17.09.2026 Games Geschichte(n)
Wissensräume des Spiels
Die Ausstellung „Games-Geschichte(n): Wissensräume des Spiels“ erzählt von den Welten analoger und digitaler Spiele. Gezeigt werden Objekte, die von technischen Entwicklungen und medialen Veränderungen ebenso zeugen wie von gesellschaftlichen Vorstellungen, kulturellen Traditionen und den vielfältigen Beziehungen zwischen Spielen und anderen Medien.
Dabei folgt die Ausstellung nicht nur den großen, vertrauten Erzählungen der Games-Geschichtsschreibung von technischem Fortschritt und wirtschaftlichem Erfolg, von Konsolen, Spielen und Spielfiguren. Vielmehr eröffnen die ausgestellten Objekte im Dialog mit den Fachdisziplinen Soziologie, Geschichte, Medienwissenschaft und Klassische Philologie erweiterte Wissensräume zwischen Spielen, Medien, Gesellschaft und Kultur.
Spiele spiegeln die Gesellschaftsverhältnisse wider, in denen sie entstehen, und gleichzeitig prägen sie diese Gesellschaftsverhältnisse mit – sie sind nie ‚neutral‘. Spiele erzeugen Geschlechterbilder, reproduzieren Normen, können diese aber auch unterwandern. So geben sie uns die Möglichkeit, über Geschlechterfragen und ihre historischen Entwicklungen nachzudenken.
Meta-Geschichten (EG) reflektieren historische Dimensionen des Computerspiels. Sie erzählen Games-Geschichten in ihren Welten – und sie tun dies auf vielfältige Art und Weise: als Spiel mit der Genre-Geschichte, als Arcade-Spiel im Spiel, als Museum im Spiel oder als Rückschau auf die eigene Plattform- und Herstellergeschichte.
Gesellschaftliche Geschichten (1. OG Ost) widmen sich Gender-Themen und ihren historischen Entwicklungen in analogen und digitalen Spielen. Spiele spiegeln gesellschaftliche Verhältnisse wider, prägen diese aber auch mit – von traditionellen Geschlechterstereotypen über feministische Gegenbilder bis hin zu Fragen von Diversität und Intersektionalität.
Technische Geschichten (2. OG Ost) nehmen die Geschichte des mobilen Spielens in den Blick. Anhand der „Battle of the Handhelds“ zwischen Nintendo, Sega und Atari Ende der 1990er-Jahre wird gezeigt, dass der technische Wettstreit die Welt der Computerspiele schon früh geprägt hat.
Ausgestellte Geschichten (2. OG West) beschäftigen sich mit der Geschichte von Computerspielausstellungen und der Frage, wie Games im Museum ausgestellt werden können. Zugleich geht es um virtuelle Museen in Computerspielen und um Wechselwirkungen zwischen digitalen und materiellen Medien. Die Präsentation entstand im Kontext des von der Deutschen Forschungsgemeinschaft geförderten Forschungsprojekts „Computerspiele(n) im Museum“.
Antike Geschichten (3. OG Ost) zeigen, welche historischen Bilder Griechenlands und Roms analoge und digitale Spiele erzeugen. Dabei stehen Subjekte und Strukturen, Militär und Mythologie, Kunst und Kultur der Antike im Mittelpunkt. Erzählt wird so nicht nur die Geschichte des Spiels, sondern Geschichte im Spiel.
Die Ausstellung wird am 07.10.2026 um 18:15 Uhr im Vortragsraum der Zentralen Universitätsbibliothek Marburg eröffnet. Auf der interaktiven Vernissage haben die Gäste die Möglichkeit verschiedene Spiele kennenzulernen.
Es sprechen:
- Prof. Dr. Thomas Nauss (Präsident der Philipps-Universität Marburg): Grußwort
- Dr. Andrea Wolff-Wölk (Direktorin der Universitätsbibliothek): Begrüßung
- Dr. Benjamin Beil (Professor für Medienwissenschaft mit Schwerpunkt Digitalkulturen am Institut für Medienkultur und Theater der Universität zu Köln)
- Stefanie D. Kuschill, M.A. (Deutsches Spielearchiv Nürnberg)
- Dr. Peter Podrez (Akademischer Rat am Institut für Medienkultur und Theater der Universität zu Köln)
Neugierig geworden? Dann kommen Sie am 07.10.2026 vorbei, entdecken und erleben Sie die Welt der Spiele und ihre Geschichte(n) selbst - zum Anschauen, Ausprobieren und Mitmachen.
Kontakt
Dr. Michael Mosel