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Ketzerbach 63 - Sanierung eines Baudenkmals

Foto: Markus Farnung

Lange Jahre wurde das Gebäude Ketzerbach 63 noch vom Fachbereich Pharmazie genutzt. Nun wird der Backsteinbau bis Ende 2020 für die Politikwissenschaften saniert. Der Umzug der Politologen - von der so genannten PhilFak an der Stadtautobahn ins Stadtzentrum - ist ein weiterer Baustein in der Entwicklung des geistes- und gesellschaftswissenschaftlichen Campus Firmanei.

Aufgrund einer Asbestbelastung im Innern muss das Bauwerk zunächst einer Schadstoffsanierung unterzogen werden. Anschließend soll eine energetische Sanierung die Energiebilanz des Gebäudes verbessern. Bei den Fenstern im Hauptgebäude werden hinter den im Original erhaltenen Eichenfenstern Kastenfenster für die Wärmedämmung angebracht. Außerdem soll die Barrierefreiheit durch den Einbau eines Aufzugs und den Bau einer Rampe am seitlichen Eingang verbessert werden. Die Versorgungsleitungen müssen erneuert werden und einige Räume werden für die Nutzung als Büros umgebaut. Für eine laborartige Nutzung ist das Gebäude heute nicht mehr geeignet, umso mehr aber für eine Buchwissenschaft wie die Politologie.

Geschichte

Das 1841 als anatomisches Institut errichtete Gebäude ist inzwischen als Baudenkmal eingestuft. Daher wird die Sanierung in enger Abstimmung mit dem Landesamt für Denkmalpflege durchgeführt. Der ursprünglich zweigeschossige Backsteinbau wurde 1903 um eine Etage aufgestockt. Danach zog das zoologische Institut dort ein. In den 1950er Jahren wurde der Bau grundlegend saniert. Nach einem Umbau im Jahr 1976 nutzte der Fachbereich Pharmazie den Backsteinbau. Bis zum Umzug auf die Lahnberge waren dort das Institut für Pharmakologie und Toxikologie (bis 2011) sowie die Pharmazeutische Technologie (bis 2016) untergebracht.

Neben dem Hauptgebäude wird auch das seitlich angebaute Hörsaalgebäude in der Wilhelm-Roser-Straße saniert, das weiterhin für Vorlesungen genutzt werden soll. Von den geplanten Baukosten in Höhe von 7,64 Millionen Euro stellt das Land Hessen im Zuge der dritten Phase des Hochschulpakts (HSP) 5,4 Millionen Euro zur Verfügung. 2,24 Millionen Euro steuert die Universität bei. Bauherrin ist die Philipps-Universität Marburg, die den Landesbetrieb Bau und Immobilien Hessen (LBIH) mit der Ausführung beauftragt hat.

Daten

Bauherr: Land Hessen vertreten durch die Philipps-Universität Marburg
Nutzer: Institut für Politikwissenschaften
Projektleitung: Landesbetrieb Bau und Immobilien Hessen (LBIH)
Baubeginn: Anfang 2019
Fertigstellung: Herbst 2021
Baukosten: 7,64 Millionen Euro

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