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3. Saal

Foto: Hartmut Mayer

Eine besondere Attraktion für Kinder stellt im dritten Saal das dem philippinischen Vulkan Mayon nachempfundene Modell eines Rauch ausstoßenden Stratovulkans dar.

Modell des Vulkans Mayon
Foto: Hartmut Meyer

Modell des Vulkans Mayon

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    Im dritten Saal des Mineralogischen Museums befindet sich ein besonders bei Schulklassen und experimentierfreudigen Erwachsenen beliebtes Modell: eine Nachbildung des philippinischen Vulkans Mayon. Vom Donnergrollen und dem Austreten von Dampf bis hin zum gen Tal fließenden Lavastrom können von der einen Seite per Knopfdruck alle wichtigen Phasen eines Vulkanausbruchs aktiviert werden. Die Rückseite zeigt den Aufbau eines Schichtvulkans und das Aufsteigen des Magmas im Schlot. Übrigens schaltet sich das Modell im Gegenteil zum Original nach 15 Minuten automatisch ab, wenn Besucher "Dauerfeuer" erzeugen wollen.

    Erstmals war das Modell 1992 im Marburger Museum zu sehen, seit 1994 hat es dort seinen festen Platz. Erbaut worden war die naturgetreue Nachbildung des symmetrischen Bergkegels von Professor Dr. Paul-Gerhard Turk und den Mitarbeitern der Feinmechanischen Werkstätten des Instituts für Mineralogie.

Als weiteres Highlight befindet sich hier die Sammlung "Rio Grande do Sul" der Ingrid und Reinhard Balzer Stiftung

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    Rio Grande do Sul

    Vor etwa 200 Millionen Jahren brach Gondwana, die größte zusammenhängende Landmasse auf der Südhalbkugel der Erde, auseinander. Südamerika entstand und der Südatlantik öffnete sich. Aus unvorstellbar großen Flächenvulkanen ergossen sich riesige Lavaströme und bedeckten das Parana-Becken in Südamerika und das Kalahari-Becken im südlichen Afrika. Die größere Magmamenge aber floss nach Westen in den heutigen brasilianischen Bundesstaat Rio Grande do Sul.

    Dieser Vorgang dauerte ungefähr zehn Millionen Jahre. Mehrere Lavadecken flossen übereinander, die Lavaserie wurde maximal 1800 Meter mächtig, im Durchschnitt ungefähr 650 Meter. Im Magma waren flüchtige Bestandteile gelöst, die Löslichkeit nahm aber beim Aufsteigen ab. Verschieden große Gasblasen entstanden, in denen gelöstes Siliziumoxid zunächst als Gel und dann als Quarz ausfiel. Die Gasblasen kristallisierten die begehrten Mineralien. Zwischen den einzelnen Lavadecken findet man lateritische Verwitterungen und alluviale Sedimente. Es muss also bei annähernd gleichen klimatischen Bedingungen längere Ruhepausen gegeben haben. So konnten sich an der jeweiligen Oberfläche neue Mineralien wie zum Beispiel Opale bilden.

    Bereits zu Beginn des 19. Jahrhunderts waren die ersten Lieferungen edler Steine von Rio Grande do Sul unterwegs Richtung Europa. Landwirte und Edelsteinschleifer, Auswanderer aus dem Hunsrück, waren zufällig auf Achate und Amethyste gestoßen, an denen es in ihrer Heimat mangelte. Auch heute noch sind viele Landwirte nach Feierabend in ihrer eigenen kleinen Mine auf der Suche nach den Mineralien.

    Weiteres zum Thema:  Rio Grande do Sul: Ingrid und Reinhard Balzer Stiftung

    Das Buch „Rio Grande do Sul – Landschaften, Menschen, edle Steine“ von Reinhard Balzer ist im Museums-Shop erhältlich.

Darüber hinaus werden in sieben Vitrinen dieses Saals in regelmäßigen Abständen Sonderausstellungen gezeigt.

Calcit, Dalnegorsk/Ostsibirien, 40x30x25 cm
Foto: Hartmut Meyer

Calcit, Dalnegorsk/Ostsibirien, 40x30x25 cm