Hauptinhalt

Forschungsprojekte

laufende Verbundprojekte

Merian Centre for Advanced Studies in the Maghreb (MECAM)
BMBF, 2020-2023 (erste Phase)

Mit dem 2020 gegründeten „Merian Centre for Advanced Studies in the Maghreb“ (MECAM) entsteht in Tunesien eine Plattform für den regionalen und internationalen Forschungsaustausch zum Leitthema „Imagining Futures – Dealing with Disparity“. Das Zentrum ist an der renommierten Université de Tunis in der tunesischen Hauptstadt angesiedelt. Im Fokus der Forschungsarbeit stehen die Auswirkungen mehrdimensionaler Disparität auf Modelle, Visionen und Vorstellungen von Zukunft.

Neben der Philipps-Universität Marburg zählen zu den Partnern des MECAM-Konsortiums in Deutschland die Universität Leipzig, das GIGA - German Institute of Global and Area Studies in Hamburg und das Forum Transregionale Studien in Berlin. Als regionale Partner fungieren neben der Université de Tunis die Universität Sfax und das Institut Tunisien des Ètudes Stratégiques (ITES) in Tunesien sowie weitere Partner aus Marokko und dem Libanon.

Weitere Informationen zum Merian Centre for Advanced Studies in the Maghreb (MECAM) finden Sie hier.

Rohstoffextraktivismus in Lateinamerika und dem Maghreb

Die Presseerklärung zum Projektstart finden Sie hier

Kurzbeschreibung:

Rohstoffe sind eines der wichtigsten Schmiermittel der Weltwirtschaft. Viele Länder des Globalen Südens haben sich auf den Abbau und den Export von Rohstoffen – auf Rohstoffextraktivismus - spezialisiert. Lateinamerika und der Maghreb stehen exemplarisch für dieses Entwicklungsmodell. Sei es durch verstärkte Preisvolatilität oder durch Veränderung der Nachfrage: Rohstoffextraktivismus ist krisenanfällig und führt zu wirtschaftlichen, politischen und sozialen Verwerfungen. Die ökologische Transformation im Westen kann derartige Krisen verschärfen, denn Nachhaltigkeitspolitiken stellen Rohstoffgesellschaften vor enorme Herausforderungen. Gleichzeitig machen Umweltstrategien wie Elektromobilität das Erschließen neuer Ressourcen (z.B. Lithium) notwendig.

Über die Zusammenarbeit von zwei Regionalforschungs- und zwei Merian-Zentren in Kassel und Marburg untersucht das Projekt diese Schattenseite der ökologischen Wende in Lateinamerika in dem Maghreb in transregionaler Perspektive. In drei Länderfällen pro Untersuchungsregion werden die Krisenszenarien, Wandlungsmöglichkeiten sowie die Beharrlichkeit des Entwicklungsmodells Rohstoffextraktivismus analysiert. Das Projekt will Rohstoffgesellschaften nicht als Devianz vom westlichen Entwicklungsweg, sondern in ihrer Eigenlogik verstehen und verbindet diesen starken empirischen Fokus mit Theoriearbeit. Methodisch spannt es einen Bogen von breiten Feldforschungen vor Ort hin zu einem stringenten transregionalen Vergleich. Es leistet einen Beitrag zu (cross-)area studies, indem es zeigt, unter welchen Bedingungen sich trotz großer historischer, kultureller, sozialer und religiöser Unterschiede über unterschiedliche Regionen hinweg ähnliche Formen und Muster gesellschaftlichen Wandels herausbilden. Neben innovativer Forschung und intensiver Nachwuchsförderung ist ein breiter Wissenstransfer in Politik und Gesellschaft und insbesondere in die Entwicklungszusammenarbeit vorgesehen.

Arbeitsplan:

Das Vorhaben will über die Zusammenarbeit von zwei Regional- und zwei Merian-Zentren im transregionalen Vergleich zwischen Lateinamerika und Maghreb die Krisenszenarien, Wandlungsmöglichkeiten sowie die Beharrlichkeit des Entwicklungsmodell Rohstoffexport vor dem Hintergrund der ökologischen Wende erforschen. Damit wird ein Beitrag zur (cross-)area Forschung geleistet und Handlungsempfehlungen für Politik als auch für Entwicklungszusammenarbeit generiert.

Das Projekt gliedert sich in drei Phasen: Ein einer ersten Projektphase wird das Entwicklungsmodell Extraktivismus konzeptionell erfasst und im Anschluss an existierende Ansätze in seinen transregionalen Varianzen einer tiefergehenden Analyse von partikularen Entwicklungsmustern, insbesondere in seiner gesellschaftlichen und kulturellen Binnenwirkung zugänglich gemacht. In einer zweiten Projektphase vertieft das Projekt die Erforschung etablierter Verteilungs-, Konflikt-, und Legitimationsmuster, um sich darauf zu konzentrieren, unter welchen Bedingungen der Wandel dieser Muster die Beharrlichkeit und Transformationsfähigkeit rohstoffexportierender Gesellschaften und ihrer jeweiligen Institutionensettings beeinflusst. In einer dritten Projektphase wird schließlich untersucht, wie weit das Entwicklungsmodell in das Alltagsleben hineinreicht und kulturelle Prozesse und habituelle Routinen beeinflusst. Daran schließt die Frage an, unter welchen Bedingungen Krisen über die Verhärtung kultureller Faktoren die Beharrlichkeit des Entwicklungsmodells stützen oder aber über die Dynamisierung dieser Faktoren Transformationen befördern. Intensive Feldforschung in drei Ländern pro Region und ein intra- als auch interregionales Vergleichsdesign leiten den Erkenntnisprozess. Die Projektphasen werden durch ein internationales Fellowprogramm begleitet.

Weitere Informationen zum Projekt finden Sie unter www.extractivism.de

abgeschlossene Projekte

Re-Konfigurationen. Geschichte, Erinnerung und Transformationsprozesse im Mittleren Osten und Nordafrika
(BMBF, 2013-2019)

Weitere Informationen zum Forschungsnetzwerk Re-Konfigurationen erhalten Sie hier.

Denkfiguren | Wendepunkte. Kulturelle Praktiken und sozialer Wandel in der arabischen Welt.
Leibniz Forschungsgruppe (DFG, 2012-2020)

Weitere Informationen zum Projekt "Denkfiguren | Wendepunkte" finden Sie hier.

Projekte im Rahmen der Transformationspartnerschaften
(Auswärtiges Amt, 2012-2015)

Außenpolitische Vorstellungen moderater islamistischer Parteien
(DFG, 2009-2012)

Weitere Informationen zum Forschungsprojekt "Außenpolitische Vorstellungen moderater islamistischer Parteien" finden Sie hier.

-