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Forschungs- und Drittmittelprojekte

Hier finden Sie Informationen zu den Forschungs- und Drittmittelprojekten, die am Institut für Medienwissenschaft angesiedelt sind oder an denen Mitarbeiter/-innen des Instituts beteiligt sind.

Laufende Projekte

  • Inhalt ausklappen Inhalt einklappen DFG-Heisenberg-Stipendium | Transdisziplinäre Netzwerke des Medienwissens. Lehr- und Forschungsfilm als Schnittstelle von Kunst, visueller Anthropologie und Filmwissenschaft in den USA der 1950er bis 1970er JahreDFG-Heisenberg-Stipendium | Transdisziplinäre Netzwerke des Medienwissens. Lehr- und Forschungsfilm als Schnittstelle von Kunst, visueller Anthropologie und Filmwissenschaft in den USA der 1950er bis 1970er Jahre

    Leitung/Stipendiat: PD Dr. Henning Engelke

    Filme über Kunst, ethnographische Filme und Expanded Cinema werden in der Forschung gewöhnlich getrennt behandelt. Ihre akademische Rezeption orientiert sich an den unterschiedlichen Problemstellungen und Methoden von Fächern wie der Kunstgeschichte, der Visuellen Anthropologie und der Film- und Medienwissenschaft. Das Forschungsvorhaben zielt demgegenüber darauf ab, diese drei Felder als Teil eines gemeinsamen medien- und wissenschaftsgeschichtlichen Zusammenhangs zu erschließen. Es geht von der Beobachtung aus, dass insbesondere in den USA der 1950er bis in die 1970er Jahre Filme über Kunst, ethnographischer Film und Expanded Cinema in gemeinsame pädagogische, wissenschaftliche und künstlerische Netzwerke eingebunden waren. Innerhalb einer ausgeprägten Dynamik von technologischem und ästhetischem Wandel, Erziehungspolitik und Wissenschaft wurden diese Netzwerke bedeutsam für die Transformation von Medienkulturen, Epistemologien, aber auch die Formierung akademischer Disziplinen wie der Filmwissenschaft oder der visuellen Anthropologie. Sie bildeten wichtige, aber bislang weitgehend unbeachtete Schnittstellen zwischen Film als Forschungs- und Lehrinstrument, künstlerischen Entwicklungen, politischen Diskursen und emergenten wissenschaftlichen Konzeptionen in einem Spannungsfeld von Ästhetik, visueller Kommunikation und Kognitionsforschung. Das beantragte Vorhaben zielt, konzentriert auf ausgewählte historische Kontexte, darauf ab, die politischen, ökonomischen und kulturellen Aspekte der Transformationen von Wissen, Wahrnehmung und Medien an diesen Schnittstellen zu erschließen. Damit wird zugleich eine systematische Befragung der medien- und wissenschaftsgeschichtlichen Bedingungen aktueller Diskurse zur Archäologie der Netzwerkgesellschaft, algorithmischer Kultur und Medienepistemologie angestrebt.

    Transdisciplinary Networks of Films on Art, Visual Anthropology and Expanded Cinema from the 1950s to the 1970s

    Films on Art, ethnographic film and expanded cinema are usually regarded as distinct cinematic genres. They are studied separately within the respective academic disciplines of art history, visual anthropology, and film and media studies. The project takes the opposite approach by investigating networks of exchange between these fields, unfolding in the U.S. from the 1950s to the 1970s. It takes its starting point from the observation that films on art, ethnographic film and expanded cinema not only shared a number of intriguing conceptual similarities. Rather, they seem to have been at the core of an extensive transdisciplinary exchange of ideas, technologies and procedures that included close institutional and personal ties. Considering these networks as part of broader transformations in media cultures, epistemologies, educational politics and artistic practices, the project seeks to uncover alternative histories of technological change and changing conceptions of perception, cognition and knowledge. The focus is on specific fields of inquiry, including, amongst others, Frank Stauffacher and Allon Schoener’s films on artists and artistic practices made for the San Francisco Museum of Art, Allen Downs’s use of film in art education at the University of Minnesota, Sol Worth’s media-anthropological studies of visual communication and cinematic perception, the use of ethnographic films in the teaching program Man, a Course of Study (MACOS), expanded cinema artist Scott Bartlett’s film and video classes, and artistic research at the Center for Media Study in Buffalo, N.Y. The particular significance of these fields of inquiry, most of which have received little scholarly attention to date, results from their involvement in influential contexts of research in visual/non-verbal communication, the anthropology of perception and learning, and cognitive science. They also intersect with the formation of academic film studies in the U.S. and the development of major media theories. Regarding films on art, ethnographic film and expanded cinema as part of larger transdisciplinary networks, thus brings into focus not only questions concerning the tensions between aesthetic and informational concepts of perception and cognition, but also the significance of ideas on cultural difference and alterity for media theories (and the globalization of media), as well as the interrelations between educational uses of film as part of multimedia learning environments and the utopian aesthetic of expanded cinema approaches. Conceived as a media archeological study of educational and research film, the project promises insights into the historical preconditions of – and critical perspectives on – recent debates on network society, media epistemologies and algorithmic culture.

    Forschungsbeginn: Oktober 2017

  • Inhalt ausklappen Inhalt einklappen DFG-Infrastrukturprojekt | MediaRep. Open Access-Repositorium für die MedienwissenschaftDFG-Infrastrukturprojekt | MediaRep. Open Access-Repositorium für die Medienwissenschaft

    Leitung: Prof. Dr. Malte Hagener | Koordination: Dr. Dietmar Kammerer

    Das von der DFG geförderte medienwissenschaftliche Repositorium (MediaRep) setzt sich zum Ziel, durch die langfristige Sicherung fachwissenschaftlicher Ressourcen, also der Sammlung, Systematisierung und nachhaltigen Zugänglichmachung nach Open Access-Standards, eine zentrale Anlaufstelle vor allem deutschsprachiger medienwissenschaftlicher Forschung zu schaffen. Überwunden werden soll dadurch die gegenwärtig unbefriedigende Situation, dass zahlreiche für die Fachcommunity einschlägige Ressourcen zwar im Netz für den freien Zugriff vorgehalten werden, ein zentraler Zugriff darauf jedoch nicht möglich ist, keine oder keine einheitlichen Metadaten vorliegen und die Langzeitarchivierung nicht gesichert ist bzw. nicht nach den besten Standards erfolgt. Darüber hinaus sollen zusätzliche Funktionen den Komfort der Suche und der Aggregierung von fachwissenschaftlicher Literatur erhöhen.
    Damit wird sichergestellt, dass MediaRep nachhaltig und langfristig ein zentraler Anlaufpunkt für die medienwissenschaftliche Forschung wird. Insofern Medienwissenschaft stark interdisziplinär ausgerichtet ist, soll MediaRep so gestaltet werden, dass es über die Grenzen der Fachcommunity hinaus Wirkung entfalten kann. Neben Literatur als Kernbestandteil ist vorgesehen, in einem Pilotprojekt auch audiovisuelle Dokumente (Vorträge, Videoessays) zu sammeln.

    Projektbeginn: September 2017

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  • Inhalt ausklappen Inhalt einklappen DFG-Forschergruppe | Journalliteratur. Formatbedingungen, visuelles Design, RezeptionskulturenDFG-Forschergruppe | Journalliteratur. Formatbedingungen, visuelles Design, Rezeptionskulturen

    Logo FOR Journalliteratur

    Sprecher_innen: Prof. Dr. Nicola Kaminski (Ruhr-Universität Bochum, Sprecherin), Prof. Dr. Jens Ruchatz (Philipps-Universität Marburg, stellvertr. Sprecher)

    Von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) ist im Juli 2016 die Förderung der Forschergruppe 2288 „Journalliteratur: Formatbedingungen, visuelles Design, Rezeptionskulturen“ bewilligt worden, als deren stellvertretender Sprecher Jens Ruchatz fungiert. In einer Kooperation der Universitäten Bochum, Köln und Marburg wird sich die Forschergruppe in den nächsten drei Jahren mit der Medialität von Zeitschrift und Zeitung beschäftigen, welche sich unter anderem durch Serialität, die Vermischung diverser Text- und Bildsorten sowie die integrierende Visualität eines entsprechenden Layouts auszeichnet. Viele Eigenschaften, die aus heutiger Perspektive als Medienspezifika des Fernsehens erscheinen, finden sich mithin schon in der im 19. Jahrhundert entstehenden Journalkultur. Anhand von periodischen Publikationen des 19. Jahrhunderts wird in konkreten Analysen dem Verhältnis von Texten und Bildern zu ihrem Publikationsmedium nachgegangen werden.
    Das von Jens Ruchatz geleitete Teilprojekt „Fragmentkonstellationen: Periodisierte und serialisierte Fotografie (1845-1910)“ widmet sich seriellen Publikationsformaten von Fotografien, angefangen von der seriellen Distribution fotografischer Abzüge bis hin zur Etablierung fotografiedominierter Magazine am Anfang des 20. Jahrhunderts.

    Projektbeginn: Oktober 2016

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  • Inhalt ausklappen Inhalt einklappen DFG-Forschungsprojekt | Mediale StörungenDFG-Forschungsprojekt | Mediale Störungen

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    Projektleitung: Prof. Dr. Andreas Dörner (Philipps-Universität Marburg), Prof. Dr. Ludgera Vogt (Bergische Universität Wuppertal)

    Die Deutsche Forschungsgemeinschaft hat die Förderung des Forschungsvorhabens „Mediale Störungen. Strukturen und Funktionen von Fernsehsondersendungen in der politischen Medienkultur Deutschlands“ für die Dauer von zwei Jahren übernommen. Das Projekt wird in Kooperation des Instituts für Medienwissenschaft der Philipps- Universität Marburg (Leitung: Prof. Dr. Andreas Dörner) sowie der Fakultät für Human- und Sozialwissenschaften der Bergischen Universität Wuppertal (Leitung: Prof. Dr. Ludgera Vogt) durchgeführt.

    Erforscht werden soll, wie Sondersendungen, besonders ARD Brennpunkt und ZDF spezial, Störungen der ‚Normalität‘ aufgreifen und modellieren. Diese Störungen, die die Unterbrechung einer Ablaufs- und Funktionslogik bewirken und die beträchtliche Einschränkung einer gesellschaftlich definierten Normalität bedeuten, können einerseits Veränderungen markieren. Andererseits aber fordern sie zu einer Verständigung auf ‚Normalität‘ und zu deren Wiederherstellung auf. Einen wesentlichen Beitrag zu dieser gesellschaftlichen Dynamik steuern solche Fernsehsondersendungen bei, die in der deutschen Fernsehlandschaft hauptsächlich im öffentlich-rechtlichen Fernsehen ausgestrahlt werden. Diese Sendungen inszenieren ein komplexes Geschehen, das darin besteht, eine eingetretene Störung zu konstituieren, ihren Entstörungsprozess zu begleiten, Entstörungsfolgen aufzuzeigen und vor allem die Wiederherstellung einer (symbolischen) Ordnung zu leisten. Dieser Akt weist in starkem Maße rituelle Aspekte auf.
    Erkenntnisleitende Fragestellungen im Forschungsprojekt sind:
    1. Welches sind die Kriterien, die zur Produktion einer Sondersendung führen?
    2. Welches sind die Entscheidungs- sowie Produktionsabläufe und welche Akteure sind daran beteiligt?
    3. Welche gestalterischen Elemente prägen diese spezifische Form audiovisueller Texte?
    4. Welche Potentiale entfalten Sondersendungen bei der rituellen Störungsbearbeitung und auf welche symbolischen Ressourcen greifen sie dabei zurück?
    5. Wie gestaltet sich die Anschlusskommunikation über die Social-Media mit den Zuschauern?

    Der Untersuchungsgegenstand erfährt seinen Zugang über das Konzept der ethnografisch eingebetteten Videoanalyse: Einerseits liefert der ethnografische Feldzugang (Interviews, Beobachtungen, Auswertung natürlicher Daten) notwendige Einblicke in Entscheidungs- und Produktionsprozesse. Andererseits erfolgt eine umfangreiche Materialanalyse der Vollerhebung von Sondersendungen im Untersuchungszeitraum 2015/16. Die Rückkoppelung beider Ansätze präzisiert Untersuchungsfragen und eröffnet einen tieferen Zugang zum Untersuchungsgegenstand. Durch das Forschungsprojekt wird angestrebt, eine Typologie zu erstellen, die es ermöglicht, systematisch den massenkommunikativen Prozess der Konstruktion von Störung, Entstörung und Wiederherstellung von Ordnung zu erfassen und ein Verständnis für dessen Funktion in der politischen Medienkultur Deutschlands zu schaffen.

    Projektbeginn: Oktober 2016

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  • Inhalt ausklappen Inhalt einklappen Internationales Forschungsprojekt in Zusammenarbeit mit der Universität Stockholm | Advertising and the Transformation of Screen CulturesInternationales Forschungsprojekt in Zusammenarbeit mit der Universität Stockholm | Advertising and the Transformation of Screen Cultures

    Beteiligte Wissenschaftler_innen: Prof. Dr. Yvonne Zimmermann (Philipps-Universität Marburg), Associate Prof. Dr. Patrick Vonderau (Universität Stockholm), Dr. Bo Florin (Universität Stockholm)

    Finanziert durch den Jubiläumsfond der Schwedischen Reichsbank

    Advertising has played a central role in shaping the history of modern media. While often identified with American consumerism and the rise of the ‘Information Society’, motion picture advertising has been part of European visual culture since the late 19th century. Following the co-evolution of transport and information infrastructures during the Industrial Revolution, motion pictures indeed became central within an ever-expanding promotional Medienverbund. With the global spread of ad agencies, moving image advertisements turned into a privileged cultural form for making people experience the qualities and uses of branded commodities, for articulating visions of a ‘good life,’ and for inciting social relationships. Yet no book-length study exists that would critically survey the history of motion picture advertising from a Cinema or Media Studies viewpoint. Abandoning a conventional delineation of fields by medium, country, or period, this project suggests a lateral view. It aims to chart the audiovisual history of advertising by focusing on objects (products), screens (exhibition, programming, physical media), practices (production, marketing), and intermediaries (ad agencies). Our research will trace continuities and links across countries, media or periods, in order to better understand, and evaluate, advertising’s role in transformative screen cultures.

    Wissenschaftlicher Mitarbeiter Philipps-Universität Marburg: Alexander Stark, M.A.

    Projektlaufzeit: Januar 2014 bis Dezember 2016

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Abgeschlossene Projekte

  • Inhalt ausklappen Inhalt einklappen DFG-Forschungsprojekt | Das U.S.-amerikanische Filmprojekt zum Nürnberger Hauptkriegsverbrecherprozess: Ein Beitrag zur politischen Kultur NachkriegsdeutschlandsDFG-Forschungsprojekt | Das U.S.-amerikanische Filmprojekt zum Nürnberger Hauptkriegsverbrecherprozess: Ein Beitrag zur politischen Kultur Nachkriegsdeutschlands

    Projektleitung: Prof. Dr. Andreas Dörner

    Das filmgeschichtliche Projekt geht der Frage nach der inhaltlichen und ästhetischen Gestaltung des Nürnberger Hauptkriegsverbrecherprozesses in Filmen der U.S. Militärregierung in Deutschland nach. Es knüpft dabei an aktuelle Fragestellungen in den Gesellschaftswissenschaften und der Medienwissenschaft an. Besonders fokussiert wird auf die Funktion von Medienkampagnen in Transitional Justice Prozessen und innerhalb der politischen Kultur. Die Hauptthese ist, dass die Filmkampagne, für die nahezu 50 Stunden Filmmaterial vom Prozess hergestellt wurden und die sich in 43 Folgen der Kinowochenschau WELT IM FILM und zwei Dokumentarfilmen niederschlug, als wesentlicher Bestandteil dieses Großereignisses gewertet werden kann.
    Die Leitfragen der Untersuchung richten sich auf den Überlieferungsstand, den außen- und besatzungspolitischen Hintergrund der Produktion, die Inszenierungsweisen und schließlich die politischen Impulse für die deutsche Nachkriegsgesellschaft.

    Kooperation mit Dr. Wolfgang Form (ICWC, Univesität Marburg)
    Wissenschaftlicher Mitarbeiter: Axel Fischer, M.A.

    Projektlaufzeit: Februar 2012 bis Juli 2016

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  • Inhalt ausklappen Inhalt einklappen DFG-Forschungsprojekt | Politik und Komik. Zur Selbst- und Fremdinszenierung politischer Akteure in hybriden Satire- und Comedyformaten des deutschen FernsehensDFG-Forschungsprojekt | Politik und Komik. Zur Selbst- und Fremdinszenierung politischer Akteure in hybriden Satire- und Comedyformaten des deutschen Fernsehens

    Projektleitung: Prof. Dr. Andreas Dörner

    Nicht erst seit dem Mitwirken des Entertainers Stefan Raab im Rahmen des Kanzlerduells 2013 lässt sich eine verstärkte Verbindung der Bereiche Komik und Politik im deutschen Fernsehen feststellen. Politiker treten zunehmend als Gäste in komikorientierten TV-Sendungen auf. Dieser Umstand ist vor allem deshalb bemerkenswert, da Komik in der Tradition der Satire als bewährtes Mittel der politischen Kritik gilt. Aus diesem Grund erforscht das Team von Prof. Dr. Andreas Dörner in Kooperation mit Prof. Dr. Ludgera Vogt (Bergische Universität Wuppertal) diese komplexe Beziehung zwischen Politik und Komik. Dabei wird unter anderem der Frage nachgegangen, wie die komische Präsentation von Politischem das Publikum beeinflusst. Hierzu werden Sendungen analysiert, Interviews mit beteiligten Akteuren geführt sowie Rezeptionsanalysen vorgenommen.
    Wissenschaftliche Mitarbeiter: Dr. Benedikt Porzelt (Marburg), Matthias Bandtel M.A. (Wuppertal)

    Projektlaufzeit: Juli 2013 bis April 2017

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  • Inhalt ausklappen Inhalt einklappen DFG-Forschungsnetzwerk | Filmstil zwischen Kunstgeschichte und MedienkonvergenzDFG-Forschungsnetzwerk | Filmstil zwischen Kunstgeschichte und Medienkonvergenz

    Projektleitung: Dr. Dietmar Kammerer

    Beteiligte Wissenschaftler_innen: Prof. Dr. Malte Hagener, Dr. Tina Kaiser

    Das Netzwerk untersucht "Filmstil" als Schnittstellenbegriff, der zwischen unterschiedlichen Feldern zu vermitteln vermag. 15 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler mit unterschiedlichen Perspektiven auf das Thema erarbeiten im Dialog mit renommierten Experten einen historischen, theoretischen und ästhetischen Zugriff auf das Konzept Filmstil, seine Geschichte und seine mögliche Zukunft.

    Projektlaufzeit: Januar 2012 bis Dezember 2013

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    Teilprojekt von Dr. Tina Kaiser | Ausweichende Bilder: Narrative und repräsentative Strategien im aktuellen Weltkino

    Wie entziehen sich zeitgenössische filmische Bilder dramaturgischen und narrativen Funktionalisierungen? Wie arbeiten sie seitens der Repräsentation und Narration anders und neu, wie rekurrieren sie auf Vorbilder? Wie betreiben sie eine Art der Verweigerungshaltung, ein Ausweichen, gegenüber und innerhalb gängiger filmischer Erzähl- und Abbildstrategien?

    Filme des zeitgenössischen Weltkinos, die international verstärkt auf Festivals zu sehen sind, ermöglichen diese Beobachtungen seit einigen Jahren. Spätestens ab Mitte der Nuller Jahre zählen hierzu, quasi in Vorreiterfunktion, Filme von Lisandro Alonso, Andrew Bujalski, So Yong Kim, Albert Serra, Bradley Rust Grey und Apichatpong Weerasethakul. Diese Filme sollen sowohl auf ihre narrativen als auch auf ihre ästhetischen Merkmale und Muster untersucht werden. Forschungsziel wird dabei u.a. sein, Stilmerkmale dieses neuen Erzählens und Visualisierens zu bestimmen und sie als Erweiterung der Grenzen des konventionellen Erzählfilms einzusetzen. Auf der Seite der Repräsentation geht es zum einen um Ambivalenzen des Bildes selbst, die sich auf das Was und das Wo der Erkennbarkeit beziehen. Zum anderen um Ambivalenzen seitens der Figurendarstellung, folglich um Fragen des Wer. Auf der Seite der Narration werden Handlung und Dramaturgie untersucht. Das Wie, Wozu und Warum der filmischen narrativen Strategien steht hierbei im Zentrum.

    Im Gegensatz zu einer modernistischen Agenda der Brüche sind die Bilder dieses Kinos oftmals [auch die narrative Entsprechung zu optischen] Kipp-Phänomene[n] – mit ihnen entsteht die Möglichkeit, sowohl mit als auch jenseits der Handlung zu sehen. Sie führen zu einem Wechsel zwischen Oberflächentext und Narration. Die zu untersuchenden Stilmittel brechen und negieren dabei nicht, sie flüchten eher innerhalb und mit der Filmkonvention und erweitern diese durch, konventionell gesprochen, Umwege: Es geht also um Bilder, die Erwartungen entkommen. Sie stellen Fragen nach der narrativen und repräsentativen Relevanz von bildlichen Stilmitteln und ob und wann es dieser Relevanz überhaupt bedarf.

  • Inhalt ausklappen Inhalt einklappen Forschungsprojekt | Die doppelte Kontingenz der Inszenierung. Zur Präsentation politischer Akteure in Personality-Talkshows des deutschen FernsehensForschungsprojekt | Die doppelte Kontingenz der Inszenierung. Zur Präsentation politischer Akteure in Personality-Talkshows des deutschen Fernsehens

    Projektleitung: Prof. Dr. Andreas Dörner

    Für den politischen Erfolg sind neben fachlichen Kompetenzen zunehmend Sympathiewerte wichtig. Immer mehr Politiker treten deshalb in populären Personality-Talkshows auf, um sich dem Wähler dort als private Menschen zu zeigen. Doch sind solche Auftritte nicht risikofrei. So treffen die Politiker dort auf Akteure, die ganz eigene Interessen verfolgen. Die  Forschergruppen von Prof. Dr. Andreas Dörner und Prof. Dr. Ludgera Vogt (Bergische Universität Wuppertal) analysieren in ihrem gemeinsamen Projekt deshalb wie Politiker in solchen Talkshows präsentiert werden, welche Strategien die verschiedenen Akteure dabei verfolgen und welche Eigenlogiken sich daraus ergeben. Neben der Analyse der Medienprodukte dienen unter anderem Interviews mit Fernsehmachern, Politikern und Politikberatern als Forschungsgrundlage.
    Wissenschaftliche Mitarbeiter: Dr. des. Benedikt Porzelt (Marburg), Matthias Bandtel (Wuppertal)

    Projektlaufzeit: April 2009 bis März 2012

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  • Inhalt ausklappen Inhalt einklappen Datenbankprojekt | Bildkulturen ökologischer ForschungDatenbankprojekt | Bildkulturen ökologischer Forschung

    Beteiligte Wissenschaftlerin: Prof. Dr. Angela Krewani

    Wesentlicher Bestandteil des Projektes war zunächst die Entwicklung eines web-basierten Informationssystems. Der Prototyp zielt auf mehrfache Weise auf Vernetzung: der informationstechnologischen Ebene, der Ebene der Nutzer, der inhaltlichen Ebene.

    Informationstechnologisch kommt es darauf an, eine Vernetzung zwischen Bilddaten und Metadaten, zwischen Bilddaten und Literaturdaten, sowie mittelfristig zwischen Datenbanken zu erstellen und zu stabilisieren. Das Netzwerk von Institutionen und Personen, Disziplinen und Wissenschaftstypen, in denen ökologische Forschung betrieben wurde und wird, soll auf diese Weise zugänglich gemacht und visualisiert werden.
    Den Nutzern der web-basierten Datenbank wird über eine interaktive Plattform, dies ein weiterer Vernetzungsaspekt, eine dezentrale Struktur zum Daten- und Informationsaustausch bereitstellt. Fragen nach der Repräsentation konkreter Natur, nach der Wechselwirkung zwischen Gesellschaft und Wissenschaft, können auch hier wieder relevant sein.
    Eine Vernetzung der Inhalte, Bilddaten wie Literaturdaten schließlich ermöglicht die topologische Darstellung der beforschten Institutionen und Personen und eröffnet damit neue Einblicke in die Disziplinen-, Personen- und Institutionengeschichte der mit konkreter Natur befassten Akteure. Überhaupt ermöglicht die Visualisierung der Bilddaten nach historischen und geographischen Kriterien die Erschließung neuer Forschungsfragen. Insofern kann das web-basierte Informationssystem als heuristisches Werkzeug genutzt werden, die wissenschaftsphilosophische und medienwissenschaftliche Perspektive gleichermaßen vertiefen und anreichern.

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