09.09.2026 Bewilligung eines Graduiertenkollegs unter Beteiligung des Instituts für Neuere deutsche Literatur (Prof. Dr. Hania Siebenpfeiffer)

Im Juli hat die DFG ein neues Graduiertenkolleg bewilligt, an dem das Marburger Institut für Neuere deutsche Literatur (Prof. Dr. Hania Siebenpfeiffer) beteiligt ist.

Das interdisziplinäre Kolleg widmet sich den komplexen Wechselwirkungen zwischen Geschlechterkonzeptionen und dem Völkerstrafrecht – von rechtlichen Normen über institutionelle Praktiken bis hin zu gesellschaftlichen Rahmenbedingungen. „Ziel ist es, Prozesse der Vergeschlechtlichung in internationalen Strafkontexten systematisch zu analysieren, kritisch zu reflektieren und Handlungsempfehlungen zu entwickeln“, erläutert die federführende Forscherin und Rechtswissenschaftlerin Prof. Dr. Stefanie Bock. Beteiligt sind 12 Principal Investigators aus den Sozial- und Geisteswissenschaften der Universität Marburg. In der ersten vierjährigen Förderphase profitieren 10 Promovierende von dem strukturierten Programm, in einer möglichen zweiten Phase weitere 10. Das GRK 3159 erhält von der DFG über 5,5 Millionen Euro.

Das Thema des Graduiertenkollegs ist wissenschaftlich innovativ und gesellschaftlich hochrelevant: Die Verbindung der Forschungsfelder Geschlecht und völkerstrafrechtliche Aufarbeitung kollektiver Gewalt adressiert zentrale Fragen unserer Zeit. In internationalen Konflikten, bei der Verfolgung von Kriegsverbrechen und in Prozessen der Transitional Justice spielen Geschlechterrollen, -normen und -asymmetrien eine entscheidende, oft unterschätzte Rolle. „Das besondere Innovationspotential des GRK liegt in einer seiner konsequent interdisziplinären Ausrichtung. Es vereint unter seinem Dach Rechtwissenschaften, Geschichte, Friedens- und Konfliktforschung, Soziologie, Theologie, Literatur- und Wirtschaftswissenschaft und eröffnet so einen einzigartigen Raum inhaltlicher und methodischer Vielfalt“, erläutert Bock. Die Verschränkung verschiedener Disziplinen und Forschungsansätze ermöglicht es, Gewalt, Recht und Geschlecht nicht nur in ihren jeweiligen Dimensionen, sondern in ihrer wechselseitigen Bedingtheit zu erfassen. Mit seinem multiperspektivischen Forschungsansatz trägt das GRK dazu bei, ein differenziertes Verständnis von Geschlechtergerechtigkeit in globalen Rechts- und Konfliktkontexten zu entwickeln.

Die Projektwebsite finden Sie hier: https://www.uni-marburg.de/de/icwc/dokumentation/grk3159

Es sind 10 Qualifizierungsstellen mit dem Ziel der Promotion ausgeschrieben: https://stellenangebote.uni-marburg.de/jobposting/39ec171e0dd46f3644e454a0a97db246a6bd02900?ref=homepage

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