Das Anfertigen wissenschaftlicher Hausarbeiten
1 Vorbemerkung
Die folgende Darstellung ist größtenteils von Herrn Prof. Rode, tätig an der Universität Halle, übernommen worden.
2 Die Formulierung der Fragestellung
Um sowohl die
Materialsuche als auch deren Auswertung und das Verfassen der
eigentlichen Arbeit mit möglichst wenig Reibungsverlusten zu belasten,
muss möglichst frühzeitig das Thema genau formuliert werden. Es
empfiehlt sich weiterhin, das Thema frühzeitig in Frageform zu
bearbeiten. Hausarbeit und Referat sind in diesem Zusammenhang insofern
zu unterscheiden, als das Referat einen Überblick über die Thematik
geben und in eine Diskussion im Seminar münden soll, die Hausarbeit
soll hingegen klar auf die Beantwortung der Fragestellung ausgerichtet
sein. Sie kann also je nach Interesse der Verfasserin oder des
Verfassers viel stärker eingegrenzt sein.
Nehmen wir als Beispiel das in dem Seminar vorgegebene Thema
"Terrorismus" an. Ein solches Thema lässt sich immer aus völlig
verschiedenen Blickwinkeln betrachten, die so unterschiedlich sein
können, dass die gleichzeitige Bearbeitung in einem Referat unmöglich
ist.
Zu einer genaueren Fragestellung lässt sich z. B. kommen, indem das
einzelne Thema in den Gesamtrahmen des Seminars eingebettet wird. Die
Fragestellung wird also eine andere sein, wenn der Seminartitel
"Terrorismus als Faktor internationaler Politik" lautet, als wenn der
Titel der Veranstaltung "Terrorismus im Nahen und Mittleren Osten" ist.
Im letzteren Fall müsste das Thema eher unter der Fragestellung "Wie
beeinflusst der Terrorismus im Nahen und Mittleren Osten das
Internationale System?" bearbeitet werden. Das Thema ist auf diesem
Wege bedeutend präziser geworden. Die Materialsuche und die Bearbeitung
erleichtern sich damit ungemein.
Grundsätzlich sei hier auf die Bedeutung der Fragestellung verwiesen.
Aufgabe von politikwissenschaftlichen Arbeiten, auch von Hausarbeiten
während des Studiums, ist nicht die reine Deskription, sondern die
Analyse von Zusammenhängen und Prozessen. Eben diese müssen in der
Fragestellung präzis formuliert sein. Eben nicht: Warum gibt es
Terrorismus? Sondern: Welche Hauptfaktoren führten zu
Terrorismus?
Je klarer und präziser die Fragestellung formuliert ist, desto besser
wird auch die Hausarbeit. Ziel sollte also immer sein, mit der eigenen
Arbeit zu neuen Erkenntnissen zu kommen. Eine Bearbeitung von Quellen
und Dokumenten ist dazu meist unumgänglich.
Sollten Schwierigkeiten bei der Eingrenzung des Themas bestehen (was
nicht gerade selten ist), empfiehlt es sich, Rücksprache mit der
Dozentin oder dem Dozenten zu nehmen. Das kann bereits in der ersten
Seminarsitzung bei der Themenvergabe geschehen, ansonsten sind die
Sprechstunden als das geeignete Forum zu betrachten. Ihre Nutzung wird
dringend empfohlen. Hier können sowohl eine vorläufige Gliederung als
auch die ersten Ergebnisse des Bibliographierens besprochen werden.
3 Das Ausgangsmaterial
Bei der
Materialsuche ist nicht Quantität, sondern Qualität entscheidend, bei
einem Mindestmaß an Literatur: zwei Texte, und wenn sie noch so gut
sind, reichen freilich nicht. Auch eine einfache Hausarbeit im
BA-Studium sollte ca. 8 bis 10 Titel umfassen. Bei Referaten, Seminar-
und Hausarbeiten sowie bei BA- und MA-Arbeiten soll nicht eine
vollständige Literaturauswertung erreicht werden. Dies ist meist erst
bei Dissertationen und Habilitationen erforderlich. Allerdings müssen
die Literaturverzeichnisse mit dem wachsenden Anspruch an eine Arbeit
mitwachsen.
Bei der Auswahl der Titel sollte auf Ausgewogenheit geachtet werden, d.
h. alle Gesichtspunkte der Thematik sollten erfasst und alle Positionen
beachtet werden. Es sollte möglichst nicht nur Sekundärliteratur
verwendet, sondern auch Quellen (am besten immer in der
Originalsprache) bearbeitet werden. Außerdem empfiehlt es sich, schon
frühzeitig fremdsprachige Texte zu benutzen.
3.1 Die Literatursuche
Grundsätzlich sind
verschiedene Strategien zum Auffinden der benötigten Literatur möglich.
Welche letztlich gewählt wird, ist weniger entscheidend, als dass sie
konsequent durchgehalten und systematisch durchgeführt wird.
Normalerweise wird beim Bibliographieren mit den Literaturlisten, die
in den Lehrveranstaltungen verteilt worden sind, begonnen. In aller
Regel handelt es sich dabei um Literatur, die in der jeweiligen
Institutsbibliothek vorhanden ist. Diese Literaturlisten sind
allerdings immer auf die gesamte Veranstaltung abgestimmt, so dass für
eine spezielle Thematik weitere Literatur gefunden werden muss. Dafür
empfehlen sich die Handapparate, die in den Bibliotheken aufgestellt
sind, sowie die Durchsicht der Sachkataloge der Universitäts- und der
Institutsbibliothek. Außerdem können andere Bibliotheken aufgesucht
werden. Hier sind zu nennen die einzelnen Staatsbibliotheken und die
Deutsche Nationalbibliothek in Frankfurt. Bei der Benutzung von
Schlagwort- und Sachkatalogen müssen in allen Bibliotheken immer
mehrere Schlagwörter oder Sachbegriffe konsultiert werden.
Da das Aufsuchen anderer Bibliotheken mit Kosten- und Zeitaufwand
verbunden ist, empfiehlt es sich für das reine Bibliographieren,
zunächst mit Standardbibliographien und Bibliographien der
Zeitschriftenliteratur zu beginnen. Die dort aufgefundene Literatur
kann dann entweder (so sie vorhanden ist) in der eigenen Bibliothek
ausgeliehen werden, oder sie muss per Fernleihe bei anderen
Universitäten bestellt werden. Bei reinen Präsenzbibliotheken, wie z.
B. der Deutschen Bibliothek, lässt es sich allerdings nicht vermeiden,
die Reise anzutreten. Dies sollte allerdings nicht geschehen, ohne sich
vorher über Ausleihbedingungen und Öffnungszeiten genauestens
informiert zu haben.
Das Internet hat sich in den 90er Jahren zu einem wissenschaftlichen
Werkzeug entwickelt, welches aus vielen Forschungsprojekten nicht mehr
wegzudenken ist. Es bietet weltweiten, einfachen und schnellen Zugang
zu einer Vielzahl von Informationen, Originaldokumenten und
Hintergründen. Allerdings ist bei der Nutzung dieses neuen Mediums
immer die an sich chaotische Struktur und häufig gegebene
Undurchsichtigkeit der Güte der Quellen zu bedenken. Auch hier gilt,
dass nur die Nutzung von verlässlichen Quellen in Frage kommt. Die
Websites von internationalen Organisationen und Regierungen (z.B. EU,
NATO, UNO, Auswärtiges Amt, Arabische Liga, OPEC) kommen diesem
Kriterium häufig sehr nahe. Allgemein ist zu bedenken, dass durch den
publizistisch sehr einfachen Zugang zum Medium die Darstellung von
interessengeleiteten Inhalten auf vielen Websites wissenschaftlich von
geringem Belang sein kann. Daher kommt der eigenen Recherchestrategie
und der eigenen Wertung und Selektion des Materials eine dominierende
Bedeutung zu. Bei der Suche nach Quellen helfen Suchmaschinen. Zitate
aus dem Netz müssen immer unter Angabe der kompletten Internet-Adresse
angegeben werden; da diese Adressen (und die Inhalte) wechseln können,
empfiehlt sich ein Ausdruck des entsprechenden Web-Dokuments und die
Aufbewahrung zwecks späterer Vorlage zur Überprüfung des Zitats.
Die Elektronische Zeitschriftenbibliothek der Universität Marburg und das Datenbank- Infosystem (DBIS) helfen euch bei der Suche nach Artikeln in Zeitschriften wie dem International Journal of Middle Eastern Studies oder auch zum Beispiel dem British Journal of Middle Eastern Studies. Alle Zeitschriften, die mit grün markiert sind, können über das universitäre Internet umsonst gelesen werden, gelbe Markierungen sind nur teilweise lesbar und bei roten Markierungen ist nur das Inhaltsverzeichnis zu sehen.
Bei einer
Vorgehensweise, bei der noch keine oder nur wenige AutorInnen und Titel
bekannt sind, wären die Großlexika ein möglicher Einstieg. Artikel zu
einzelnen Themen sind dort fast immer mit Literaturangaben verbunden,
die weiter verfolgt werden können. Des weiteren empfiehlt sich die
Konsultation der einschlägigen Fachlexika bei deren Begriffsklärung in
aller Regel auch die Grundlagenliteratur aufgeführt ist. Insbesondere
diese Konsultationen werden viele Wege einsparen. Außerdem sollten die
letzten Jahrgänge der Fachzeitschriften nach Rezensionen zum Thema
durchgesehen werden. Auch finden sich in den Fachzeitschriften immer
die aktuellsten Äußerungen zu einer bestimmten Thematik, denn die
Herstellung eines Buches dauert länger als das Verfassen eines
Aufsatzes. In den Fachzeitschriften finden auch die wissenschaftlichen
Auseinandersetzungen statt. Es kommt deshalb häufig vor, dass auf einen
Aufsatz eine Erwiderung und darauf wieder eine Replik des ersten Autors
erscheint. Dadurch hat man dann gleich mehrere Positionen zu einem
Thema gefunden.
Des weiteren besteht die Möglichkeit, in Form des Schneeballsystems
durch bereits bekannte Literatur weitere neue Autoren und Titel zu
finden. Dazu werden die bereits bekannten Titel im Autorenkatalog
herausgesucht und die in den jeweiligen Literaturverzeichnissen
gefundenen Titel weiterbearbeitet. Die Auswertung der
Literaturverzeichnisse der benutzten Bücher ist in jedem Fall
notwendig, nicht immer aber ausreichend, da nicht davon ausgegangen
werden kann, dass die gesamte für dieses Thema relevante Literatur in
diesen Büchern aufgeführt ist. Weiteres Manko dieser Vorgehensweise
ist, dass ein Buch natürlich keine Literatur mehr aufnehmen kann, wenn
es bereits erschienen ist. Es wird also am Ende der Literatursuche kein
Buch vorhanden sein, das neuer ist als jenes, was man am Anfang benutzt
hat. Wenn man dem Schneeballsystem folgt, ist also unbedingt auf das
Erscheinungsdatum zu achten. Sehr ergiebig in Bezug auf ihre
Literaturverzeichnisse sind in aller Regel aktuelle Dissertationen,
Magister-, Diplom- und Staatsexamensarbeiten.
Wichtig für das Auffinden der Standardliteratur ist auch die Durchsicht
der fachspezifischen Handbücher. Zu empfehlen ist auch die Auswertung
von Verlagsprospekten nach Neuerscheinungen sowie die Durchsicht der
Tages- und Wochenpresse nach Besprechungen von politischer Literatur.
Auch sollten die Bibliographien des Faches durchgesehen werden.
In aller Regel werden auf diesem Wege mehr Bücher gefunden, als
letztendlich für das Referat verwendet werden können. Die Entscheidung
darüber, ob ein Titel verwendet werden muss oder nicht, kann häufig
nicht nur allein nach dem Titel gefällt werden. Zur besseren
Beurteilung eines Buches empfiehlt sich, sowohl Einleitung als auch
Gliederung genauestens durchzusehen und einen Blick, in bezug auf
weitere Literatursuche, auf das Literaturverzeichnis zu werfen.
Außerdem sollten die möglicherweise für das Referat relevanten Kapitel
bereits jetzt diagonal gelesen werden. Dies bedeutet, dass der Text
nicht komplett gelesen, sondern mehr durchgesehen wird. Dabei kann man
sich dann auf bestimmte Schlag- oder Reizwörter oder aber auch
ausschließlich auf Substantive konzentrieren, je nach dem, was für das
Thema sinnvoll ist. Das genauere Durcharbeiten dieser Kapitel wird in
einem späteren Stadium stattfinden.
3.2 Materialselektion
Ausgewählt werden
muss alles, was direkt oder indirekt für die Arbeit von Bedeutung ist,
also alles, was zur Beantwortung der Fragestellung nützlich ist. Hier
zeigt sich wieder, wie wichtig es ist, mit einer guten Fragestellung zu
arbeiten. Je präziser diese ist, desto leichter fällt die
Materialauswahl.
Alles, was direkt für die Beantwortung der Frage wichtig ist, taucht
dann später auch wieder in der Arbeit auf. Alles, was nur indirekt von
Bedeutung ist oder dem Leser weitere sinnvolle Informationen gibt,
gehört in die Fußnoten. Aber auch hier gilt, dass ein wichtiger Bezug
zur Fragestellung bestehen muss, Fußnoten sollen nicht zu umfangreich
sein. Alles, was weder direkt noch indirekt die Frage beantworten kann,
gehört nicht in die Arbeit.
3.3 Materialauswertung
Bei der Auswertung des aufgefundenen Materials sollte die Zeitkomponente nicht vernachlässigt werden. Jedes Referat und jede Hausarbeit muss innerhalb eines bestimmten Zeitrahmens erstellt und fertiggestellt werden. Es ist deshalb unmöglich, jedes Buch von A - Z zu lesen, auch wenn möglichst viel gelesen werden sollte. Dies ist insbesondere bei den wirklich wichtigen Quellen und Darstellungen dringend erforderlich. Alles andere muss diagonal oder selektiv gelesen werden. Eine Möglichkeit besteht darin, aus dem Inhaltsverzeichnis die entsprechenden Kapitel herauszusuchen und diese zu lesen oder entsprechende Passagen über das Schlagwortregister zu finden. Es sollte allerdings darauf hingewiesen werden, dass Schlagwortregister nur in den seltensten Fällen vollständig sind. Bei der Auswertung ist immer darauf zu achten, dass exakt gearbeitet wird. Ein späteres Auffinden des Fundortes muss immer möglich sein, eine Unterscheidung zwischen wörtlichen und sinngemäßen Zitaten muss deutlich bleiben.
4 Die Gestaltung der Arbeit
4.1 Deckblatt
Auf dem Deckblatt
müssen leicht und schnell alle wichtigen Daten erkennbar sein, es
müssen angegeben sein:
Universität,
Fachbereich,
Institut,
Thema der Arbeit,
Titel des Seminars,
Dozent,
Name des Autors mit seinen Fächerkombinationen,
angestrebter Studienabschluss,
Semesterzahl,
Adresse.
4.2 Gliederung
Die Gliederung der
Arbeit muss sich auf Blatt 2 befinden. Schematisch sollte sich diese
Gliederung am besten nach DIN 1421 richten, bei der die Hauptabschnitte
des Textes fortlaufend nummeriert sind (siehe auch die Gliederung
dieser Arbeit). Diese Hauptabschnitte können dann in beliebig viele
Unterabschnitte unterteilt werden, wobei diese ihrerseits wieder in
weitere Abschnitte unterteilt werden können und fortlaufend nummeriert
werden. Diese schematische Gliederung hat den Vorteil, dass sie bis in
eine beliebige Tiefe fortgesetzt werden kann. Ein Beispiel befindet
sich im Anhang.
Inhaltlich muss die Gliederung ein Einleitungskapitel, mindestens zwei
inhaltliche Kapitel zur Thematik, die freilich beide untergliedert sein
können, und ein Abschlusskapitel umfassen, in dem resümiert werden
soll. Außerdem sind unterhalb der inhaltlichen Kapitel alle weiteren
Anhänge im Abschluss der Arbeit aufzuführen, wie z. B.
Literaturverzeichnis oder Abkürzungsverzeichnis. Alle Kapitel und auch
der Anhang sind mit der entsprechenden Seitenzahl zu versehen.
4.3 Einleitung
Die Einleitung umreißt das Thema etwas genauer, als dies der Titel der Arbeit kann. Es findet an dieser Stelle sozusagen eine Eingrenzung statt. Hier wird aufgezeigt, welcher Fragestellung und welchen Hypothesen die Arbeit folgt. Von welchen Prämissen wird ausgegangen, und welcher theoretische Ansatz wird verfolgt? Es erfolgt auch ein kurzer Abriss dessen, was in den einzelnen inhaltlichen Kapiteln bearbeitet werden soll. Außerdem besteht hier die Möglichkeit, auf Besonderheiten der Arbeit hinzuweisen.
4.4 Inhaltliche Kapitel
Diese Kapitel stellen den eigentlichen Kern der Arbeit dar. Wie weit sie untergliedert werden, hängt von der Thematik ab. Dabei ist einerseits darauf zu achten, dass diese Untergliederung so weit geht, dass spezielle Kapitel sehr leicht aufzufinden sind. Andererseits darf eine Untergliederung aber nicht so weit gehen, dass der Text nicht mehr flüssig lesbar ist.
4.5 Resümee
In diesem Kapitel sollen die zentralen Thesen der Arbeit kurz zusammengefasst und bewertet werden. Aus dem Resümee muss die Stellung des Autors deutlich werden und klar werden, ob die eingangs vorgestellten Hypothesen belegt oder widerlegt worden sind. Es soll klar werden, zu welchen Ergebnissen die Arbeit gekommen ist, welchen Ertrag sie eingebracht hat. Außerdem könnte die Arbeit an dieser Stelle in einen größeren politischen und wissenschaftlichen Rahmen eingeordnet werden.
4.6 Schriftbild
Letztlich kann
keine für alle verbindliche Anweisung für die Gestaltung der Arbeit in
bezug auf ihr Schriftbild gemacht werden. Hier sind gestalterische
Freiheiten gegeben. Wichtig ist allerdings, dass auf Einheitlichkeit
der Schreibweise (Überschriften, Zitierweise, Anmerkungen) geachtet
wird und die Seitenränder ausreichend breit sind. Sinnvoll ist, sich
frühzeitig an ein Schema zu gewöhnen, das auch dauerhaft zu verwenden
ist. Im folgenden einige Vorschläge.
» Grundsätzlich ist immer auf DIN a 4 Format zu schreiben.
» Der Seitenrand sollte oben 2,5 cm, unten 2 cm, links 2,5 cm und
rechts 4 cm betragen.
» Bei der Schriftart sollte eine 12 Punkte Schrift.
» Der Zeilenabstand muss 1,5 Zeilen betragen.
» Die Überschriften stehen linksbündig und sollten nach ihrer
Wertigkeit unterschiedlich gestaltet werden.
1 Kapitelüberschrift: Schriftgröße 18 Punkte; Abstand zum Text:
5 Zeilen; mit einem neuen Kapitel sollte auch immer eine neue Seite
beginnen.
1.1 Unterüberschrift: Schriftgröße 14 Punkte; Abstand zum
folgenden Text: 1 Zeile, zum vorhergehenden: 3 Zeilen
1.1.1 Zweite Unterüberschrift: Schriftgröße 12 Punkte; Abstand
zum folgenden Text: 1 Zeile, zum vorhergehenden: 1,5 Zeilen
1.1.1.1 Dritte Unterüberschrift (und alle weiteren):
Schriftgröße 12 Punkte; Abstand zum folgenden Text: 0,5 Zeile, zum
vorhergehenden: 1 Zeile
Aber: nicht über vier Ebenen und mindestens zwei Punkte pro Ebene
5 Quellennachweise
Quellennachweise müssen dem Leser die Möglichkeit geben Textpassagen des Originals oder einer Quelle aufzufinden. Außerdem müssen diese sehr exakt bearbeitet werden, damit nicht der Vorwurf des Plagiats erhoben werden kann. Nachgewiesen werden muss grundsätzlich alles, was wörtlich oder sinngemäß übernommen wird. Also alles, was von anderen Autoren (oder aus einem Dokument) an Fakten, Daten oder Gedanken, Ideen und Wertungen stammt. Eine durchschnittliche Fußnotenhäufigkeit von 3-4 pro DIN-A-4 Seite kann in diesem Sinne als hinreichend angenommen werden.
5.1 Zitate im Text
Grundsätzlich sind
zwei Formen der Zitate zu unterscheiden:
1. das sinngemäße Zitat, in dem die Meinung oder Äußerung eines anderen
Autors wiedergegeben wird,
2. das wörtliche Zitat, dass exakt mit einer Textpassage im Original
übereinstimmt.
Im ersten Fall hat man die Möglichkeit, den Gedankengang des Autors, in
indirekter Rede, frei neu zu formulieren oder mit anderen Worten
darzustellen, wobei allerdings auf keinen Fall der Sinn verändert oder
gar entstellt werden darf. Diese Zitate sind zu kennzeichnen und zu
belegen. Im zweiten Fall muss die entsprechende Textpassage exakt
übernommen werden. Es darf kein Komma und keine Hervorhebung
ausgelassen werden, jede Veränderung muss kenntlich gemacht werden und
zwar in eckigen Klammern. Zum Beispiel wird eine Auslassung durch
eckige Klammern mit Punkten [...] kenntlich gemacht. Sollen bestimmte
Begriffe zur Verdeutlichung hervorgehoben werden, so muss auch dies in
eckigen Klammern kenntlich gemacht werden [Hervorhebung von ...].
Es gibt zwei Möglichkeiten zu zitieren. Wichtig ist eine einheitliche Zitierweise, d.h. entweder die amerikanische oder die deutsche.
Amerikanische:
Im Satz und nach dem Zitat in einer Klammer Autor, Jahr, Seite schreiben.
Beispiel: „In der gemeinsamen Erklärung der USA und der Sowjetunion sprachen sich die USA jedoch für eine Beteiligung der Palästinenser in Genf aus, ohne vorher die Zustimmung Israels eingeholt zu haben, obwohl sie wussten, daß Israel gegen ein solches Vorgehen votieren würde“ (Hacke, 1985, 67).
Deutsche:
1. durch eine hochgestellte Anmerkungsziffer im Text, die auf das
wörtliche bzw. sinngemäße Zitat folgt. Diese hochgestellte Zahl
erscheint dann erneut unten auf derselben Seite. Dort wird dann im
Format des Buches von Reinhard Rode (Hrsg.), Die Integration
Mittelosteuropas in die Weltwirtschaft, Amsterdam 1998, S. 1 ff. die
genaue Quelle und die Seitenzahl angegeben. Bitte verwenden Sie nur auf
der selben Seite stehende Fußnoten, um den Lesefluss nicht zu
beeinträchtigen.
Wenn ein Titel zum ersten Mal zitiert wird, muss eine vollständige
Literaturangabe erfolgen, wie sie auch im Literaturverzeichnis verlangt
wird. Bei jedem weiteren Mal ist es möglich auf diese Angabe zu
verweisen:
1. ebd., S.17 Das Zitat stammt aus dem gleichen Buch, wie das
unmittelbar vorher genannte und zwar ebenda auf Seite 17
2. Reinhard Rode: a.a.O., S. 35. Das Zitat befindet sich in dem bereits
erwähnten Buch von Reinhard Rode auf Seite 35. Bei dieser verkürzten
Angabe ist allerdings darauf zu achten, dass sie eindeutig ist und
nicht mit einem anderen Titel verwechselt werden kann. Um dies zu
vermeiden, ist es möglich, die Angabe durch einen Verweis auf die
entsprechende Anmerkung zu ergänzen, in der der vollständige Titel
angegeben ist, etwa: Reinhard Rode: a.a.O. (Anm. 17), S.35.
Bei wörtlichen Zitaten wird ausschließlich die Quelle angegeben, bei
sinngemäßen Zitaten ist mit einem Vergleiche (abgekürzt: Vgl.) zu
beginnen. Zudem kann in einer Fußnote auf weitere wichtige Literatur
hingewiesen werden. Im Gegensatz zum normalen Text werden die Fußnoten
engzeilig geschrieben. Jede zweite und weitere Zeile der Fußnote wird
eingezogen.
Angaben aus dem Internet werden mit komplettem Titel incl. Autor,
Adresse und Tag der Recherche nachgewiesen.
Es muss ein angemessenes Verhältnis zwischen Internetquelle (Primärquelle) und wissenschaftlicher Literatur (Sekundärquelle) herrschen.
Beispiel Internetzitat:
Glassen, Erika (1981): Religiöse Bewegungen in der islamischen
Geschichte des Irans. In: Religion und Politik im Iran: eine
Veröffentlichung des Berliner
Instituts für Vergleichende
Sozialforschung. Frankfurt am Main: Syndikat, 1981.
(Mardom
nameh ; 1981), S. 58 – 77. http://www.freidok.uni-freiburg.de/volltexte/4350/
; Zugriff am 14. August 2009.
Beispiele:
1 - Ted Robert Gurr, The Transformation of the Western State: The
Growth of Democracy, Autocracy and State Power since 1800, in: Alex
Inkeles (Hg.), On Measuring Democracy, New Brunswick 1991, S.
69-104
2 - Klaus von Beyme, Systemwechsel in Osteuropa, Frankfurt 1994.
3 - Vgl. von Beyme, a.a.O. (Anm. 2), S.57
5.2 Literaturverzeichnis
Im Literaturverzeichnis müssen sämtliche Titel, die in der Arbeit in irgendeiner Form benutzt worden sind, aufgeführt werden. Dies muss so geschehen, dass jeder Titel leicht wiederfindbar ist. Grundsätzlich ist das Literaturverzeichnis alphabetisch nach den Nachnamen der Autoren zu ordnen.
5.3 Eidesstattliche Erklärung
Die Annahme der
fertig gestellten wissenschaftlichen Arbeit (Hausarbeit) durch die
Universität erfolgt nur unter der Bedingung der Abgabe einer Eidesstattlichen Erklärung.
Auf die strafrechtlichen Konsequenzen einer eidesstattlichen
Falschaussage bzw. eines entsprechenden Täuschungsversuchs wird
hingewiesen.
7 Bewertungskriterien für Hausarbeiten
Für die Bewertung
der Arbeit sind die bisher aufgeführten Punkte wichtig. Die
wesentlichsten sollen hier noch einmal zusammengefasst werden.
Ganz entscheidend für die Qualität der Arbeit, und damit auch für die
Note, ist die Eingrenzung des Themas und insbesondere die Klarheit der
Fragestellung. Wichtig ist weiterhin, dass der Autor ihrer Beantwortung
konsequent nachgeht, so dass die Arbeit in diesem Sinn logisch
aufgebaut ist, dass also die Zielsetzung (die Beantwortung der Frage)
systematisch verfolgt wird.
Des weiteren wird die Bearbeitung der Sekundärliteratur bewertet. Wird
diese inhaltlich korrekt wiedergegeben und werden die unterschiedlichen
Interpretationsansätze bearbeitet und gegeneinander gewichtet?
Selbstverständlich werden auch die formalen Kriterien bewertet. Direkte
und indirekte Zitate müssen immer und korrekt belegt sein. Wörtliche
Zitate müssen einwandfrei wiedergegeben werden. Auch Angaben im
Literaturverzeichnis müssen fehlerfrei sein. Die Art der Wiedergabe
muss stringent verfolgt werden.
Zusätzlich positiv wird bewertet, wenn fremdsprachige Literatur (dies
dürfte in der Regel englische sein) benutzt wird. Bei den meisten
Themen wird eine Benotung mit "sehr gut" ohne die Verwendung
fremdsprachlicher Literatur schwerlich zu erreichen sein.
Nicht zu vermeiden ist, dass auch Rechtschreibung, Zeichensetzung und
sprachliche Ausdruck in die Bewertung eingehen.

