05.03.2013
Interdisziplinäre Übung der Klassischen Philologie und der Alten Geschichte zur antiken Ökonomie
"Interdizisplinäre Übung der Klassischen Philologie und der Alten Geschichte zur antiken Ökonomie"
Sabine Föllinger, Kai Ruffing
Die antike Wirtschaft zwischen Alltagsrealität und philosophischer
Normierung
Die Rolle der Ökonomie und ihre Bewertung sind in der momentanen
politischen Diskussion ein ganz aktuelles Thema. Im
altertumswissenschaftlichen Studium dagegen spielt die Beschäftigung
mit der Wirtschaft oder gar das Studium antiker theoretischer Schriften
zur Ökonomie eine eher marginale Rolle. Die Verbindung von beidem wird
so gut wie nie unternommen. In diese Lücke soll die von Alter
Geschichte und Klassischer Philologie gemeinsam durchgeführte Übung
stoßen. Wir wollen untersuchen, welche wirtschaftlichen Aktivitäten das
Alltagsleben bestimmten, welche Arten von Handel es gab und welche
soziale Stellung Händler innehatten bzw. sich selbst zuschrieben.
Hierfür sind Inschriften und Papyri, aber auch Äußerungen der antiken
Literatur aufschlussreich. Gleichzeitig soll der Blick darauf gerichtet
werden, welche theoretischen Überlegungen zur Wirtschaft es gab, die
sich mit der Bedeutung der Ökonomie für das menschliche individuelle
Leben und den Staat beschäftigen und Vorschläge für die praktische oder
moralische Normierung machen. Hier ist an Autoren wie Platon, Xenophon,
Aristoteles, Cicero, aber auch den Historiographen Thukydides zu
denken. Dabei wird es unter anderem um folgende Fragen gehen: Welche
Unterschiede in der Auffassung und Bewertung von Ökonomie gibt es? Sind
Realität und literarische bzw. philosophische Konzeptionen
‚Parallelwelten’? Welche Fragestellungen sind Antike und Moderne
gemeinsam?
Ein Reader mit den nötigen Texten und Quellen wird gestellt. Zur
Einführung in antike Wirtschaft wird empfohlen: Kai Ruffing, Wirtschaft
in der griechisch-römischen Antike, Darmstadt 2012.
Zeit: Mittwoch, 8.30-10 Uhr
Raum: 10 C 05
Beginn: Mittwoch, 17.4.2013

