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Bibliothek Wirtschaftswissenschaften

Foto: Markus Farnung
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Allgemein

Im Juli 2019 wurde die Bibliothek Wirtschaftswissenschaften der Philipps-Universität Marburg nach umfassender Sanierung offiziell wiedereröffnet. Die Bibliothek befindet sich einem architektonisch wie historisch bedeutenden Bauwerk: Der um 1900 im Stil der nordischen Backsteingotik errichtete Bau war das erste eigene Gebäude der Universitätsbibliothek, in dem sie dann bis 1946 residierte.

Sanierung

Das Bauwerk ist größtenteils im Originalzustand erhalten und als Einzelkulturdenkmal eingestuft. Daher wurde die Bibliothek in der ersten Etage des Gebäudes ab August 2016 in enger Abstimmung mit der Denkmalpflege saniert und umgebaut. Ein wesentlicher Teil der Sanierung war der Brandschutz. Darüber hinaus wurden die zweigeschossigen, von Galerien umschlossenen Lesesäle saniert und umgebaut. Bei restauratorischen Begleituntersuchungen trat ein heller Petrol-Farbton zutage, bei dem es sich vermutlich um die ursprüngliche Farbe handelt. Dieser Farbton findet sich heute in den Bibliotheksräumen wieder. Weitere historische Details wurden zum Beispiel im Foyer entdeckt: Die dortigen Reste einer Blumenbordüre stammen vermutlich aus den 1920er Jahren. Damals wurde das Gebäude anlässlich des 400. Universitäts-Jubiläums erstmals renoviert.

Die historischen, wie im Original mit einer Bierlasur dunkel getönten Regale sowie die Galerien und die Farbgebung machen die kleine Bibliothek zu einem besonderen Ort. Dies erleben Besucher bereits im Foyer der Bibliothek: Hier wurde das ursprüngliche Stein- und Fugenbild des Kreuzrippengewölbes wieder freigelegt. Auch die Sanitärbereiche wurden denkmalgerecht erneuert. 

Alles andere als historisch sind Möblierung und technische Ausstattung, die sich aus einem zeitgemäßen Nutzungskonzept ergeben: Neben Einzelarbeitsplätzen stehen den Studierenden des Fachbereichs nun auch Gruppenarbeitsplätze und Lounge-Bereiche zur Verfügung. Alle Lese- und Arbeitsplätze wurden mit neuester Technik ausgestattet. Dies sowie ein ausgefeiltes Beleuchtungskonzept und eine verbesserte Akustik tragen viel dazu bei, die Bibliothek zu einem angenehmen Lernort zu machen. Insgesamt rund 175.000 Printmedien sowie 5.000 elektronische Publikationen aus dem Bereich Wirtschaftswissenschaften stehen den Studierenden und Lehrenden hier zur Verfügung.

Die Sanierung wurde vom Architekturbüro Kindt aus Wallau in Zusammenarbeit mit dem Dezernat Gebäudemanagement und Technik der Universität durchgeführt. Die Baukosten belaufen sich auf rund 1,2 Millionen Euro.

Geschichte des Gebäudes

Das Gebäude in der Universitätsstraße 25 wurde von 1897 bis 1900 nach Plänen der Architekten Berhard Zölffel und Aegidius Hubert Gronewald für die Universitätsbibliothek errichtet. Von 1946 an beherbergte das Haus für mehr als 20 Jahre die Bestände der Preußischen Staatsbibliothek. Nach deren Umzug nach Berlin wurden schließlich im Jahr 1977 die wirtschaftswissenschaftlichen Bibliotheken in dem Gründerzeitbau zusammengeführt. Die Universitätsbibliothek hatte 1967 einen Neubau in der Wilhelm-Röpke-Straße bezogen. Heute befinden sich in dem Gebäude in der Universitätsstraße die Bibliothek der Wirtschaftswissenschaften sowie das Dekanat und weitere Einrichtungen des Fachbereichs.

Noch immer lässt sich an der Fassade des Gebäudes die Bibliotheksnutzung ablesen. Das Bauwerk wurde in drei Trakte gegliedert, die unterschiedliche Funktionen übernahmen: Links ein Büchermagazin, dessen schmale, hohe Fenster nicht zu viel Licht nach innen dringen lassen; rechts der eigentliche Bibliothekstrakt mit Lesesälen und Räumen für die Verwaltung. Dazwischen ein zwei-, später dreigeschossiger Mittelbau mit Eingang und Treppenhaus. Bis heute verdient ein Bauteil, das Büchermagazin, besonderes Augenmerk: Es ist mit dem zur Bauzeit neuartigen „Lipman-Regalsystem“ ausgestattet. Dieses wurde in Decke und Boden mit Metallstreben verankert, zwischen denen die Regalböden variabel eingehängt werden konnten. Die Regale sind im Originalzustand erhalten und werden auch heute noch genutzt. 

Daten

  • Bau der Universitätsbibliothek in der Universitätsstraße 25:  1897-1900
  • Architekten: Bernhard Zölffel und Aegidius Hubert Gronewald
  • Sanierung: Kindt Architekten, Walluf
  • Projektleitung: Philipps-Universität Marburg, Dezernat IV A Gebäudemanagement und Technik
  • Dauer der Sanierung: August 2016 bis Oktober 2018
  • Umbaukosten:  rund 1,2 Millionen Euro

Brandschutzmaßnahmen

  • Herstellung von Brandabschnitten, notwendigen Treppenräumen und Rettungswegen
  • Einbau einer Brandmeldeanlage

Sanierung der Lese- und Katalogsäle

  • Rückbau von vorangegangenen Sanierungen und Widerherstellung des denkmalgerechten Zustands
  • Neues Beleuchtungskonzept
  • Verbesserung der Raumskustik
  • Medienversorgung an den Arbeitsplätzen
  • neue Loungebereiche

Sanierung der Sanitäranlagen

  • Einbau eines behindertengerechten WCs, Erneuerung der vorhandenen Toiletten,
  • Erneuerung der Trink- und Abwasserleitungen
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