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Nobelpreisträger

1901
Medizin
Emil von Behring (1854-1917), der von 1895 bis zu seinem Tode Professor der Hygiene an der Philipps-Universität war, wurde für seine Arbeit zur Entwicklung eines Heilmittels gegen die Diphtherie 1901 mit dem ersten Nobelpreis für Medizin geehrt. Das Geld des Nobelpreises investierte der Entdecker der Serumtherapie in einen Gutshof in Marburg-Marbach, der zu einer Keimzelle der 1914 gegründeten Behringwerke wurde. Sie bestehen als „Standort Behringwerke“ bis heute.
1909
Physik
Ferdinand Braun (1850-1918) studierte in Marburg auf Lehramt und unterrichtete von 1877 bis 1880 als Professor für mathematische Physik an der Philipps-Universität. Der Physiker und Nobelpreisträger von 1909 entwickelte den für die drahtlose Telegrafie wichtigen „Braunschen Sender“ und mit der „Braunschen Röhre“ den wichtigsten Bestandteil des Fernsehgeräts und des Radarempfängers. (Gedenktafel am Haus Hofstatt 2)
1910
Medizin
Albrecht Kossel (1853-1927): Der Mediziner und Physiologe, der 1910 den Nobelpreis für Medizin erhielt, war von 1895 bis 1901 Direktor des Physiologischen Instituts in Marburg. Er forschte über den Zellkern und die Proteine und entdeckte die Nukleinbasen Adenin, Thymin und Cytosin.
1930
Chemie
Hans Fischer (1881-1945), der 1930 den Nobelpreis für Chemie erhielt, studierte von 1899 bis 1904 in Marburg Chemie und Medizin. Den Nobelpreis erhielt der spätere Professor an der TU München für seine Forschung zur Chemie des Pyrrols und der Synthese von Hämin.
1936
Medizin
Otto Loewi (1873-1961): Der Pharmakologe war von 1898 bis 1905 Assistent an der Philipps-Universität in Marburg, wo er sich 1900 auch habilitierte. Der Nobelpreisträger für Physiologie oder Medizin 1936 entdeckte zusammen mit Henry H. Dale (USA) die Übermittlung von Nervenimpulsen auf chemischem Weg.
1939
Chemie 
Adolf Butenandt (1903-1995) studierte von 1921 bis 1925 Chemie und Biologie an der Philipps-Universität. Der Nobelpreisträger für Chemie ist einer der führenden Forscher auf dem Gebiet der Sexualhormone und der biochemischen Wirkung der Erbfaktoren.
1944
Chemie
Otto Hahn (1879-1968) studierte und promovierte von 1897 bis 1904 Chemie an der Philipps-Universität. Hahn entdeckte die Kernspaltung und wurde damit zum Begründer des Atomzeitalters. (Gedenktafel am Haus Renthof 12)
1958
Literatur
Boris Pasternak (1890-1960) verbrachte 1912 ein Auslandssemester an der Philipps-Universität. Der russische Schriftsteller ("Doktor Schiwago") erhielt 1958 den Nobelpreis für Literatur. Er nahm den Preis zunächst an, lehnte ihn jedoch später auf politischen Druck der Sowjet-Regierung ab.
1963
Chemie
Karl Ziegler (1896-1973), der 1963 (zusammen mit Giulio Natta) für seine Entdeckungen auf dem Gebiet der Polymeren den Nobelpreis für Chemie erhielt, studierte und arbeitete von 1911 bis 1925 an der Philipps-Universität.
1979
Chemie
Georg Wittig (1897-1987): Der Chemiker, der ab 1920 in Marburg studierte und anschließend als Assistent und ab 1932 als außerordentlicher Professor an der Philipps-Universität arbeitete, wurde 1979 mit dem Nobelpreis für Chemie ausgezeichnet.
2011
Medizin
Jules Hoffmann (geb. 1941): Der französische Biologe luxemburgischer Abstammung, der gemeinsam mit Bruce Beutler (USA) und Ralph Steinman (Kanada) den Medizin-Nobelpreis erhielt, erforscht, wie der Körper von Tier und Mensch gefährliche Bakterien und Viren, Pilze und Parasiten abwehrt. Er war in den 1960er Jahren Postdoktorand in Marburg.