Direkt zum Inhalt
 
 
Bannergrafik (Fb 15)
 
  Startseite  
 
Sie sind hier:» Universität » Chemie » Kernchemie » Arbeitskreis Jungclas
  • Print this page
  • create PDF file

Arbeitskreis (AK) Jungclas


gruppe1.jpg
Gruppenphoto des AK (in besseren Zeiten: 1999)


Arbeitsgebiete

Kernspektrometrie und Radioanalytik:

Im Bereich der Radioanalytik werden in der Kernchemie Marburg alle gängigen kernspektrometrischen Methoden eingesetzt. Durch die regelmäßige Teilnahme an Ringvergleichen wird die Qualität der a- und g-spektrometrischen Analytik von natürlichen Radionukliden, Transuranen und Spaltprodukten belegt.

Der Forschungsschwerpunkt in der Analytik liegt in der Optimierung der chemischen Verfahren bei der a-Analytik und der notwendigen Korrekturen (Selbstabsorption, Probengeometrie etc.) bei der g-Spektrometrie.

Unsere Analytik wird von universitären Arbeitsgruppen (Geologie, Pharmazie), der Industrie (Forschungsaufträge) und der Zivilbevölkerung (z. B. nach Tschernobyl) in Anspruch genommen.

Radiochemische Synthesen:

Unsere derzeitigen Forschungsinteressen zielen auf die Herstellung von 99mTc-markierten Radiopharmaka, die für die nuklearmedizinische Diagnostik geeignet sind. So wurde das Radiodiagnostikum TECHNEPINE synthetisiert, welches die Untersuchung der Parkinson-Krankheit mittels SPECT (einem Standardverfahren der klinischen Nuklearmedizin) ermöglichen soll.

Radiodiagnostika sind oft sehr polar. In diesem Fall werden sie an redoxaktive Verbindungen gekoppelt, so daß diese gemeinsam die Blut-Hirn-Schranke überwinden können. Diese Arbeiten werden zusammen mit der Arbeitsgruppe von Herrn Prof. Johannsen, Forschungszentrum Rossendorf, Dresden und klinischen Arbeitsgruppen in Marburg durchgeführt.

Strahlenschutz und Radioökologie:

Im Rahmen eines EU-Forschungsprojekts, in welchem wir mit Gruppen aus Finnland, Schweden, Österreich und Deutschland zusammen arbeiten, wird die effiziente Abtrennung von natürlichen Radionukliden aus Trinkwasser untersucht. In den nordischen EU-Mitgliedsländern erfolgt die Wasserversorgung der Haushalte häufig noch über dezentrale Brunnen. Unter ungünstigen geologischen Bedingungen sind die Radionuklidkonzentrationen in Brunnenwässern so hoch, daß aus radiologischer Sicht eine Abtrennung der natürlichen Radionuklide angezeigt ist, um zusätzliche Strahlenbelastungen für die betroffenen Personen zu reduzieren.

Molekulare Biophysik:

Neben der Identifikation langlebiger Radionuklide ermöglicht die Flugzeit-Massenspektrometrie die Charakterisierung anorganischer und organischer Festkörper (z.B. Peptide). Besonders erwähnt wird die klinische Anwendung dieser Massenspektrometrie in der Pharmakokinetik von Zytostatika. Im Verlauf unserer Kooperation mit russischen Kollegen zum Thema "Untersuchung von Lebensdauer und Zerfallseigenschaften angeregter Biomoleküle im Feld von Oberflächen" wurden Modellberechnungen zur Lebensdauer angeregter Molekülcluster und zur gezielten Dissoziation großer Moleküle erarbeitet. Die Experimente zur oberflächeninduzierten Dissoziation großer organischer Molekülionen bei streifendem Einfall erfolgen mit Primärionen einer Cf-252-Plasma-Desorptions- oder einer MALDI-Ionenquelle.

Pharmakokinetik:

Die Plasma-Desorptions-Massenspektrometrie gestattet die quantitative Bestimmung von Pharmaka im Blut von Patienten. Hierzu wird ein interner Standard zu den Patientenproben gegeben, der gleiche chemische Eigenschaften wie der zu untersuchende Stoff hat, aber eine unterschiedliche Masse. Nach Abtrennung beider Substanzen vom Patientenplasma und Reinigungsschritten läßt sich das quantitative Verhältnis beider Stoffe im Massenspektrometer bestimmen. Da die eingesetzte Stoffmenge des internen Standards bekannt ist, läßt sich die Menge des zu untersuchenden Pharmakons aus dem Verhältnis beider Stoffe bestimmen.

Klinische Anwendung findet dieses Verfahren bei den Zytostatika Etoposid (interner Standard: Teniposid) und beim Doxorubicin (interner Standard: Daunorubicin). Aufgrund der individuell unterschiedlichen Abbaugeschwindigkeiten läßt sich mit Hilfe dieses Verfahrens die für den einzelnen Patienten optimale Dosierung bestimmen.


Zuletzt aktualisiert: 04.02.2014 · Michael Marsch

 
 
 
Fb. 15 - Chemie

Fb. 15 - Chemie, Hans-Meerwein-Straße 4, 35032 Marburg
Tel. +49 6421/28-25543, Fax +49 6421/28-28917 , E-Mail: dekanat@chemie.uni-marburg.de

URL dieser Seite: https://www.uni-marburg.de/fb15/radiochemie/ak_jungclas

Impressum | Datenschutz