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Sporthistorische Forschung

  1. „Das Deutsch-Akademische Olympia 1924 in Marburg“ - Eine Ausstellung im Foyer der Universitätsbibliothek Marburg vom 10. November 2015 bis 31. Januar 2016
  2. Projekt zur Institutsgeschichte
  3. Studenten Fliegen (Philipps-Universität Marburg 1934-1945)

1. „Das Deutsch-Akademische Olympia 1924 in Marburg“

2. Projekt zur Institutsgeschichte

Forschungsprojekt zur Aufarbeitung der Geschichte des Instituts für Leibesübungen der Philipps-Universität Marburg anlässlich des 100-jährgen Jubiläums des IfL (2024) und im Rahmen der Dekade zur Vorbereitung des 500-jährigen Jubiläums der Philipps-Universität Marburg (2027)

Prof. Dr. Ralf Laging, Institut für Sportwissenschaft und Motologie

Prof. Dr. Eckart Conze, Fachbereich Geschichte und Kulturwissenschaft, Fachgebiet Neueste Geschichte

Dr. Alexander Priebe, Institut für Sportwissenschaft und Motologie

Die Bezeichnung „Sportuniversität Marburg“, wie sie nach 1933 in Fachkreisen gelegentlich genannt wurde, verweist auf die besondere Bedeutung des noch jungen Instituts für Leibesübungen (IfL) auch für das Selbstverständnis der Universität, das ihm gerade  im nationalsozialistischen Staat zugewiesen wurde. Seit dessen Gründung und der weithin anerkannten Ausrichtung des Deutsch-Akademischen Olympias 1924 hatte sich das IfL unter der Leitung Peter Jaecks zu einem der führenden Institute in Preußen entwickelt. So ist die Einrichtung der vollakademischen Turnlehrerausbildung in Preußen 1929/1930 nach langjährigen intensiven Diskussionen des Ministeriums mit der Preußischen Hochschule für Leibesübungen (Spandau) und der Deutschen Hochschule für Leibesübungen (Berlin) an den preußischen Universitäten eingerichtet worden. Diese, für die Leibesübungen an der höheren Schule und der Ausbildung der Lehrer, bis heute maßgebliche bildungspolitische Entscheidung ist im Wesentlichen an den Universitäten in Göttingen und Marburg in enger Abstimmung mit dem Berliner Ministerium vorbereitet worden. Diese führende Stellung des Marburger IfL konnte auch nach 1933 gefestigt werden, als die Umgestaltung der Hochschulinstitute für Leibesübungen, wie sie seit 1934 genannt wurden, im Rahmen der im Oktober 1934 erlassenen Hochschulsportordnung erneut in enger Abstimmung mit dem Marburger Institut unter der Leitung von Peter Jaeck eingeleitet wurde. Die Zusammenarbeit mit dem neu gegründeten Reichserziehungsministerium und dessen Amt für Körperliche Erziehung („Amt K“) unter der Leitung von Carl Krümmel setzte sich weitgehend fort. Ausdruck dieser Zusammenarbeit und Wertschätzung war die Leitung des Internationalen wissenschaftlichen Kongresses und des internationalen Studentenlagers bei den Olympischen Spielen 1936 in Berlin, das Carl Krümmel und Peter Jaeck gemeinsam verantworteten.  Zahlreiche Mitarbeiter des Marburger Instituts waren dort im Einsatz. Die Rolle Peter Jaecks in dieser Phase der Umgestaltung und Festigung des nationalsozialistischen Staats bis im Jahr nach den Olympischen Spielen erfordert eine eingehende biographische Analyse.

Nach dem Unfalltod Peter Jaecks im Oktober 1937 wird Hans Möckelmann (1937-1945) Direktor, der mit seinen psychologischen Arbeiten die nationalsozialistische Leibeserziehung in Schule, Hitlerjugend und Verbänden fundierte und als ausgewiesener Experte an der Neugestaltung der Richtlinien für das Mädchenturnen im Berliner Ministerium 1941 wesentlich mit mitwirkte. An der Marburger Universität wird er zudem schon bald nach seiner Berufung im November 1937 NS-Dozentenbundführer. Trotz seinem mit dem Krieg beginnenden Militärdienst blieb er Direktor des IfL, nutze auch Fronturlaube, um Dienstgeschäften nachzugehen, wurde aber seit 1940 von Erich Lindner vertreten. Die Ausbildung wurde unter dessen Leitung bis 1945, auch in der für den Forschungsbetrieb bedeutenden Abteilung für Luftfahrt, fortgesetzt.

Während Hans Möckelmann nach 1945 trotz seinem eigenen Bemühen nicht wieder Zugang in die Universitäten fand, konnte Erich Lindner an der Neugestaltung der IfL und der Turn- und Sportlehrerausbildung in Hessen und Deutschland nach 1946 maßgeblich mitarbeiten. Diese Phase der Neugestaltung ist zu analysieren unter der Perspektive der Bezugnahme auf die bildungspolitische Diskussion der Weimarer Republik, der personalen und inhaltlichen Kontinuitäten nach 1945 in Marburg und in anderen Universitäten und der kritischen Diskussion um die Bedeutung des Sports und der IfL im Nationalsozialismus, der sich auch Erich Lindner seit den späten 1960er Jahren intensiver stellen musste.

Im Rahmen eines Workshops am 22.-24.11.2018 werden aus den folgenden Themenkomplexen einzelne Fragestellungen bearbeiten und für weitergehende Forschungsperspektiven vorbereiten:

3. Studenten Fliegen (Philipps-Universität Marburg 1934-1945)

Eine Ausstellung im Ausstellungsraum der Universitätsbibliothek Marburg

„Fliegen“, meinte Kurator Ernst von Hülsen 1936, „muss Sache des ganzen deutschen Volkes werden und die Hochschulen müssen im Einsatz vorangehen.“ Gemeinsam mit Peter Jaeck, dem Direktor des Instituts für Leibesübungen, hatte er Marburg in Zusammenarbeit mit dem Kurhessischen Verein für Luftfahrt 1909 e.V. zu einer der führenden deutschen Universitäten im Segelflug ausgebaut. So sollte das Marburger Institut, als das Reichs- erziehungsministerium im Januar 1936 in Berlin eine große Ausstellung zum Thema „Schule und Luftfahrt“ vorbereitete, den Entwicklungsstand in den Hochschulen beispielgebend präsentieren.Die besondere Entwicklung in Marburg, wie beispielsweise die Segelflugausbildung der Turnlehrer und Turnlehrerinnen und auch die luftfahrtbezogene Forschung anderer Universitätsinstitute, wird vor dem Hintergrund der allgemeinen Segelflugentwicklung im Nationalsozialismus dargelegt.

03. Juli - 25. August 2019 - Montag bis Sonntag 8-20 Uhr Universitätsbibliothek

Eröffnung der Ausstellung am 03. Juli- Einblicke

Foto: Andrea Zank
Foto: Andrea Zank
Foto: Andrea Zank
Foto: Andrea Zank
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