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"Die Ehe für alle und alles gut...? – Über die andauernden rechtlichen Baustellen nach der Öffnung der Ehe"

Interdisziplinäre Ringvorlesung. Queer_Verbindungen: Gender Studies jenseits der binären Geschlechterordnung

Veranstaltungsdaten

26. April 2018 18:00 – 26. April 2018 20:00

Hörsaalgebäude Raum +2/0090

Mit der historischen Entscheidung im Juni 2017 die Ehe für gleichgeschlechtliche Paare zu öffnen wurde ein Meilenstein erreicht auf dem Weg in Richtung rechtlicher Anerkennung nicht konventioneller Lebenswirklichkeiten. Doch erreicht ist das Ziel damit noch nicht, weder für gleichgeschlechtliche Paare noch für andere familiäre Lebensweisen. Insbesondere bei der Definition von Familie und Elternschaft sowie dem Zugang zu Maßnahmen der assistierten Reproduktion existieren weiterhin Regelungslücken und Benachteiligungen für trans- und intergeschlechtliche Personen, Single-Frauen oder gleichgeschlechtliche Paare. Diese zeigen, dass das Recht und seine Terminologie nach wie vor geprägt sind von traditionellen Familien- und Geschlechterbildern sowie der Vorstellung von Zweigeschlechtlichkeit. Aus diesem Grund, und auch nachdem das Bundesverfassungsgerichts im Oktober 2017 dem Gesetzgeber aufgegeben hat, mindestens eine weitere personenstandsrechtliche Geschlechtsoption zu schaffen, ist der Gesetzgeber gefragt, in absehbarer Zukunft neue Regelungskonzepte zu entwerfen. Dabei lässt die Wertebezogenheit der Thematik eine emotionale politische und gesellschaftliche Debatte erwarten.

Der Vortrag widmet sich den Fragen, ob und wie das Recht als Motor für gesellschaftliche Anerkennung vielfältiger Lebensrealitäten dienen kann und wie, ausgehend von einer gleichheitsrechtlichen Perspektive, die Abbildung gelebter Partnerschafts- und Familienkonstellationen im Recht in Zukunft aussehen könnte. Dabei soll auch ein Blick auf die Regelungen anderer Rechtsordnungen erfolgen.

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Referierende

Katharina Bager (Rechtswissenschaft, Berlin)

Veranstalter

Zentrum für Gender Studies und feministische Zukunftsforschung

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