Angebote für Semester-, Diplom- und Doktorarbeiten (Dr.rer.nat.) für Studierende der Psychologie (oder anderer Fächer mit neuro- und verhaltenswissenschaftlichen Interessen)
Semester- und Diplomarbeiten:
Thema: Wie wirkt sich Enrichment auf die Ultraschallvokalisation aus?
Als Enrichment oder Enriched environment bezeichnet man Haltungsbedingungen bei Labortieren, die sich durch eine Kombination vermehrter sozialer Beziehungen, körperlicher Übung und anderer nicht-sozialer Stimuli auszeichnen. Derartiges Enrichment wird experimentell eingesetzt, um die Beziehungen zwischen Verhalten und erfahrungsabhängiger Plastizität im Gehirn zu untersuchen, die durch Enrichment erhöht werden kann. Außerdem konnte in einer Reihe von Krankheitsmodellen gezeigt werden, dass Enrichment protektive und therapeutische Effekte haben kann. Dazu zählen Modelle für Morbus Alzheimer, Parkinson, Epilepsie, Schlaganfall, Schizophrenia, affektive Störungen und Angst.
Beim gesunden Tier wurde außerdem gefunden, dass Enrichment angstmindernde Effekte haben kann, normale Habituation und einige kognitive Funktionen verbessert und das Coping bei Stress fördert. Im Unterschied zur Kognition sind Studien, die sich mit den emotionalen Konsequenzen von Enrichment beschäftigen, eher selten. Unsere Arbeitsgruppe forscht seit etlichen Jahren am Phänomen der Ultraschallvokalisation bei Labornagern. So stoßen jugendliche und erwachsene Ratten die sogenannten 50-kHz Rufe aus, und zwar im Kontext von positiv affektiven Reizen wie Sex, Nahrung, Drogen, belohnende elektrische Hirnreizung, soziales Spiel, oder wenn sie gekitzelt werden. Ob derartige Rufe, die als emotionales und soziales Signal verstanden werden können, durch Enrichment beeinflusst werden können, ist aber bisher nicht bekannt. Erwartet wird, dass sich Enrichment positiv auf Emotionalität und Sozialverhalten auswirkt und damit auch auf die 50-kHz Rufe.
Von den geplanten Untersuchungen erwarten wir, dass sie unser Verständnis der Zusammenhänge zwischen Umweltfaktoren und Emotion verbessern. Außerdem könnten sie dazu dienen, die Bedingungen artgerechter Tierhaltung zu verbessern.
Sollten Sie an derartigen Arbeiten im Rahmen von Semester- oder Diplomarbeit interessiert sein, so stehen Ihnen Prof. Schwarting oder Juan Carlos Brenes für weitere Information gerne zur Verfügung.

