10.03.2013
Sexualität, Geschlecht und Literatur. Was Literaturwissenschaft immer noch von der Psychoanalyse lernen kann
Prof. Dr. Thomas Anz (Neuere Deutsche Literatur), Vortrag im Rahmen der Ringvorlesung "Sexualität" im Sommersemester 2013
Zeit:
27.06.2013
18:00 h
- 27.06.2013
20:00 h
Ort:
Hörsaalgebäude, Biegenstraße, Raum +2/0900
Weitere Informationen:
Abstract:
Wenn Literaturwissenschaft sich überhaupt mit Zusammenhängen zwischen Sexualität, Geschlecht und Literatur befasst, dann vorrangig mit literarischen Thematisierungen und durch Literatur im Austausch mit wissenschaftlichen Diskursen vermittelten Vorstellungen von Sexualität und Liebe. Untersuchungen zu literarischen Darstellungsmustern sexuellen Verhaltens gibt es hingegen kaum. Und noch seltener ist eine Anregung aufgegriffen worden, die Sigmund Freud in seinem Vortrag „Der Dichter und das Phantasieren“ gegeben hat und die in der Vorlesung aufgegriffen wird. Demnach sind alle literarischen Phantasien „eine Wunscherfüllung, eine Korrektur der unbefriedigenden Wirklichkeit.“ Die treibenden Wünsche, vorrangig ehrgeizige und erotische, „sind verschieden je nach Geschlecht, Charakter und Lebensverhältnissen der phantasierenden Persönlichkeit“.
Literatur:
Basis:
Sigmund Freud: Der Dichter und das Phantasieren (1907). >>...hier
Thomas Anz: Literatur und Lust. Glück und Unglück beim Lesen. München: dtv 2002 (hier das Kapitel „Erotische und pornographische Lust“, S. 205-228).
Weiterführend:
André Schwarz: Lustvolles Verschweigen und Enthüllen. Eine Poetik der Darstellung sexuellen Handelns in der Literatur der Wiener Moderne. Marburg: LiteraturWissenschaft.de 2012.
Petra Porto: Sexuelle Norm und Abweichung. Aspekte des literarischen und des theoretischen Diskurses der frühen Moderne (1890 - 1930). München: Belleville 2012.
E L James: Shades of Grey. 3 Bde. München: Goldmann 2012.

