Adaptierte PC-Arbeitsplätze für blinde und sehbehinderte Studierende an der Philipps-Universität

  • Inhalt ausklappen Inhalt einklappen VorbemerkungVorbemerkung

    Blinder Student beim Arbeiten an einem sehgeschädigtengerecht adaptierten PC. Er erfasst den Bildschirminhalt, indem er den Finger über die vor ihm befindliche Braillezeile gleiten lässt.

    Für blinde und sehbehinderte Studierende stehen an der Philipps-Universität 9 blinden- und sehbehindertengerecht adaptierte, also mit Braillezeile, Sprachausgabe sowie Großschrift ausgestattete PC-Arbeitsplätze zur Verfügung, die mit Hilfe der Paul und Charlotte Kniese-Stiftung eingerichtet werden konnten.
    Dieses Info enthält u. a. Angaben zur verwendeten Hard- und Software, zu den verschiedenen Standorten der Geräte und zu ihrer Betreuung sowie zur Nutzerberatung.

  • Inhalt ausklappen Inhalt einklappen Standorte - Anzahl und Ausstattung der ArbeitsplätzeStandorte - Anzahl und Ausstattung der Arbeitsplätze

    Die PC-Arbeitsplätze befinden sich in verschiedenen Institutsgebäuden, sind jedoch jeweils für sehgeschädigte Studierende aller Fachbereiche zugänglich. Es folgt die Auflistung der einzelnen Standorte, die Anzahl der dort aufgestellten Arbeitsplätze sowie ein Hinweis auf die jeweiligen Gerätekonfigurationen. Alle Arbeitsplätze sind mit DVD-Laufwerken, Scannerlesesystemen, an Schwenkarmen befestigten Flachbildschirmen sowie Kopfhörerverstärkern ausgestattet.

    PC-Saal der Geistes- und Sozialwissenschaften:
    Wilhelm-Röpke-Straße 6 (Phil.-Fak.), Block D, Erdgeschoss, Raum 00D01, Tel.: 2 82  66 77;

    Ein Arbeitsplatz zusätzlich mit  Brailledrucker.

    Informationszentrum der Zentralbibliothek:
    Wilhelm-Röpke-Straße 4,  1. Stock, rechts, Tel.: 2 82 51 30;

    Zwei Arbeitsplätze.

    Multimedia-Arbeitsraum der Hochschulrechenzentrums:
    Hans-Meerwein-Straße (Uni-Lahnberge), Ebene 6, Raum 06A07, Tel.: 2 82 82 82 (Helpdesk) 

    Ein Arbeitsplatz zusätzlich mit Brailledrucker.

    PC-Saal des Fachbereichs Psychologie:
    Gutenbergstraße 18, 2. Stock, Raum 02001, Tel.: 2 82 37 23;

    Ein Arbeitsplatz zusätzlich mit Brailledrucker. 

    Juristische Seminarbibliothek:
    Universitätsstraße 6 (Savignyhaus), Erdgeschoss,  Tel.: 2 82 31 58;

    Vier Arbeitsplätze, davon einer in der "Mediathek" (rechts vom Eingang) sowie drei Arbeitsplätze in den Arbeitsräumen 3, 4 und 5 (links vom Eingang), hiervon einer (Arbeitsraum 5) zusätzlich mit Brailledrucker.

    (Darüber hinaus befinden sich in den Arbeitsräumen 3, 4 und 5 noch weitere konventionelle Hilfsmittel für Sehgeschädigte, wie z.B. Farb-Bildschirmlesegerät - vgl. unser Info "Bildschirmlesegeräte und andere konventionelle Hilfsmittel für blinde und sehbehinderte Studierende an der Philipps-Universität Marburg").

    Die Schlüssel zu den Arbeitsräumen erhält man bei der Bibliotheksaufsicht.

  • Inhalt ausklappen Inhalt einklappen ÖffnungszeitenÖffnungszeiten

    Der letztgenannte, in der juristischen Seminarbibliothek aufgestellte Arbeitsplatz ist während der gesamten Öffnungszeiten - also auch abends und am Wochenende - zugänglich. Dies gilt auch für die Arbeitsplätze im Informationszentrum der UB.

    Der Multimedia-Arbeitsraum des HRZ ist montags bis freitags von 8.00 bis 18.00 Uhr geöffnet. Nachts und am Wochenende Ausleihe des Schlüssels am helpdesk des HRZ (Ebene 4 Raum 04A15)

    Die PC-Säle, in denen die übrigen zwei Arbeitsplätze aufgestellt wurden, sind montags bis freitags zu unterschiedlichen Zeiten geöffnet. Die genauen Öffnungszeiten sind jeweils den Aushängen am Eingang oder im Internet unter www.uni-marburg.de/hrz/infrastruktur/pcsaele entnehmen. Dabei ist darauf zu achten, wann die Säle durch Lehrveranstaltungen belegt sind.

  • Inhalt ausklappen Inhalt einklappen Vernetzung der ArbeitsplätzeVernetzung der Arbeitsplätze

    Die sehgeschädigtengerechten Arbeitsplätze sind in die jeweiligen PC-Netzwerke integriert.  Dadurch wird der Zugriff auf die auf dem lokalen Netzwerkserver bereitgestellte Software sowie der Zugang zum Gesamtnetz der Uni Marburg (UMRnet) und darüber hinaus zum Internet ermöglicht. Über Angebote zur Internet-Nutzung, die die Philipps-Universität Marburg für ihre Studierenden bereitstellt, informiert das HRZ unter www.uni-marburg.de/hrz/internet/students

  • Inhalt ausklappen Inhalt einklappen Vorhandene Hard- und SoftwareVorhandene Hard- und Software

    Braillezeile zur Umsetzung des Bildschirminhaltes in Blindenschrift.
    Bildschirmausschnitt, der mit Hilfe von Magic stark vergrößert wurde.
    Punktschriftdrucker, der mit Hilfe eines Steuerungsprogramms Textdateien in Blindenschrift darstellen kann.

    Im folgenden werden die verschiedenen Komponenten der PC-Arbeitsplätze kurz aufgeführt.

    • 5.1 PCs

      Bei den 9 PCs handelt es sich um Rechner mit 3,4 GHz-Prozessor und 465 GB Festplatte.

    • 5.2 Braillezeilen

      Die Braillezeilen (mit 80 8-Punkt-Piezo-Modulen incl. Cursorrouting) wurden von der Fa. Gaudio-Braille geliefert.



    • 5.3 Großschriftsysteme

      Die Arbeitsplätze verfügen über hochauflösende 18" TFT Flachbildmonitore, die an um 360° drehbaren Schwenkarmen befestigt sind. Außerdem kann die Neigung der Monitore individuell eingestellt und sie können bis zur Tischkante vorgezogen werden. Da diese Bildschirme strahlungsfrei sind, sind sie auch gut für die Sehbehinderten geeignet, die sich sehr nahe davor setzen müssen. Als Vergrößerungssoftware steht Magic (mit Jaws) zur Verfügung (vgl. dazu auch 5.6 Software).

     

    • 5.4 Scannerlesesysteme

      Die Scanner (Epson Perfection 4490 Photo) sind mit einem automatischen Texterkennungssystem (Omni Page) ausgestattet. Dieses System kann auch von Blinden selbständig bedient werden.

    • 5.5 Drucker

      Bei den Brailledruckern handelt es sich um drei Romeo RB 40 und ein Modell Thomas JR 40, die von der Fa. Becker bezogen wurden.

      Da die sehgeschädigtengerechten PC-Arbeitsplätze in die jeweiligen Netzwerke integriert sind, ist es möglich, auch weitere Netzwerkressourcen, wie z.B. Laserdrucker zu nutzen.

    • 5.6 Software

      Die PCs laufen unter dem Betriebssystem Windows 7 (64 bit). Auf ihnen steht ein sog. Screenreader, der auch sehgeschädigten PC-Benutzern den Umgang mit dem grafisch-orientierten Betriebssystem Windows ermöglicht, zur Verfügung. Dabei handelt es sich um Jaws incl. des Großschriftprogramms Magic von der Firma Freedom Scientific.

      Außerdem steht auf allen PCs das Programmpaket Microsoft Office zur Verfügung, das u.a. die Textverarbeitung Word und die Tabellenkalkulation Excel enthält.

      Wie oben erwähnt (vgl. 4.), kann auch von den sehgeschädigtengerechten PC-Arbeitsplätzen aus auf die auf den Netzwerkservern bereitgestellte Software zugegriffen werden.

      Als sehgeschädigtenspezifische Software steht darüber hinaus an allen Arbeitsplätzen die sog. RTFC-Software zur Verfügung. Dabei handelt es sich um ein Blindenkurzschrift-Übersetzungs- und -Formatierungsprogramm, mit dessen Hilfe digitalisierte Textvorlagen für den Ausdruck in Blindenkurzschrift aufbereitet werden können.

  • Inhalt ausklappen Inhalt einklappen Betreuung der ArbeitsplätzeBetreuung der Arbeitsplätze

    In Fragen, die beispielsweise die Nutzung von Schwarzschriftdruckern betreffen oder ähnlichen Fällen, die mit dem allgemeinen Betrieb der PC-Standorte zusammenhängen, können sich Sehgeschädigte mit der Bitte um Unterstützung an das Aufsichtspersonal des jeweiligen PC-Standortes wenden.

    Bei sehgeschädigtenspezifischen Fragen hingegen stehen speziell für die Betreuung dieser Arbeitsplätze eingestellte Studienhelfer als Ansprechpartner zur Verfügung. Diese Aufgabe wird, um ihren vielfältigen Aspekten möglichst gerecht werden zu können, von einem sehenden Studienhelfer und einem blinden Studienhelfer wahrgenommen.

    Sie sind wöchentlich während Ihrer Sprechstunde in der Juristischen Seminarbibliothek (Savignyhaus, Erdgeschoss) zu erreichen. (Der Termin kann telefonisch unter 2 82 60 39 erfragt werden.) Darüber hinaus können unter dieser Nummer Termine mit ihnen (z.B. zur Einführung in die Scannerlesesysteme) vereinbart werden.

  • Inhalt ausklappen Inhalt einklappen Zentrale Verwaltung der ArbeitsplätzeZentrale Verwaltung der Arbeitsplätze

    Die zentrale Verwaltung der sehgeschädigtengerecht adaptierten PC-Arbeitsplätze, wie auch der Einsatz der sie betreuenden Studienhelfer, erfolgt durch die Servicestelle für behinderte Studierende. Hierdurch wird die Rückkopplung mit den Nutzern erleichtert und gleiche oder ähnliche technische Probleme, die an verschiedenen Standorten auftreten, können so am raschesten erkannt bzw. die notwendigen Reparaturen oder Ersatzbeschaffungen veranlasst werden. Auf diese Weise laufen die Kontakte zu den verschiedenen Herstellern der Spezialgeräte immer über die Stelle der Universität, die den Einsatz der Geräte koordiniert.

    Deshalb sollte jeder Nutzer, der einen Defekt an einem der Geräte bemerkt, uns dies möglichst umgehend mitteilen (Tel.: 2 82  60 39).