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14.04.2015

"Bekämpft, gefördert und beschworen: Die Familie im Spiegel gesellschaftlicher Debatten"

Eröffnungsvortrag der interdisziplinären Ringvorlesung "Konstrukt Familie. Neue Konstellationen, alte Normativitäten und kritische Befragungen aus der Perspektive der feministischen Wissenschaft."

Zeit: 16.04.2015 18:00 h - 16.04.2015 20:00 h
Ort: Ort: Hörsaalgebäude, Biegenstr.14, Raum +2/0090

Referierende/Beteiligte:

Prof. Dr. Annette Henninger (Institut für Politikwissenschaft/geschäftsführende Direktorin des Zentrums für Gender Studies)

Weitere Informationen:

Bekämpft, gefördert und beschworen: Die Familie im Spiegel gesellschaftlicher Debatten

"Als Einstieg in die Vorlesungsreihe zeichnet der Vortrag Themenkonjunkturen der gesellschaftlichen Debatte über die Familie nach. Die neue Frauenbewegung in den westlichen Industrieländern identifizierte die Kleinfamilie mit einem männlichen Ernährer und einer nicht-erwerbstätigen Hausfrau und Mutter als Konstrukt der bürgerlichen Moderne. Sie bekämpfte die Familie als einen Ort der Ausbeutung der unbezahlten Arbeit von Frauen und der Gewalt von Männern über Frauen. Die neuen sozialen Bewegungen experimentierten mit Lebensformen jenseits der Kleinfamilie. Zugleich wurde die Kleinfamilie im ‚goldenen Zeitalter’ des westlichen Wohlfahrtsstaates staatlich gefördert. Die feministische Wohlfahrtsstaatsforschung wies nach, das dies im Ländervergleich in unterschiedlicher Intensität geschah: So galten die skandinavischen Länder als Vorreiter eines egalitären Wohlfahrtsstaates, während im konservativen Deutschland das männliche Ernährermodell besonders intensiv gestützt wurde. Obwohl durch die Wiedervereinigung mit dem in der DDR verbreiteten Doppelverdiener-Modell konfrontiert, reagierte Deutschland erst verspätet auf den Wandel von Geschlechternormen und die Pluralisierung von Familienformen. Im Kontext der jüngsten familienpolitischen Reformen wurde ein neues Elterngeld mit Vätermonaten eingeführt, der Ausbau der Kleinkindbetreuung forciert und zuvor an die heterosexuelle Ehe gebundene Vergünstigungen auf gleichgeschlechtliche Paare ausgeweitet. Manchen geht diese Modernisierung zu weit: die konservativen Parteien setzten ein Betreuungsgeld für traditionelle Familien durch, und die AfD betrachtet die Familie wieder als ‚Keimzelle der Nation’. Rechtskonservative beschwören damit eine Lebensform, die sich de facto im Niedergang befindet."

Der Vortrag ist Teil der interdisziplinären Ringvorlesung im Sommersemester 2015 im Rahmen des Studienprogramms "Gender Studies und feministische Wissenschaft".

Für mehr Informationen zum Themenschwerpunkt und zum Programm der Ringvorlesung >>...hier

Veranstalter:

Zentrum für Gender Studies und feministische Zukunftsforschung

Zuletzt aktualisiert: 11.05.2015 · Zentrum für Gender Studies und feministische Zukunftsforschung

 
 
 
Gender Studies

Zentrum für Gender Studies und feministische Zukunftsforschung,
Wilhelm-Röpke-Str. 6F, 35032 Marburg Tel. +49 6421/28-24823, Fax +49 6421/28-24841, E-Mail: genderzukunft@staff.uni-marburg.de

URL dieser Seite: https://www.uni-marburg.de/genderzukunft/aktuelles/events/rv2015/eventext.2015-04-14.7830381879

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