29.07.2026 Neue NSF-Regelungen zu Forschungskooperationen mit China

Wir möchten auf eine aktuelle Entwicklung in den USA aufmerksam machen, die Auswirkungen auf internationale Forschungskooperationen haben könnte.

Die U.S. National Science Foundation (NSF) plant, ihre Regelungen zur Forschungssicherheit deutlich zu verschärfen. Nach der neuen Vorgabe sollen von der NSF-geförderte Forschende künftig nicht mehr mit Mitarbeitenden zahlreicher chinesischer Forschungseinrichtungen zusammenarbeiten dürfen, die auf entsprechenden Listen als „restricted entities“ geführt werden.

Damit verabschiedet sich die NSF offenbar von ihrem bisherigen Ansatz, mögliche Risiken internationaler Kooperationen durch Prüfverfahren und Schutzmaßnahmen abzuwägen. Insbesondere das bisherige Konzept „Trusted Research Using Safeguards and Transparency“ (TRUST), das darauf abzielte, Risiken zu bewerten und gleichzeitig wissenschaftliche Zusammenarbeit zu ermöglichen, scheint im Hinblick auf China keine Rolle mehr zu spielen. Wie Science dazu schreibt: „TRUST now appears to be history with respect to China and other countries deemed to pose a threat to U.S. national security.“

Wie Science berichtet, wird die neue Regelung derzeit von Hochschulen und Forschungseinrichtungen geprüft. Offen sind unter anderem Fragen dazu, wie weit der Begriff „Zusammenarbeit“ gefasst wird – etwa ob auch gemeinsame Publikationen oder fachlicher Austausch auf Konferenzen betroffen sein könnten.

Die Entwicklung steht im Zusammenhang mit einer breiteren politischen Debatte in den USA über Forschungssicherheit und den Umgang mit Kooperationen mit als sicherheitsrelevant eingestuften Ländern. Während Befürworter die Maßnahme als Schutz vor Risiken für die nationale Sicherheit sehen, warnen viele Forschende vor möglichen negativen Auswirkungen auf internationale Forschungskooperationen und den wissenschaftlichen Austausch.

Quelle:

https://www.science.org/content/article/new-nsf-policy-would-ban-almost-all-collaborations-chinese-scientists