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Ein Forschungsbau für das "DDK" und ein angrenzendes Seminargebäude

Perspektive: dichter architektur
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Allgemein

In den kommenden Jahren entsteht in unmittelbarer Nachbarschaft zum Forschungsneubau Deutscher Sprachatlas ein neuer Forschungsbau für das Deutsche Dokumentationszentrum für Kunstgeschichte – Bildarchiv Foto Marburg (DDK). Das Zentrum konnte 2015 einen neuen Forschungsbau einwerben, dessen Investitionsvolumen von rund 18,7 Millionen Euro jeweils hälftig von Bund und Land getragen wird. Im letzten Quartal 2019 soll mit den Bauarbeiten begonnen werden, die Fertigstellung ist für Ende 2021 vorgesehen.

Der Forschungsbau bildet ein architektonisches Ensemble mit einem neuen Seminargebäude, das ebenfalls auf dem Areal am Pilgrimstein entsteht. Beide Bauten wurden vom Berliner Architekturbüro Dichter geplant, das 2016 den Architekturwettbewerb gewann. Der Entwurf fasst die beiden in Nutzung und Größe sehr unterschiedlichen Gebäude zu einem Ensemble mit Innenhof zusammen. Im Süden, an der Schnittstelle zur Stadt, definiert eine Piazza den Eingangsbereich zum Forschungsbau des DDK und zum Deutschen Sprachatlas. Die Jury lobte insbesondere die attraktiven Außenraumbezüge der Seminarräume und die Gestaltung des getreppten Innenhofs, der zu sehr guten Belichtungsverhältnissen in allen Gebäudebereichen führe. Wege und Durchgänge zwischen Sprachatlas, DDK und Seminargebäude sollen das Areal zur Stadt öffnen und eine direkte Verbindung zwischen Hörsaalgebäude und Pilgrimstein ermöglichen.

Forschungsbau für das DDK

Insgesamt werden in dem Forschungsbau auf vier Geschossen rund 2.500 Quadratmeter Nutzfläche entstehen, allein 821 Quadratmeter sind für Archive vorgesehen.Die Architekten haben ein zweiflügeliges, parallel zum Pilgrimstein verlaufendes Gebäude entworfen, das einen Innenhof und kaskadenartig angeordnete Terrassen umfasst. Der Innenhof soll zu Begegnungen zwischen den verschiedenen Abteilungen einladen. Im Inneren des Forschungsgebäudes finden sich zwei großzügige Hallen, die über einen Luftraum miteinander verbunden werden. Die untere Halle dient zur Erschließung des Tagungsbereichs mit Veranstaltungssaal. Die obere Halle verbindet die nicht öffentlichen Abteilungen miteinander. Außen sollen ein Pultdach sowie glatte, klar gegliederte Fassaden eine urbane Wirkung erzielen.

Seminargebäude

Eine andere Anmutung hingegen soll das quer zum DDK angeordneten Seminargebäude erhalten: Hier schaffen ein Satteldach und eine raue Ziegelfassade einen „ländlich“ anmutenden Übergang zum angrenzenden Botanischen Garten. Das Seminargebäude mit acht Räumen für jeweils 60 bis 100 Personen soll dem steigenden Bedarf an großen Seminarräumen Rechnung tragen und das benachbarte zentrale Hörsaalgebäude entlasten. Die Gesamtbaukosten von rund 8,6 Millionen Euro werden durch die dritte­ Phase des Programms Hochschulpakt 2020 finanziert.

Daten

  • Bauherr: Land Hessen
  • Architekten: dichter Architekturgesellschaft mbH / Landschaftsarchitektur: Studio RW
  • Projektleitung: Landesbetrieb Bau und Immobilien Hessen (LBIH)
  • Nutzer: Philipps-Universität Marburg, Deutsches Dokumentationszentrum für Kunstgeschichte - Bildarchiv Foto Marburg
  • Wettbewerb: 2016
  • Baukosten DDK: rund 18,7 Millionen Euro
  • Baukosten Seminargebäude: rund 8,6 Millionen Euro
  • Baubeginn: voraussichtlich Herbst 2019 (erste Gründungsarbeiten)
  • geplante Fertigstellung: Mitte 2021

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