Hauptinhalt

Silvia Klara Breitwieser – Zu Boden Gehen

02. Oktober 2020 – 17. Januar 2021

Silvia Klara Breitwieser, Kontinente
VG Bild-Kunst Bonn 2020. © Foto: Harald Naisch.

Im Laufe von mehr als vier Jahrzehnten entdeckte Silvia Klara Breitwieser für ihre künstlerische Arbeit eine große Vielfalt von Materialien und Medien. Die Marburger Ausstellung präsentiert retrospektiv Werke aus Ton, Stein(zeug), Stoff, Torf, Metall und Photographie sowie Rauminstallationen und Interventionen im Öffentlichen Raum, womit die Künstlerin dem Gewebe des Lebens in den Rastern und Systemen der Zivilisation kritisch nachspürt. Nachdem die am Niederrhein geborene Berlinerin in den 1970er Jahren während ihres Studiums der Bildhauerei in Kassel ihre neuartigen Arbeiten aus Keramik in Marburg mehrfach gezeigt hat, bietet sich nun die Möglichkeit eines Überblicks über die Zusammenhänge ihrer verschiedenen Werkstränge.

Abbildung: Silvia Klara Breitwieser, Triptychon Landkarten/Brandkarten, 1982/1984. VG Bild-Kunst Bonn 2020. © Foto: Harald Naisch.

Sammlung Rainer Zimmermann

Zu sehen ist die Raumansicht der neu präsentierten Sammlung. Gezeigt werden Kunstwerke aus dem sogenannten
Foto: Anastasia Bursova

Bei seiner Auseinandersetzung mit der Kunst nach 1945 knüpfte der Kunsthistoriker und Journalist Rainer Zimmermann (1920-2009) ein weit gespanntes Netzwerk von Künstlern und Kunstfreunden, welche die Freiheiten von ausdrucksstarken Bildern schätzten, sich aber auf die ungegenständliche Malerei nicht einlassen wollten. Er prägte für diese Position den Namen „Expressiver Realismus“ und stellte sie in einem umfangreichen Buch vor. Einen großen Teil seiner Kunstsammlung stiftete er dem Marburger Museum. Zwölf exemplarische Gemälde der Sammlung Rainer Zimmermann sind in einem Ausstellungsraum neu gehängt.

Sammlung Hilde Eitel

fmbc31623_08.jpg
© Bildarchiv Foto Marburg

Aktuell zeigt das Kunstmuseum Marburg erstmals den gesamten Bestand der „Sammlung Hilde Eitel“, wie ihn die Unternehmerin (1915-2010) dem Marburger Universitätsbund vermachte. Beginnend in den 1950er Jahren entwickelte sich ihre Sammeltätigkeit im Laufe der Jahrzehnte stetig weiter bis hin zur Formung der Sammlung im Hinblick auf eine museale Präsenz. Während ihrer eigenen Tätigkeit für das Familienunternehmen, die Marburger Tapetenfabrik, nutzte die studierte Designerin die Kunst als Inspirationsquelle. Eitels Leidenschaft für Farben, Formen und Strukturen lassen sich an ihrer Sammlung ablesen und damit auch die Begeisterung für künstlerische Experimente ihrer Zeit. Die 57 neu ins Museum gekommenen Werke gehören zur internationalen Avantgarde von 1945 bis in die 1970er Jahre. Die Arbeiten, unter anderem von Josef Albers, Jean Dubuffet, Lucio Fontana, Yves Klein und Niki de Saint Phalle, erweitern das Spektrum der Kunst im Marburger Museum und erfüllen den Wunsch der Sammlerin, einer breiten Öffentlichkeit den Zugang zu moderner Kunst zu ermöglichen.