Geschichte des Neuen Botanischen Gartens
1961-1977
Weil in der Marburger Innenstadt kein Platz für die notwendigen Neubauten der naturwissenschaftlichen Fächer ist, werden diese auf die Lahnberge verlegt. In der Nähe der Gebäude des Fachbereichs Biologie wird ein Neuer Botanischer Garten angelegt, der mit 20 Hektar Fläche zu den größten botanischen Gärten Deutschlands gehört. Die Gestaltung des neuen Gartens übernimmt der Landschaftsarchitekt Prof. Dr. Günther Grzimek, der auch den Olympiapark in München geplant hat. Es werden 80.000 Kubikmeter Erde bewegt, um Raum zu schaffen für Elemente wie den Teich und einen etwa einen Kilometer langen Bach, dessen Wasser durch eine Pumpanlage ständig wiederverwertet wird. Die Gesamtkosten der Gestaltung belaufen sich auf 12,4 Millionen D-Mark – sechs Millionen für den Freilandbereich und 6,4 Millionen für die Gewächshäuser.
1977
Pünktlich zur 450-Jahrfeier der Philipps-Universität wird am 30. Juni der Neue Botanische Garten auf den Lahnbergen durch den Gartendirektor Prof. Dr. Andreas Bertsch eröffnet.
1984
Auf den Hügelgräbern, einer historischen Besonderheit des
Botanischen Gartens, wird ein Mustergrab zur Besichtigung
hergerichtet.
1985
Prof. Dr. Hans Christian Weber wird Direktor des Gartens.
2000
Prof. Dr. Peter Poschlod übernimmt bis Ende 2001 die Direktion des Botanischen Gartens.
2001
Der Fachbereich Biologie distanziert sich vom Botanischen Garten, weil durch den neu eingeführten Globalhaushalt der Universität die jährlichen Kosten von rund 3,5 Millionen Euro zum Großteil von den Nutzern des Gartens getragen werden müssten – was die Arbeit in den anderen Forschungszweigen des Fachbereichs erheblich behindern würde.
2002
Prof. Dr. Diethart Matthies wird Direktor des Botanischen Gartens.
2004
Prof.
Dr. Klaus Lingelbach übernimmt ehrenamtlich die zuvor vakante
Position des Geschäftsführenden Direktors des Botanischen
Gartens.
Der "Freundeskreis des Botanischen Gartens der
Philipps-Universität Marburg e.V." wird gegründet.
2005
Am 1.Mai wird Dr. Andreas Titze kommissarischer Wissenschaftlicher Leiter. Aufgrund der schwierigen Finanzsituation müssen die Besucher des Botanischen Gartens Eintritt bezahlen: einen Euro für Erwachsene, ermäßigt 50 Cent für Schüler, Studierende und Schwerbehinderte. Im Juli werden Besucher mit einem ganz besonderen Anblick belohnt: Der Amorphophallus titanum, ein Riesentitanenwurz, erblüht nach fünf Jahren zum ersten Mal.
>> Das Marburger UniJournal über den Riesentitanenwurz (S. 5)
Am 14. Oktober zieht die Kindertagesstätte des Elternvereins "Zappel-Philipp" in die frisch renovierten ehemaligen Werkstätten des Botanischen Gartens.
2007
Im Mai wird der Indianerpfad offiziell eröffnet. Wegweiser führen
die Besucher auf einem etwa eineinhalbstündigen Rundweg durch acht
Stationen, die sich mit den Heil- und Nutzpflanzen der Indianer
beschäftigen. Der Indianerpfad ist das praktische Resultat der
Examensarbeit des Biologiestudenten Christian Deurer. Im Mai des
folgenden Jahres wird Deurer für diese Arbeit als einziger Marburger
mit dem Hessischen Förderpreis für herausragende
Prüfungsleistungen im Lehramtsstudium und Vorbereitungsdienst
ausgezeichnet.
>> Zur Nachricht "Kinderrallye am Indianerpfad des Botanischen Gartens. Erfinder Christian Deurer erhält Hessischen Förderpreis für künftige Lehrerinnen und Lehrer"
2008
Auf Initiative von Dr. Andreas Titze öffnet zu Beginn des
Jahres die "Grüne
Schule" ihre Pforten: Der außerschulische Lern- und Bildungsort
soll Kindern den Zugang zur Botanik und zum wissenschaftlichen Arbeiten
eröffnen. Das Angebot reicht von Projekttagen bishin zu mehrtägigen
Kursen, sowie Themenführungen. Die Veranstaltungen werden altersgerecht
und kindgemäß durchgeführt. Leiterin der Grünen Schule ist Dr. Ute Becker.
Am 1.Mai wird Dr. Andreas Titze zum Direktor des Botanischen Gartens ernannt.

