13.02.2026 Studie zu chinesischen Stipendiat*innen in Deutschland: Unterschiede zwischen CSC- und Nicht-CSC-Studierenden

Seit 1996 fördert der China Scholarships Council (CSC) ausgewählte chinesische Studierende und Promovierende für ein Studium oder eine Promotion im Ausland. Allein seit 2018 haben über 65.000 Personen von diesem staatlichen Stipendienprogramm profitiert. In Deutschland wird in diesem Zusammenhang zunehmend diskutiert, welche Rolle CSC-geförderte Studierende im internationalen akademischen Austausch spielen.

Eine aktuelle Studie von Sabrina Habich-Sobiegalla und Roland Zeidler (Freie Universität Berlin) geht dieser Frage empirisch nach. Auf Grundlage einer Befragung von 474 chinesischen Studierenden in Deutschland – darunter sowohl CSC- als auch nicht staatlich geförderte Studierende – zeigt die Untersuchung deutliche Unterschiede zwischen beiden Gruppen.

So plant eine große Mehrheit der CSC-Stipendiat*innen, unmittelbar nach Abschluss des Studiums nach China zurückzukehren, während rund 40 % der nicht staatlich geförderten Studierenden zunächst in Deutschland bleiben möchten. Drei Viertel der CSC-Geförderten sehen ihr Auslandsstudium als Beitrag zur nationalen Entwicklung Chinas, bei den Non-CSC-Studierenden liegt dieser Anteil unter 50 %. Auch in der Akzeptanz kritischer Stimmen gegenüber China sowie in der Zufriedenheit mit dem politischen System zeigen sich Unterschiede zwischen den Gruppen.

Die Studie trägt damit zu einer differenzierten Betrachtung chinesischer Studierendenmobilität bei und liefert eine empirische Grundlage für die aktuelle Debatte über staatlich geförderte Bildungsprogramme und internationale Wissenschaftskooperation.

Quelle:
Habich-Sobiegalla, S. / Zeidler, R. (2026): State Influence in Educational Migration: A Comparative Study of State- and Non-State-Funded Chinese Students in Germany.
Journal of Current Chinese Affairs (GIGA).
https://journals.sagepub.com/doi/epdf/10.1177/18681026251413616