Geflüchteten mit Angela Merkel - ein Gespräch mit dem Fotografen Bernd von Jutrczenka
    Selfies von Geflüchteten mit Bundeskanzlerin Angela Merkel gehören zu den Ikonen der Willkommenskultur. Vor allem während des Besuches von Angela Merkel in einer Flüchtlingsaufnahmeeinrichtung in Berlin-Spandau am 10. September 2015 entstanden solche Selfies, die seitdem die Bildgeschichte und auch die politische Diskussion der so genannten "Flüchtlingskrise" prägen. Der Fotograf Bernd von Jutrczenka, Chefkorrespondent Foto der Nachrichtenagentur dpa, hat die bekanntesten Bilddokumentationen dieser Selfies von Geflüchteten mit Angela Merkel geschaffen. Im Interview für das Projekt "Bild+Flucht" des Geflüchtetenhilfe-Projekts "IdeenBotschafter" von Portal Ideengeschichte erinnert sich Bernd von Jutrczenka an die Entstehung und die Rezeption dieser prominent gewordenen, vor einem Jahr entstandenen Bilder.
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    extra 2
    Thomas Noetzel
    ABC der Gegenwart. "Zombies" der Politik in Stichworten
    "Zombie des Monats" lautet eine seit 2010 bestehende Rubrik der indisziplinären Forschungs- und Lehrplattform "Portal Ideengeschichte". Die Textsammlung umfasst alle von Thomas Noetzel bis September 2017 verfassten "Zombies des Monats". Im November 2017 feiert Thomas Noetzel seinen 60. Geburtstag.

    extra 3
    Uwe Geese
    Something to declare. Bemerkungen zum Relief am Marburger Zollamt
    "Bei dem Versuch einer stilkritischen Einordnung des Reliefs zeigt sich, dass es auf den ersten Blick viel älter scheint als es ist. Man meint eher Stilformen der 20er Jahre wahrzunehmen denn solche von 1950, dem Entstehungsjahr des Bildwerks. Die gegenständliche Kunst, besonders die Darstellung des Menschen, war vom Nationalsozialismus ihrer künstlerischen Glaubwürdigkeit vollständig beraubt worden. Malverbote, Beschlagnahme von Kunstwerken, aber auch die jährliche Schand-Ausstellung "entarteter Kunst" in München hatten wirksam die Ächtung der Avantgarde-Kunst betrieben."
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    extra 4
    Kerstin Gröger, Simone Kiebler, Jörg Probst
    Lebensbilder. Hilfsorganisationen über Flucht und Migration im Bild. Eine Umfrage
    „'Menschenrechte verschwinden!' - konstatiert die Flüchtlingshilfeorganisation Pro Asyl e.V. mit Blick auf die in Europa und weltweit sich ausbreitende nationale Abschottung als zweifelhafte Migrationspolitik. Gegen diese politische Tendenz gerichtet, haben zivilgesellschaftliche Hilfsorganisationen einen entscheidenden Anteil daran, dass Menschenrechtsverletzungen weiterhin aufgedeckt werden und Menschenrechte auf nationaler und internationaler Ebene politische Standards bleiben. Gegen das Verschwinden von Menschenrechten sind Menschenrechtsorganisationen ein Korrektiv schon durch das Veröffentlichen von Bildern. Vor diesem Hintergrund hat das Forschungsprojekt 'Bild und Flucht' eine Reihe von Hilfsorganisationen zu einer Umfrage eingeladen. Die Fragen richteten sich auf Ikons der Bildgeschichte der 'Flüchtlingskrise' und auf Veränderungen in der Bildarbeit der Organisationen vor und nach dem Höhepunkt der 'Flüchtlingskrise' 2015/16."
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