Direkt zum Inhalt
 
 
Bannergrafik (Genderzukunft)
 
  Startseite  
 
Sie sind hier:» Universität » Gender Studies » Aktuelles » Termine » Ringvorlesung 2010 » Dr. Heinz-Jürgen Voss: Das Geschlecht der Gleichen. Entsprechung und Gleichheit von Frau und Mann in biologischen Geschlechtertheorien
  • Print this page
  • create PDF file

07.04.2010

Dr. Heinz-Jürgen Voss: Das Geschlecht der Gleichen. Entsprechung und Gleichheit von Frau und Mann in biologischen Geschlechtertheorien

Im Rahmen der Ringvorlesung Gender Studies und feministische Wissenschaft 2010

Zeit: 22.04.2010 18:00 h
Ort: Hörsaalgebäude, Biegenstr.14, Raum HG 207

Referent/Beteiligte:

Dr. Heinz-Jürgen Voss - Biologie, Universität Bremen

Weitere Informationen:

Historische Arbeiten neuerer Geschlechterforschung, die sich biologisch-medizinischen Geschlechtertheorien zuwandten, haben Geschlechterdifferenz betont. So arbeiteten Thomas Laqueur, Londa Schiebinger und Claudia Honegger heraus, dass ab etwa 1800 in solchen Theorien „Frau“ und „Mann“ anatomisch und physiologisch deutlich unterschieden worden seien, auch deutlicher als in den Jahrhunderten zuvor. Theorien die mehr Gewicht auf die Entsprechung und Gleichheit von „Frau“ und „Mann“ legten wurden in diesen Arbeiten als vereinzelte Zwischenrufe kenntlich gemacht. Das waren sie keineswegs.Mit einem einseitigen Blick auf Differenz fokussierende Arbeiten trägt man dazu bei, dass die Annahme gestärkt wird, dass „biologisches Geschlecht“, dass Differenz zweier Geschlechter „natürlich“ – im Sinne von vorgegeben und unabänderlich – sei. Daher wird in diesem Input ein anderer Blick eröffnet: Es wird explizit auf Entsprechung und Gleichheit in biologisch-medizinischen Geschlechtertheorien geschaut. Es wird herausgestellt, wie um 1800 für „Frau“ und „Mann“ ein gleichwertiger Beitrag zur Zeugung beschrieben wurde, dies in Abkehr von Präformationstheorien. Es wird ausgeführt, wie um 1800 oftmals die „weiblichen“ und „männlichen“ Genitalien als sich entsprechend bzw. zumindest mit einem gemeinsamen embryonalen Ursprung herausgestellt wurden. Es wird deutlich gemacht, wie die Sichtweise eines gemeinsamen Ursprungs in der Entwicklungsbiologie Verbreitung fand und heute eine anerkannte Sichtweise in der Entwicklungsbiologie darstellt. Und es wird herausgearbeitet, dass auch heutige Geschlechtertheorien mehr und mehr nur noch den Schluss zulassen: Differenz zweier Geschlechter gibt es nicht. Es wird zu einer breiten Diskussion über biologisch-medizinische Geschlechtertheorien und ihre gesellschaftliche Herstellung angeregt. Was heißt es, wenn Menschen nach Geschlecht nicht mehr in zwei oder wenige Gruppen unterschieden werden können?


Die Ringvorlesung "Gender Studies und feministische Wissenschaft" ist interdisziplinär und wird von Lehrenden verschiedener Fachbereich der Philipps-Universität Marburg sowie von Gastdozentinnen und -dozenten anderer Universitäten gestaltet. Die ReferentInnen und die Themen der weiteren Vorträge im Rahmen der Ringvorlesung finden Sie hier. Die Veranstaltung findet jeweils Donnerstag von 18:00 bis 20:00 Uhr im Hörsaalgebäude, Biegenstr. 14, Raum HG 207 statt.

Einen Flyer mit den Terminen der Ringvorlesung sowie weiteren Informationen zum Studienprogramm "Gender Studies und feministische Wissenschaft" finden Sie hier als Download.

 

Veranstalter:

Zentrum für Gender Studies und feministische Zukunftsforschung

Kontakt:

Dr. Anja Lieb, Therese Gerstenlauer
Tel.: 06421-2824823 06421-2824901
E-Mail

Zuletzt aktualisiert: 20.04.2010 · berends2

 
 
 
Gender Studies

Zentrum für Gender Studies und feministische Zukunftsforschung,
Wilhelm-Röpke-Str. 6F, D-35032 Marburg Tel. 06421/28-24823, Fax 06421/28-24841, E-Mail: genderzukunft@staff.uni-marburg.de

URL dieser Seite: http://www.uni-marburg.de/genderzukunft/aktuelles/events/rv10/rv10voss

Impressum