Hauptinhalt

Adaptierte PC-Arbeitsplätze

Vorbemerkung

Für blinde und sehbehinderte Studierende stehen an der Philipps-Universität Marburg 9 blinden- und sehbehindertengerecht adaptierte, also mit Braillezeile, Sprachausgabe, Großschrift usw. ausgestattete PC-Arbeitsplätze zur Verfügung, die mit Hilfe der Paul und Charlotte Kniese-Stiftung eingerichtet werden konnten.
Dieses Info enthält u. a. Angaben zur verwendeten Hard- und Software, zu den verschiedenen Standorten der Geräte und zu ihrer Betreuung sowie zur Beratung der Nutzer*innen.
Bitte beachten Sie zur Buchung und Nutzung der Arbeitsplätze die derzeit geltenden Hinweise während der Corona-Pandemie.

Standorte / Anzahl und Ausstattung der Arbeitsplätze

Die PC-Arbeitsplätze befinden sich in verschiedenen Gebäuden, sind jedoch jeweils für blinde und sehbehinderte Studierende aller Fachbereiche zugänglich. Es folgt die Auflistung der einzelnen Standorte, die Anzahl der dort aufgestellten Arbeitsplätze sowie ein Hinweis auf die jeweiligen Gerätekonfigurationen. Alle Arbeitsplätze sind mit an Schwenkarmen befestigten Flachbildschirmen, Scannerlesesystemen, externem USB-Anschluss (in Halbkugelform) sowie Lautsprecherboxen bzw. Kopfhörerverstärkern ausgestattet.

  • PC-Saal der Geisteswissenschaften:
    Wilhelm-Röpke-Straße 6 (Phil.-Fak.), Block D, Erdgeschoss, Raum 00D01, Tel.: (06421) 28 26677; E-Mail:
    Ein Arbeitsplatz, zusätzlich mit Bildschirmlesegerät.
  • Arbeitskabinen für blinde und sehbehinderte Studierende Nr. 2 und 3 in der Universitätsbibliothek:
    Deutschhausstraße 9, Erdgeschoss, in der Nähe der Haupttheke, Tel. (06421) 28 25130; E-Mail:
    Zwei Arbeitsplätze, zusätzlich mit Bildschirmlesegeräten und einem Brailledrucker in Arbeitskabine 2.
    In Raum 1, der mit einem PC für die Studienhelfer*innen der SBS ausgestattet ist, findet sich ein drittes Bildschirmlesegerät.
  • Multimedia-Arbeitsraum im Hochschulrechenzentrum:
    Hans-Meerwein-Straße (Uni-Lahnberge), Ebene 6, Raum 06A07, Tel.: (06421) 28 28282; E-Mail:
    Ein Arbeitsplatz, zusätzlich mit Bildschirmlesegerät sowie Brailledrucker.
  • PC-Saal des Fachbereichs Psychologie:
    Gutenbergstraße 18, 2. Stock, Raum 02001, Tel.: (06421) 28 23723; E-Mail:
    Zwei Arbeitsplätze, davon einer zusätzlich mit Brailledrucker.
  • Juristische Seminarbibliothek:
    Universitätsstraße 6 (Savignyhaus), Erdgeschoss, Tel.: (06421) 28 23158; E-Mail:
    Drei Arbeitsplätze in den Arbeitsräumen 3, 4 und 5 (links vom Eingang), zusätzlich mit 2 Bildschirmlesegeräten (Arbeitsräume 3 und 4) sowie einem Brailledrucker (Arbeitsraum 5).

An allen Standorten befinden sich Bedienungshinweise in Braille und Großdruck, in denen z.B. auch Tipps zum Scannen und zum Anfertigen von Braille-Ausdrucken gegeben werden.

Öffnungszeiten

Die aufgestellten Arbeitsplätze in der juristischen Seminarbibliothek und der Universitätsbibliothek sind während der gesamten Öffnungszeiten – also auch abends und am Wochenende – zugänglich. Die Schlüssel bzw. Transponder zu den Arbeitskabinen der beiden genannten Standorte sind bei der Bibliotheksaufsicht hinterlegt.
Der Multimedia-Arbeitsraum des HRZ ist montags bis freitags von 8.00 bis 18.00 Uhr geöffnet. Nachts und am Wochenende erfolgt die Ausleihe des Schlüssels am Helpdesk des HRZ (Ebene 4 Raum 04A15).
Die PC-Säle, in denen die übrigen drei Arbeitsplätze aufgestellt wurden, sind montags bis freitags zu unterschiedlichen Zeiten geöffnet. Die genauen Öffnungszeiten sind jeweils den Aushängen am Eingang oder im Internet unter:
https://www.uni-marburg.de/hrz/pc/pcsaele/uebersicht
zu entnehmen. Dabei ist über Marvin darauf zu achten, wann die Säle durch Lehrveranstaltungen belegt sind.

Vernetzung der Arbeitsplätze

Die Arbeitsplätze für blinde und sehbehinderte sind in das Intranet (UMRnet) der Philipps-Universität integriert. Dadurch finden Sie an jedem Arbeitsplatz eine stets gleiche Konfiguration vor. Zusätzlich ist auf diesen PCs Hilfstechnologie installiert. Die von den Nutzer*innen individuell vorgenommenen Einstellungen bei der Sprachausgabe oder Vergrößerung werden im Nutzer*innen-Profil gespeichert und können somit über die einzelnen Arbeitsplätze hinweg "mitgenommen" werden. Darüber hinaus steht der Zugang zum Internet offen.

Vorhandene Hard- und Software

Im Folgenden werden die verschiedenen Komponenten der PC-Arbeitsplätze kurz aufgeführt

PCs

Bei den 9 PCs handelt es sich um sog. Liter-PCs (Dell Optiplex 5070). Diese sind so klein, dass sie auf den Tischen Platz finden.

Sound-Ausgabe

Zur Ausgabe von Audio stehen sog. Kopfhörerverstärker oder Lautsprecherboxen zur Verfügung, dabei fußt die Verteilung auf folgendem System:
An allen Arbeitsplätzen, welche sich in abgeschlossenen Kabinen befinden (juristisches Seminar und Universitätsbibliothek) kommen Lautsprecherboxen (Logitech Z130) zum Einsatz, an allen Arbeitsplätzen in öffentlichen PC-Sälen Kopfhörerverstärker. Die Lautsprecherboxen verfügen dabei jedoch über die Möglichkeit, einen Kopfhörer anschließen zu können. Zusätzlich wird bei Start des PCs die Lautstärke auf 50% voreingestellt.

Braillezeilen

Die Braillezeilen (mit 80 8-Punkt-Piezo-Modulen inkl. Cursorrouting) wurden von der Firma Gaudio-Braille geliefert.

Großschriftsysteme

Die Arbeitsplätze verfügen über hochauflösende 24 Zoll TFT Flachbildmonitore, die an um 360 Grad drehbaren Schwenkarmen befestigt sind. Außerdem kann die Neigung der Monitore individuell eingestellt und sie können bis zur Tischkante vorgezogen werden. Da diese Bildschirme strahlungsarm sind, sind sie auch gut für sehbehinderte Personen geeignet, die sich sehr nahe davorsetzen müssen. Als Vergrößerungssoftware steht ZoomText 2021 zur Verfügung.

Scannerlesesysteme

Die Scanner (Epson Perfection 4490 Photo) werden durch ein automatisches Texterkennungssystem (Omnipage) ergänzt, welches auf den PCs installiert ist. Diese Software bietet die OCR-Behandlung von Scans, um maschinengeschriebenen Text zu extrahieren und kann auch von Blinden selbstständig bedient werden.

Blindenschriftdrucker

Bei den Brailledruckern handelt es sich um drei Romeo RB 40 und einen Thomas JR 40, die von der Firma Becker bezogen wurden.

Schwarzschriftdrucker

Da die PC-Arbeitsplätze für blinde und sehbehinderte im Intranet integriert sind, ist es möglich, auch die Kopierer im Mischbetrieb über die Software Q-Pilot für Ausdrucke in Schwarzschrift zu nutzen. Hierfür ist im Druckdialog das Profil "Public_Schwarzweiß" oder "Public_Farbe" zu wählen. Im anschließenden Fenster (Software Q-Pilot) ist die Kartennummer der U-Card einzutragen und dies zu bestätigen. Der Druckauftrag wird sodann an einen zentralen Druckerserver gesandt und kann von jedem Kopierer im Mischbetrieb gedruckt werden. In nahezu allen Gebäuden hat die SBS mindestens einen Kopierer grundlegend beschriftet, um für vollblinde Nutzer*innen eine selbstständige Bedienung zu ermöglichen, (vgl. unser Info "Nutzung der Kopiergeräte im Mischbetrieb von und für blinde und sehbehinderte Studierende an der Philipps-Universität Marburg".).

Software

Auf den PCs ist das Betriebssystem Windows 10 installiert. Zur Bedienung für Blinde und Sehbehinderte stehen sog. Screenreader zur Verfügung. Dabei handelt es sich um Fusion 2021 (Jaws als Sprachausgabe inkl. des Großschriftprogramms ZoomText) von der Firma Freedom Scientific. Fusion startet direkt im anmeldebildschirm. Zusätzlich steht auch der freie Screenreader NVDA zur Verfügung, welcher von den Nutzer*innen mittels Addons erweitert werden kann. Nach der Anmeldung wird dieser über die Kurztaste strg+alt+n gestartet.
Die von der Universität bereitgestellte Software (bspw. Microsoft Office) kann auch von allen Arbeitsplätzen für blinde und sehbehinderte Studierende aus genutzt werden.
Als spezifische Software für blinde und sehbehinderte Studierende steht darüber hinaus an allen Arbeitsplätzen RTFC zur Verfügung.
Dabei handelt es sich um ein Blindenkurzschrift-Formatierungs- und -Übersetzungs-Programm, mit dessen Hilfe digitalisierte Textvorlagen u. a. zum späteren Ausdruck in Blindenkurzschrift aufbereitet werden, oder als Audio-Datei (bspw. Im MP3-Format) mit einer synthetischen Stimme vorgelesen werden können. Für Sprachaufnahmen und Nachbearbeitung von selbigen steht die Software Audacity zur Verfügung. Ein Headset ist selbst mitzubringen.

Nutzung der übrigen Pool-PCs

Der kostenfreie Screenreader NVDA (Sprachausgabeprogramm) steht darüber hinaus auf allen Pool-PCs in der Fläche zur Verfügung. Somit ist die Basis-Arbeit auch außerhalb der adaptierten PC-Arbeitsplätze für blinde und sehbehinderte Studierende möglich. Blinde Nutzer*innen können bei der Windows-Anmeldung durch drücken von Strg+Linke Windows+Return mit der Windows-eigenen Sprachausgabe "Narrator" bereits eine sprachliche Unterstützung aktivieren.
Sehbehinderte Nutzer*innen können für die Anmeldung und auch die weitere Arbeit mit der Tastenkombination Linke-Windows+Plus-Taste die Windows-eigene Bildschirmlupe zur Vergrößerung nutzen.

Betreuung der Arbeitsplätze / Beratung

In Fragen, die beispielsweise die Nutzung von Schwarzschriftdruckern betreffen oder ähnlichen Fällen, die mit dem allgemeinen Betrieb der PC-Standorte zusammenhängen, können sich blinde und sehbehinderte Studierende mit der Bitte um Unterstützung an das Aufsichtspersonal des jeweiligen PC-Standortes wenden.
Bei spezifischen Fragen hingegen stehen speziell für die Betreuung dieser Arbeitsplätze von der SBS angestellte Studienhelfer*innen zur Verfügung. Diese Aufgabe wird, um ihren vielfältigen Aspekten möglichst gerecht werden zu können, von einer sehenden und einer blinden studentischen Hilfskraft wahrgenommen.
Die Studienhelfer*innen sind wöchentlich während ihrer Sprechstunde in der UB in der Arbeitskabine für blinde und sehbehinderte Studierende Nr. 2 zu erreichen. (Der Termin kann telefonisch unter der Rufnummer (06421) 28 26039 oder per Mail an:

erfragt werden).
Darüber hinaus können auch Termine mit ihnen (z.B. zur Einführung in die Scannerlesesysteme) vereinbart werden.

Zentrale Verwaltung der Arbeitsplätze

Die zentrale Verwaltung der für blinde und sehbehinderte Studierende adaptierten PC-Arbeitsplätze, wie auch der Einsatz der sie betreuenden Studienhelfer*innen, erfolgt durch die “Servicestelle für behinderte Studierende“ (SBS). Hierdurch wird die Rückkopplung mit den Nutzer*innen erleichtert und gleiche oder ähnliche technische Probleme, die an verschiedenen Standorten auftreten, können so am raschesten erkannt bzw. die notwendigen Reparaturen oder Ersatzbeschaffungen veranlasst werden. Auf diese Weise laufen die Kontakte zu den verschiedenen Herstellern der Spezialgeräte immer über die Stelle der Universität, die den Einsatz der Geräte koordiniert.
Deshalb sollten Nutzer*innen, die einen Defekt an einem der Geräte bemerken, uns dies möglichst umgehend mitteilen.