01.10.2026 Science Diplomacy im Fokus: EUPeace Round Table mit Dr. Jan Marco Müller
Wie kann Wissenschaft internationale Beziehungen stärken und zur Lösung globaler Herausforderungen beitragen? Dieser Frage widmeten sich Vertreter*innen der Universität Marburg und der EUPeace-Allianz bei einem Round Table im Präsidium der Philipps-Universität Marburg. Zu Gast war Dr. Jan Marco Müller, Teamleiter für „Global Approach, Multilateral Dialogue and Science Diplomacy“ in der Generaldirektion Forschung und Innovation der Europäischen Kommission.
Im Mittelpunkt der Veranstaltung stand das Potenzial von Science Diplomacy – der Verbindung wissenschaftlicher Zusammenarbeit mit internationaler Diplomatie – und ihre Bedeutung für Europa in einer zunehmend komplexen geopolitischen Welt. In seinem Impulsvortrag gab Dr. Müller Einblicke in die Entstehung und Wirkung der im Mai 2026 beschlossenen Ratsempfehlung über einen Rahmen der Europäischen Union für Wissenschaftsdiplomatie.
Die anschließende Diskussion beleuchtete die Rolle und Umsetzung von Science Diplomacy im akademischen Alltag. Dabei kamen vielfältige Themen zur Sprache: von der Verbindung von Forschung, Diplomatie und psychischer Gesundheit über das Verhältnis von Wissenschaftsdiplomatie und wirtschaftlichen Interessen bis hin zu konkreten Beispielen gelebter Wissenschaftsdiplomatie in der Zusammenarbeit mit Hochschulen in Ländern ohne demokratische Führung.
Deutlich wurde, dass sich die Mitglieder der Universität Marburg und der EUPeace-Allianz ihrer Doppelrolle als Wissenschaftler*innen und diplomatische Akteure bewusst sind. Die von der Europäischen Union geplanten Weiterbildungsangebote und Fördermöglichkeiten stießen bei den Teilnehmenden auf großes Interesse. Prof. Dr. Evelyn Korn, Vizepräsidentin der Universität Marburg und Vorsitzende des EUPeace Governing Board, unterstrich die Bedeutung entsprechender Kompetenzen:
„Sich bewusst zu machen, dass die eigene Forschung geopolitische Auswirkungen hat, ist bereits gelebte Realität unserer Wissenschaftler*innen. Die Rahmenbedingungen ändern sich derzeit so schnell, dass eine regelmäßige Erweiterung der entsprechenden Handlungskompetenzen notwendig ist. Hier sehe ich in der Kooperation mit der EU einen Ansatzpunkt für EUPeace und unser Life Long Learning Konzept.“
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Sandy Halliday