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Motto

Das Motto des 31. Studierendensymposiums der Religionswissenschaft lautet "Sinn und Sinnlichkeit - Religiöse Materialiät und Sensuale Erfahrung". Manch ein Fan hat im Übertitel und in unserem Design die Verbindung zu Jane Austens Roman "Sense & Sensability" bemerkt, dem wir uns hier schamlos bedienen. Unter dem Motto lassen sich wirklich viele Themengebiete vereinen, die sich insbesondere mit religiösen Praktiken oder rituellen Handlungen auseinandersetzen.

Mit der religiösen Materialität knüpfen wir direkt an Diskurse an, die wir hier in Marburg maßgeblich austragen. Nicht umsonst sind wir auf dem vergangenen Symposium häufig auf die Religionskundliche Sammlung in Marburg angesprochen worden. Die materielle Dimension von Religionen ist nicht nur Teil unseres Curriculums hier in Marburg, sondern auch eine praktische Ergänzung zu Textexegese religiöser Primärquellen und qualitativer Feldforschung religiöser Gemeinschaften. Religiöse Materialität umfasst dabei die Herstellung und den Gebrauch von Ritualobjekten, den Bau und die Benutzung religiöser Gebäude oder auch die Provinienz von Gegenständen. Sei es also das Kruzifix in der bayrischen Behörde, der Hindu-Tempel im Industriegebiet oder die Objektbiografie eines jakutischen Schamanengewandes. Solche und vergleichbare Forschungsthemen finden hier Anklang.

Mit der sensualen Erfahrung sind all solche Erlebnisse gemeint, die mit den Sinnen wahrgenommen werden können. Damit möchten wir zum einen die Brücke zum Standort des 30. Symposiums schlagen: in Basel lehrt schließlich Jürgen Mohn zu Religionsaisthetik. Zum anderen nehmen wir einen recht frischen Schwerpunkt Marburgs auf: die Kulturwissenschaftlerin Antje van Elsbergen arbeitet eine sensuale Methodologie aus und beschäftigt sich mit der Demokratisierung der Sinne, um Okular- und Visiozentrismus die Vorherrschaft zu nehmen. Sensuale Erfahrung umfasst dabei die Wahrnehmung mit den Sinnen, im religiösen Kontext z. B. die multisensualen Praktiken religiöser Rituale, die bloße Gebete oder Ansprachen erweitern oder übertreffen. Wenn nun also Weihrauchduft und Glockenklang die Predigt ergänzen, Dattelgeschmack den Fastenhunger stillt oder die Mandalaherstellung das Auge erfreut, bewegen wir uns in der sensualen Religionsforschung oder Religionsaisthetik.

Dieses spannende und breit gefächerte Themenfeld wollen wir mit euch zusammen unter unserem Jane Austen Motto zusammentragen. Du hast dich bei der Beschreibung angesprochen gefühlt oder erinnerst dich gerade an ein Referat oder eine Hausarbeit, die du in diesem oder einem ähnlichen Themenfeld erarbeitet hast? Oder bist so interessiert, dass du dich jetzt noch in ein Thema reinfuchsen willst? Dann würde wir uns freuen, wenn du deine Arbeit mit uns in einem Vortrag teilst. Zum Call for Presentations kommst du hier.