03.02.2019 Zu Besuch im Archiv in Haina

Exkursion in die Außenstelle des hessischen Landeswohlfahrtsverbandes in Haina

Am 31. Januar 2019 besuchten wir die Außenstelle des hessischen Landeswohlfahrtsverbandes in Haina. Dr. Dominik Motz, Leiter des gesamten LWV-Archivs, zeigte uns das Psychiatriemuseum und führte durch die Archivbestände.

1533 säkularisierte Landgraf Philipp das einstige Zisterzienserkloster und machte daraus ein Hospital, das bis heute besteht. Das Archiv des Hospitals beherbergt sämtliche Patientenakten seit dem 16. Jahrhundert – und zwar lückenlos! Sie geben nicht nur Aufschluss darüber, wann die Patienten eingeliefert wurden und wie lange sie blieben, sondern enthalten auch detaillierte Aufzeichnungen über die Medikation der Insassen. Auch die Küchenrechnungen und Auflistungen über Anschaffungen für die Patienten, wie beispielsweise Kleiderkäufe, sind vorhanden. In den Klostermauern finden sich zudem die Aufzeichnungen der Forstwirtschaft und weitere Urkunden, Akten, Sal- und Amtsbücher. Damit wird das Hainaer Archiv zu einer herausragenden Quelle für die Landes-, Kultur- und Sozialgeschichte Hessens.

Als Mediävisten interessierte uns aber natürlich auch, ob es zur Zeit des Zisterzienserklosters hier ein Skriptorium gegeben hat, und was nach der Säkularisierung mit den Handschriften passierte. Nach längerem Herumstöbern, gab uns ein Buchumschlag einen Hinweis: offensichtlich wurden die nun nicht mehr gebrauchten liturgischen Bücher makuliert und das robuste Pergament als Umschlag für Akten und andere Aufzeichnungen verwendet.

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Im Hainaer Archiv warten noch viele Schätze darauf, entdeckt zu werden. Wir hoffen, hier in den kommenden Semestern mit einem Praxisseminar mehr herausfinden zu können. Wer Interesse hat, daran teilzunehmen, kann sich im Vorlesungsverzeichnis oder bei uns im Institut zu den Details informieren.

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