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30.06.2017

Workshop „Antifeministische Argumentationsformen“

Das Genderzentrum läd zum Analysieren antifeministischer Argumentationen ein

Zeit: 18.07.2017 09:00 h - 18.07.2017 12:00 h
Ort: 03E03 in der Philosophischen Fakultät, Wilhelm-Röpke-Str. 6

Referierende/Beteiligte:

Marion Näser-Lather

Weitere Informationen:

Hintergrund & Hinweis zur Anmeldung

Seit einiger Zeit ist eine Zunahme antifeministischer Argumentationen innerhalb öffentlicher Debatten festzustellen. Innerhalb des Workshops wird es darum gehen, diese Argumentationen in aktuellen Diskursen genauer zu beleuchten und zu kontextualisieren. 

Wir bitten um Anmeldung bis zum 09.07. unter genderzukunft@uni-marburg.de, da die Zahl der Teilnehmenden begrenzt ist.

 

Zum Workshop

Diskurse sind nach Michel Foucault (1981: 74) Praktiken, die „systematisch die Gegenstände bilden, von denen sie sprechen“. Diskurse determinieren kollektiv wie individuell Wahrnehmungsmodi, kognitive Horizonte und somit auch die Grenzen von Handlungsräumen; aus der Wiederholung der Sprechakte resultierende Verfestigungen erzeugen performativ Verhaltenserwartungen und Normen (vgl. Butler 1995).

In der öffentlichen Diskursivierung von Gender nehmen antifeministische Argumentationsfiguren einen immer größeren Raum ein. Häufig wird von antifeministischer Seite die Infragestellung heteronormativer dichotomer Denkmuster kritisiert und eine Retraditionalisierung der Geschlechterverhältnisse angestrebt. Ziel des Workshops ist es, gemeinsam aktuelle antifeministische Argumentationsfomen zu analysieren und anhand prägnanter Diskursbeispiele aus diesem Feld die Anwendung der Diskursanalyse nach Foucault in der Version von Jäger (2009) einzuüben.

Dabei sollen für die die Meinungs- und Urteilsbildung im öffentlichen Raum relevante Diskursebenen Wissenschaft, Religion, Journalismus, Politik und Publizistik (maskulinistische und postfeministische Argumentationen) in den Blick genommen werden. In einem ersten Schritt sollen anhand der Diskussion von Abschnitten aus dem Buch des Evolutionsbiologen Ulrich Kutschera „Das Gender-Paradoxon“ antifeministische Argumentationsfiguren und Diskursstränge identifiziert werden.

Im zweiten Teil des Workshops werden Textstellen aus Kutschera mit kürzeren Passagen aus anderen Diskurszusammenhängen konfrontiert und parallelisiert, die folgenden Quellen entstammen: „Die Gender Revolution - Relativismus in Aktion“ der katholischen Soziologin Gabriele Kuby, „Die große Verschwulung“ von Akif Pirinçci, der Aufsatzsammlung „Gender - Politische Geschlechtsumwandlung“ von Volker Zastrow (FAZ), dem Buch der sich selbst als Feministin bezeichnenden Journalistin Birgit Kelle „Gender Gaga“ und Statements der AfD. In der gemeinsamen Diskursanalyse soll herausgearbeitet werden, wie sich die Argumentationsfiguren über die Diskursebenen hinweg verändern, und welche Unterschiede und Gemeinsamkeiten hinsichtlich der verwendeten Metaphern, Terminologien, Rhetoriken, Argumentationen und Bezüge zwischen den Teilfeldern und -ebenen des Diskurskomplexes „Antifeminismus“ existieren.

Die abschließende Sitzung des Workshops soll mit dem Versuch einer historischen Kontextualisierung Diskursstränge und Topoi in ihren geistesgeschichtlichen Situiertheiten, Verflechtungen und Traditionen sichtbar machen und die Erstellung einer Diskurskarte antifeministischer Argumentationsformen ermöglichen.

Der Vorbereitung auf den Workshop dient der Lektürekurs „Paradoxe Diskursivierungen. Antifeminismus in der Wissenschaft am Beispiel von Ulrich Kutscheras ‚Gender-Paradoxon‘“. Workshop und Lektürekurs bilden einen inhaltlichen Zusammenhang mit der ebenfalls im Sommersemester stattfindenden Ringvorlesung „Aktuelle Figurationen des Antifeminismus“.

Literatur:
Butler, Judith: Körper von Gewicht. Die diskursiven Grenzen des Geschlechts. Berlin 1995.
Foucault, Michel (1981): Archäologie des Wissens
Jäger, Siegfried: Kritische Diskursanalyse. Eine Einführung. Münster 2009.

 

Quellen:
Kelle, Birgit: Gender Gaga. Wie eine absurde Ideologie unseren Alltag erobern will. Asslar 2008.
Kuby, Gabriele: Die Gender Revolution - Relativismus in Aktion. Kißleg 2006.
Kutschera, Ulrich: Das Gender-Paradoxon: Mann und Frau als evolvierte Menschentypen. Berlin 2016.
Pirinçci, Akif: Die große Verschwulung. Wenn aus Männern Frauen werden und aus Frauen keine Männer. Berlin 2015.
Zastrow, Volker: Gender - Politische Geschlechtsumwandlung. Berlin 2006.

Veranstalter:

Zentrum für Gender Studies

Zuletzt aktualisiert: 30.06.2017 · Zentrum für Gender Studies und feministische Zukunftsforschung

 
 
 
Gender Studies

Zentrum für Gender Studies und feministische Zukunftsforschung,
Wilhelm-Röpke-Str. 6F, 35032 Marburg Tel. +49 6421/28-24823, Fax +49 6421/28-24841, E-Mail: genderzukunft@staff.uni-marburg.de

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