20.07.2026 CISPA weist Vorwürfe zurück
Das CISPA Helmholtz-Zentrum für Informationssicherheit wehrt sich entschieden gegen Vorwürfe des Handelsblatts, es bestehe die Gefahr eines Abflusses sicherheitskritischer Forschungsergebnisse nach China. Die Einrichtung betont, dass Forschungssicherheit zentral in ihrer Strategie verankert sei und sie Kooperationen streng nach rechtlichen Vorgaben prüfe. Konkrete Angaben zu den erhobenen Vorwürfen machte das CISPA zunächst nicht, kündigte aber an, diese mit einer eigens eingesetzten Taskforce transparent aufzuarbeiten. Hintergrund der Kritik sind Berichte über die Zusammensetzung von Forschungsteams mit Verbindungen zu als kritisch geltenden chinesischen Universitäten sowie über Finanzierungen aus politischen chinesischen Programmen.
Als Konsequenz aus den Vorwürfen wurde eine Sonderprüfung durch einen unabhängigen Prüfer eingeleitet, die von den Gesellschaftern Bund und Saarland veranlasst wurde. Diese soll klären, ob sicherheitsrelevante Erkenntnisse an ausländische Stellen gelangt sind, ob Rechtsverstöße vorliegen und ob die bestehenden Sicherheitsmaßnahmen ausreichend sind. Der wissenschaftliche Leiter Professor Michael Backes wurde bis zum Abschluss der Untersuchungen von seinen operativen Aufgaben freigestellt, was das Zentrum betont, sei keine Vorverurteilung. Zudem wurden alle Forschungsprojekte mit Partnern aus der Volksrepublik China bis auf Weiteres pausiert.
In seiner Verteidigung wies Backes darauf hin, dass keine chinesischen Gelder an das CISPA geflossen seien und die Kooperation auf einzelne Fälle beschränkt sei, die zudem seit anderthalb Jahren kontinuierlich zurückgefahren würden. Er verwies auf die Schwierigkeiten bei der Prüfung von Kooperationspartnern, da eigene Background-Checks nicht möglich seien und man auf öffentliche Informationen sowie die Visumskontrolle angewiesen sei. Das CISPA betonte zudem, bereits vor der Berichterstattung eine Forschungssicherheitsstrategie entwickelt und einen Beauftragten für Forschungssicherheit eingesetzt zu haben, was die etablierten Bemühungen um Sicherheit unterstreichen soll.
Quelle: Forschung & Lehre